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Wärmepumpen für Zuhause: Mit prima Klima auch Energie sparen

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Von: Gisbert Sander

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Birgit und Axel Prasse erklären die Funktion von Split-Klimageräten
Heizen auf anderem Wege: Birgit und Axel Prasse erklären die Funktion von Split-Klimageräten. © Robert Szkudlarek

Einst waren sie nicht nur Luxusartikel, sondern auch als „Stromfresser“ verrufen: Klimageräte. „Das war einmal“, sagt Axel Prasse, Inhaber von Klima-Kälte Frense.

Hamm - Die Hammer Firma ist eine von zahlreichen in der Stadt, die Klimaanlagen wie die von Prasse empfohlene Luft-Luft-Wärmepumpe als Splitgeräte installieren. Bei ihnen werde ein Geräteteil draußen, in der Garage oder im Keller installiert und ein Teil – an der Wand oder als Truhe auf dem Boden – im Innenraum. Solche Splitgeräte sind deutlich kostengünstiger als Erdwärmepumpen oder Wasser-Wärmepumpen, deren Einbau einen erheblichen Aufwand bedeutet, die aber auch noch effektiver sind.

Eine Luft-Luft-Wärmepumpe entzieht der Umgebungsluft Wärme, wird mit Strom betrieben und eignet sich für Wohneigentum. Damit kann man laut Axel Prasse den steigenden Heizkosten mit relativ wenig Aufwand ein Schnippchen schlagen und den Gas- oder Ölverbrauch senken. Mehr noch: „Wir brauchen unsere normale Gasheizung fast gar nicht mehr“, sagt Birgit Prasse. Und das Schönste: Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) bezuschusst den Einbau von Luft-Luft-Wärmepumpen, die bestimmte Voraussetzungen erfüllen und wenn das Gebäude älter als fünf Jahre ist.

Technik funktioniert wie bei einem Kühlschrank

Die Technik funktioniere – vereinfacht beschrieben – wie bei einem Kühlschrank: Luft wird, je nach Wunsch, gekühlt oder auch erwärmt in den Raum geblasen. Bis zu 45 Grad Celsius seien möglich und das Prinzip funktioniere auch bei bis zu etwa minus 15 Grad Außentemperatur. Das eigne sich auf jeden Fall als Heizungsunterstützung in der jahreszeitlichen Übergangszeit. Bedient wird die Anlage per Fernbedienung oder App, sie kann auch so eingestellt werden, dass sie temperaturgesteuert automatisch läuft. Und die Raumluft wird dadurch auch noch gefiltert.

Axel Prasse zeigt das Innenteil eines Splitgerätes
Das Innenteil hängt meist an der Wand, es gibt aber auch Truhen, die auf dem Fußboden stehen. © Robert Szkudlarek

„Der Energieverbrauch beträgt nur ein Viertel von dem, was das Gerät an Leistung bringt“, verspricht Prasse im Vergleich mit dem Verbrauch einer Heizung mit Gas oder Öl. Für jeden Raum wird ein separates Innengerät benötigt. „Sie haben ja auch in jedem Raum einen Heizkörper“, sagt Prasse. Die kleinste Anlage, die er anbietet, kostet rund 2500 Euro inklusive Montage. Sie reiche für einen Raum mit 85 Kubikmetern (Länge mal Breite mal Höhe) aus – also beispielsweise für 42 Quadratmeter bei zwei Metern Raumhöhe.

„Den Wärmepumpen gehört die Zukunft“ bestätigt Manfred Rauschen, Geschäftsführer des Öko-Zentrums NRW in Heessen, das auch Mitglied im Bundesverband der Energie- und Klimaschutzagenturen ist. Rauschen bestätigt die positive Energiebilanz dieser Geräte: „Sie sind in den vergangenen Jahren immer effizienter geworden.“ Die Effizienz lasse allerdings bei sinkender Außentemperatur nach: Wenn man bei minus 15 Grad Außentemperatur versuche, einen Raum auf 20 Grad zu heizen, liege man weit unter der bestmöglichen Energieeffizienz. Dennoch lautet seine Empfehlung: „Wer daran denkt, seine Heizung auszutauschen, sollte nicht mehr auf Öl oder Gas gehen, sondern auf Fernwärme oder Wärmepumpen.“

Wie viel Strom eine Wärmepumpe verbraucht und wann sich ihre Anschaffung rechnet, hängt von vielen Faktoren ab: Wie oft wird das Gerät benutzt, wie warm oder kalt ist es draußen, wie stark wird ein Raum geheizt oder gekühlt, wie gut ist das Haus gedämmt? Berechnen kann der Fachmann den zu erwartenden Jahresstromverbrauch.

Bundesamt fordert „Raumheizungsenergieeffizienz“

Während es laut Rauschen Liefer-Engpässe vor allem bei Wasser- und Erdwärmepumpen gibt, gibt es die laut Prasse zurzeit nicht bei Klimaanlagen mit Luft-Wärmepumpen-Funktion. Einige von ihnen, die eine bestimmte „Raumheizungsenergieeffizienz“ erreichen, werden vom Bafa bis Mitte August mit 35 Prozent bezuschusst, laut neuer Richtlinien sind es ab 15. August (Datum der Antragstellung) noch 25 Prozent. Diesen Antrag kann der Kunde selbst online bei der Bafa stellen, wenn er ein Angebot vom Fachmann eingeholt hat.

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