Koalition im Bezirk Rhynern schreibt Brief an Verkehrsminister

Mit Tempolimit gegen den Autobahnlärm in Rhynern

Tempo 100: Das fordern die Koalitionäre im Stadtbezirk Rhynern für den Abschnitt der Autobahn 2 in Rhynern. Udo Reins (von links, FDP), Andreas Obering (SPD, Bezirksbürgermeister), Achim Kieserling (SPD), Harald Lemm (SPD) und Andrea Pfeifer (Die Grünen) formulierten dazu einen Brief an den NRW-Verkehrsminister.
+
Tempo 100: Das fordern die Koalitionäre im Stadtbezirk Rhynern für den Abschnitt der Autobahn 2 in Rhynern. Udo Reins (von links, FDP), Andreas Obering (SPD, Bezirksbürgermeister), Achim Kieserling (SPD), Harald Lemm (SPD) und Andrea Pfeifer (Die Grünen) formulierten dazu einen Brief an den NRW-Verkehrsminister.

Die Koalition aus SPD, den Grünen und der FDP in Rhynern will den Kampf gegen den Autobahnlärm aufnehmen. Dazu wenden sich die Politiker direkt an den NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst.

Rhynern – In einem offenen Brief fordern sie ihn auf, ein Tempolimit von 100 Kilometern pro Stunde auf der A2 bei Rhynern einzuführen. Davon erhoffen sich die Koalitionäre eine „Verringerung der Lärmimmissionen sowie der Verbesserung der Verkehrssicherheit und der Reduktion von CO2-Immissionen.

„Es ist einfach zu laut. Jeder, der in Rhynern wohnt, kennt das Problem“, sagt Bezirksbürgermeister Andreas Obering. Und daher müsse die Lokalpolitik weiter am Ball bleiben, um die Entscheidungsträger in Düsseldorf davon zu überzeugen. „Steter Tropfen höhlt den Stein“, ergänzt SPD-Fraktionschef Harald Lemm, wohl wissend, dass in der Vergangenheit ähnliche Versuche der Bezirksvertretung Rhynern und auch des Hammer Rathauses gescheitert waren. „Wir erhoffen uns, dass kurz nach der Bundestagswahl und der Landtagswahl 2022 andere Entscheidungen getroffen werden“, sieht Andrea Pfeifer von den Grünen jetzt einen guten Zeitpunkt, den Wunsch wohl aller Rhyneraner endlich zu erfüllen.

Noch im Frühjahr 2020 hatte der damalige Oberbürgermeister Thomas Hunsteger-Petermann einen Brief an Verkehrminister Hendrik Wüst (CDU) geschickt. Die Stadt Hamm wollte sowohl auf der A1 als auch auf der A2 ein Tempolimit von 120 Kilometern pro Stunde im Zulauf zum Kamener Kreuz erwirken. Es sollte auch Teil des Klima-Aktionsplans sein, den der Rat der Stadt Hamm Ende 2019 beschlossen hatte. Doch Wüst lehnte den Wunsch aus Hamm damals ab, da beide Kriterien, die ein Tempolimit begründen würden, in Rhynern nicht erfüllt würden: Zum einen sei der Bereich kein Unfallschwerpunkt, wie die Bezirksregierung Arnsberg als zuständige Behörde feststellte. Zum anderen habe Lärmberechnungen ergeben, dass die Richtwerte für Lärmschutz in Höhe von 70 Dezibel (tagsüber) und 60 Dezibel (nachts) an keinem Wohngebäude erreicht werden.

Damit will sich die Koalition im Bezirk diesmal nicht zufrieden geben. „Ich lade die Entscheidungsträger gerne mal zu zwei Wochen Urlaub in Rhynern ein, damit sie sich selbst ein Bild davon machen können“, so Obering. Harald Lemm ergänzte die Kosten-Nutzen-Gegenüberstellung. „Schilder können für wenig Geld aufgestellt werden und erreichen viel in Bezug Lärmreduzierung, womit sich die Wohnqualität für die Bürger Rhynerns deutlich verbessern würde.

Sollte erneut eine Absage aus dem Ministerium kommen, könnte Lemm zur Not auch mit einem Kompromiss leben. „In anderen Bundesländern gibt es häufig ein Tempolimit in der Nacht“, erklärt er. „Das wäre ja schon einmal ein Schritt in die richtige Richtung.

Der Brief an NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst:

„Sehr geehrter Her Minister Wüst, immer wieder beklagen sich Bewohner:innen des Stadtbezirks Hamm-Rhynern über eine hohe Lärmbelastung durch die A2. Bereits seit einigen Jahren ist die steigende Lärmbelastung durch die Bundesautobahn A2 auch immer wieder Thema der lokalen Politik, die jetzt auf die Unterstützung der Landesregierung hofft, um den Bürger:innen des Bezirks ein Stück Lebensqualität zurückzugeben. Daher fordern wir die Einführung eines Tempo-Limits von 100 km/h auf der Autobahn A2 im Stadtbezirk Rhynern. Mit 92 000 Kfz/Tag (2020; 25.844.920 KFZ/Jahr) zählt der Abschnitt der Autobahn 2 in Rhynern zu einem der am höchsten frequentierten Abschnitte in ganz NRW. Damit liegt er deutlich über dem nordrhein-westfälischen Durchschnitt von circa 57 000 Fahrzeugen pro Tag. Da die Belastung zwischen den Jahren 2010 und 2015 noch bei lediglich circa 20 000 Fahrzeugen pro Tag lag, gehen wir von einem auch in der Zukunft steigenden Trend bei der Frequentierung dieses Abschnittes aus. Bereits jetzt liegen die Lärm- immissionen in Rhynern teilweise zwischen 70 und 75 dB, was Sie der Lärmkarte des Umwelt-Bundesamts entnehmen können. Eine Prognose zur weiteren Lärmentwicklung bis 2030 zeigt keine Minderung der Immissionen. Wenn sich das Verkehrsaufkommen des Weiteren nicht verringert, wird die Lärmbelastung ebenfalls steigen. Eine durchgängige Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h im Abschnitt der A2 im Stadtbezirk Rhynern stellt daher eine dringend notwendige Maßnahme zur Verringerung der Lärmimmissionen sowie der Verbesserung der Verkehrssicherheit und der Reduktion von CO2-Emmissionen dar. Wir würden uns freuen, wenn Sie sich unserer Auffassung anschließen.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare