Ein moderner Logistikknoten

Krisenzeiten? trans-o-flex nimmt in Rhynern 17-Mio-Bau in Betrieb

In Rhynern werden durch trans-o-flex 110 Menschen beschäftigt sein, unter anderem im kaufmännischen Bereich, als Lagerlogistiker, als Elektriker, als Anlagentechniker.
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In Rhynern werden durch trans-o-flex 110 Menschen beschäftigt sein, unter anderem im kaufmännischen Bereich, als Lagerlogistiker, als Elektriker, als Anlagentechniker.

Während allerorten von Krise die Rede ist, überwiegt bei der Firma trans-o-flex derzeit die Euphorie. Der Logistiker hat in diesen Tagen seinen neuen Standort im Rhyneraner Gewerbepark in Betrieb genommen. Und den Verantwortlichen ist die Begeisterung über den Neubau ins Gesicht geschrieben.

Rhynern – „Das ist ein Meilenstein in der Netzentwicklung, der Bau setzt ökonomisch wie ökologisch Maßstäbe“, sagte der Vorsitzende der Geschäftsführung, Wolfgang P. Albeck. „Die jetzt eröffnete Anlage ist für uns das Umschlagzentrum der Zukunft. Nach diesem Vorbild werden wir in den nächsten Jahren weitere Logistikknoten in Deutschland erneuern oder komplett neu bauen.“

In Rhynern investierte das Unternehmen rund 17 Millionen Euro. Die Halle entstand am Oberallener Weg in direkter Nachbarschaft zum Zementwerk und zur im Bau befindlichen neuen Heimat der Baufirma Hugo Schneider. Hier die wichtigsten Fragen und Antworten:

Wer oder was ist trans-o-flex?

Die Kernkompetenz der trans-o-flex-Gruppe sind Logistiklösungen für die Branchen Pharma, Kosmetik, Elektronik und für andere hochwertige, sensible Güter. Das Unternehmen hat Transportnetze aufgebaut, die Waren bei 15 bis 25 Grad Celsius oder bei 2 bis 8 Grad Celsius aktiv temperiert und dokumentiert für den Pharmatransport, also insbesondere für Krankenhäuser und Apotheken, befördern.

„Wenn es denn einen Impfstoff für das Coronavirus geben sollte, dann werden wir ihn durch Deutschland fahren“, ist sich Albeck sicher. Den Hauptsitz hat das Unternehmen in Weinheim. Darüber hinaus gibt es 33 Standorte. Mit dem Neubau in Rhynern zieht trans-o-flex eine Halle in Dortmund leer.

Wolfgang P. Albeck (Vorsitzender der Geschäftsführung) spricht von einem „Meilenstein in der Netzentwicklung“.

Wie viele Mitarbeiter beschäftigt das Unternehmen?

Insgesamt hat trans-o-flex rund 2200 Mitarbeiter. In Rhynern werden 110 Menschen beschäftigt sein, unter anderem im kaufmännischen Bereich, als Lagerlogistiker, als Elektriker, als Anlagentechniker. Hinzu kommen 92 Fahrer. Zum 1. August werden drei junge Menschen zu Speditionskaufleuten ausgebildet. Gearbeitet wird im Drei-Schichten-System 24 Stunden am Tag.

Warum der Neubau in Rhynern?

Der Standort in Dortmund ist in die Jahre gekommen. „Seit einigen Jahren haben wir uns nach einem passenden neuen Standort umgesehen“, erklärt Niederlassungsleiter Sakir Ademi. Für Rhynern sprachen die Größe des verfügbaren Grundstücks, der kurze Weg zur Autobahn und die Nähe zur Halle in Dortmund, was den Umzug erleichterte. Baustart war im April 2019, die Inbetriebnahme ziemlich genau ein Jahr später.

Wie groß ist der neue Standort?

Das Grundstück umfasst 33000 Quadratmeter. Die Zufahrt erfolgt über den Oberallener Weg. Die Umschlagfläche beträgt rund 8200 Quadratmeter, die über 119 Tore für Transporter und Lkw erreichbar sind.

Was ist das Besondere an der neuen Halle?

Die Waren werden in zwei Temperaturzonen umgeschlagen. „Den Großteil der Anlage kühlen oder heizen wir automatisch auf konstant 20 Grad. So können wir dort Sendungen entladen, sortieren und beladen, für die eine Temperierung zwischen 15 und 25 Grad Celsius vorgesehen ist“, erläutert Albeck. „Zusätzlich haben wir einen Kühlbereich in die Anlage integriert. Dort wird die Temperatur konstant zwischen 2 und 8 Grad gehalten.

Darüber hinaus gibt es die automatische Sortieranlage, die Pakete von sechs Auflagestellen automatisch zu einer Verladestelle bringt. Zwischendurch werden die Sendungen vollautomatisch gemessen und gewogen. „So können wir unseren Kunden exakt das tatsächliche Transportgewicht berechnen“, so Ademi. Weil die Sortierbänder in mehr als vier Meter Höhe über dem Hallenboden geführt werden, können Gabelstapler, die Ware auf Paletten durch die Halle transportieren, darunter herfahren.

Wie groß ist das Einzugsgebiet?

Von Rhynern aus werden Kundenwaren abgeholt und zugestellt nach Ostwestfalen, ins Ruhrgebiet, ins Sauerland und bis ins Münsterland.

Die Firma trans-o-flex hat im Gewerbepark Rhynern ihr neues Umschlagzentrum in Betrieb genommen. Es ist über 119 Tore für Lkw und Transporter erreichbar.

Welche Lösung wählte trans-o-flex bezüglich des Energieverbrauchs?

Auf dem Dach der Halle wurde eine Photovoltaik-Anlage installiert. „Wir werden den Strom für den Betrieb des Sortierzentrums nutzen, können aber auch die Batterien möglicher Elektrofahrzeuge von Mitarbeitern laden, für deren Pkw wir mehrere E-Ladesäulen planen“, ergänzt Albeck. Ein wesentliches Plus sei auch die Vortemperierung von Fahrzeugen mit Sonnenstrom. „Für Sattelauflieger beispielsweise stehen 380-Volt-Anschlüsse zur Verfügung.

Der Energieverbrauch des Logistikzentrums wird unter anderem dadurch minimiert, dass die gesamte Anlage mit einer Wärmedämmung und mit LED-Lichttechnik ausgerüstet wurde. Ferner erfolgt die Heizung über Gas-Dunkelstrahler und die Kühlung über eine moderne Wärmepumpenanlage.

Wohin fließt das Oberflächenwasser auf der neu versiegelten Fläche?

Das Regenwasser wird auf einem Nachbargrundstück gesammelt und fließt kontrolliert über den Bewerbach in den natürlichen Kreislauf zurück.

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