Ein wenig Hoffnung am trüben Corona-Himmel

Mit 250 Impfdosen geht‘s in Hamm los - Was ab 27. Dezember passieren soll

Um einen guten Schutz gegen das Corona- Virus aufzubauen, muss jeder zweimal geimpft werden. Wie lange die Wirkung anhält, ist derzeit noch nicht gesichert.	FOTO: DPA
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Um einen guten Schutz gegen das Coronavirus aufzubauen, muss jeder zweimal geimpft werden. (Symbolbild)

Direkt nach den Weihnachtstagen beginnt auch in Hamm das große Impfen. Viele Fragen ranken sich um die Thema, das mit so viel Hoffnung verbunden ist. Jetzt gibt es neue Informationen.

Hamm - Können uns die Zahlen überhaupt noch schocken? 15 Todesfälle innerhalb der letzten sieben Tage, allein vier wurden am Freitag bekannt. Dazu wurden 91 Neuinfektionen innerhalb der letzten 24 Stunden registriert. Die Lage bleibt bedrohlich und lässt für die Zeit nach Weihnachten nichts Gutes erahnen. Alle Hoffnung liegt wohl auf dem Impfbeginn am 27. Dezember. 250 Chargen – so der Stand am Freitag – werden dann in Hamm erwartet. (News zum Coronavirus in Hamm.)

Impfbeginn

Als Erstes sollen die Seniorenheime bedient werden. In welcher Reihenfolge die 33 Einrichtungen in Hamm abgefahren werden, muss die medizinische Leitung des hiesigen Impfzentrums entscheiden. Prof. Dr. Lothar Reinken und Dr. Hans Wilhelm Haarmann haben diese Aufgabe übernommen. „Die Abstimmung läuft. Wir haben zwei Seniorenheime im Blick. Eines davon wird es am Ende sein – so wir denn tatsächlich die derzeit im Raumstehenden 250 Impfdosen erhalten werden“, sagte Reinken am Freitag.

120 Bewohner plus das Personal: So laute derzeit die Kalkulation. Bleibt am Ende Impfstoff übrig, so werde dieser an das Personal im Impfzentrum, an Feuerwehrleute oder Polizisten verimpft.

Herausforderung

Als erstes wird in Hamm wohl Impfstoff der Firma BionTech zur Anwendung kommen. Dieser wird – zentral von der Landesregierung gesteuert und heruntergekühlt auf minus 70 Grad – an die Seniorenheime ausgeliefert und dort im Kühlschrank behutsam aufgetaut. Insbesondere beim Aufziehen in eine Kanüle ist Vorsicht geboten, denn der Impfstoff ist von einer Fettblase umringt, die durch Erschütterungen platzen oder zerreißen könnte. Geschieht dies, ist die Dosis unbrauchbar.

Ferner muss gewährleistet sein, dass exakt nach 21 Tagen der Impfling die zweite Gabe erhält. Dies zu gewährleisten, wird ebenfalls eine Herausforderung werden. Sieben bis acht Tage nach dem zweiten Impfgang ist dann der Schutz vor dem Coronavirus wirksam. Der Grad soll 95 Prozent betragen.

Impfbereitschaft

Um die Impfaktion vorzubereiten, wird derzeit intensiv mit den beiden in Rede stehenden Senioreneinrichtungen kommuniziert. „Die Impfbereitschaft ist groß, das haben wir natürlich abgefragt“, sagte Reinken am Freitag. „Bislang gibt es niemanden, der sich nicht impfen lassen will.“

Aufbau des Impfzentrums an der Friedensschule in Hamm

Impfzentrum Hamm an der Friedensschule
Impfzentrum Hamm an der Friedensschule
Impfzentrum Hamm an der Friedensschule
Impfzentrum Hamm an der Friedensschule
Aufbau des Impfzentrums an der Friedensschule in Hamm

Start am Impfzentrum

Das Impfzentrum an der Friedensschule werde „definitiv nicht vor dem 4. Januar“ in Betrieb genommen, sagte eine Sprecherin der Kassenärztlichen Vereinigung am Freitag. Alles hänge von der Menge des zur Verfügung stehenden Impfstoffes ab. „Und die scheint nicht so groß zu sein, wie wir uns das alle wünschen würden.“

Das Meldeverfahren für Impfwillige werde ab Januar laufen. Bis dahin müsse man sich noch gedulden. Die Einrichtung der Technik sei noch nicht abgeschlossen. Es werde auf eine Anmeldung per Telefon, per App oder im Online-Verfahren herauslaufen.

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