Dortmund kein Vorbild für Hamm

Ohne Schlagstöcke: So darf sich der Ordnungsdienst wehren

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Hamm - Mitarbeiter des Kommunalen Ordnungsdienstes (KOD) in Hamm werden nicht mit Schlagstöcken ausgestattet.

Die Stadt Hamm setzt bei Einsätzen vielmehr auf Deeskalationstechniken als auf Aufrüstung. Für den Notfall haben die Mitarbeiter allerdings Pfefferspray dabei, mit dem sie potenzielle Angreifer in die Flucht schlagen können. Zudem sind die Mitarbeiter mit schnittfesten Handschuhen, Sicherheitsschuhen und Taschenlampen ausgestattet.

Beleidigungen, Drohungen und manchmal sogar tätliche Angriffe: Die Arbeit von Ordnungskräften kann gefährlich sein. Das bekommen auch die Hammer Mitarbeiter am eigenen Leib zu spüren. Sie haben in den vergangenen Jahren eine Zunahme der Aggressivität und Respektlosigkeit erlebt.

Die Stadt Dortmund hat Ähnliches festgestellt und jetzt ihre Ordnungsamtsmitarbeiter mit entsprechenden Stöcken versorgt. In Wuppertal, Bonn und Düren tragen die städtischen Ordnungshüter ebenfalls Schlagstöcke am Gürtel. Mit diesen Stöcken sollen die Mitarbeiter bei Angriffen ihre Gegner auf Distanz halten können.

Die Stadt Hamm setzt bei ihren 16 Mitarbeitern des Kommunalen Ordnungsdienstes auf Deeskalationstraining. Einmal in der Woche findet bei der Polizei eine Schulung statt, bei der es um Einsatztechnik und eben auch um Deeskalation geht.

Jeder KOD-Mitarbeiter muss mindestens einmal im Monat an diesem Training teilnehmen. Dabei werden die Mitarbeiter geschult, umsichtig mit aggressiven Bürgern umzugehen. Sie lernen Konflikte ohne Gewaltanwendung nur durch Worte und Gesten zu entschärfen. Deeskalierende Maßnahmen sollen so verhindern, dass es zur Ausübung physischer Gewalt kommt.

„In den meisten Fällen funktioniert das gut“, so ein Stadtsprecher. In den vergangenen drei Jahren habe es drei Fälle gegeben, bei denen die KOD-Mitarbeiter Gewalt ausgesetzt waren. Einmal sei ein Wirt auf einen KOD-Mitarbeiter losgegangen, einmal sei eine Situation am Bahnhof eskaliert, sodass die Polizei den Angreifer vorübergehend in Gewahrsam nehmen musste. Im vergangenen Jahr ist bei der Absperrung zum Rosenmontagszug ein KOD-Mitarbeiter von einem Autofahrer angefahren worden.

Das sind die Aufgaben des KOD:

Durch seine Präsenz achtet der Kommunale Ordnungsdienst auf die Einhaltung gesetzlicher Bestimmungen. Typische Aufgaben sind Kontrollen in Fußgängerzonen, Grünanlagen und auf Spielplätzen, aber auch in Gaststätten – dort zum Beispiel die Einhaltung von Sperrzeitenregelungen und des Nichtraucherschutzes. Gleichzeitig soll durch die Streifen das Sicherheitsgefühl in der Bevölkerung gestärkt werden.

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