Missbrauch an kleiner Tochter? Halbschwester sagt aus

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Im Missbrauchsprozess gegen einen 56-jährigen Hammer sind die Richter am Dortmunder Landgericht nicht zu beneiden. Sie müssen akribisch herausarbeiten, ob die massiven Vorwürfe der Tochter der Wahrheit entsprechen und diese ihren Vater womöglich ins Gefängnis bringen könnten.

Hamm/Dortmund – Die behaupteten sexuellen Übergriffe liegen mehr als 20 Jahre zurück, sollen sich in der damaligen Wohnung des Hammers in Pelkum zugetragen haben. Das damals acht und neun Jahre alte Kind soll zwischen April 1998 und April 1999 wiederholt von seinem Vater missbraucht und vergewaltigt worden sein, doch eine präzise Erinnerung an Details der behaupteten Übergriffe ist naturgemäß kaum möglich.

Wechselnde Partnerinnen und Wohnorte sowie mehrere Halbgeschwister liefern dem Gericht ein kompliziertes Puzzle aus möglichen Beweismitteln – der Angeklagte selbst beteuert seine Unschuld. Eine Halbschwester des mutmaßlichen Missbrauchsopfers schilderte jetzt das ambivalente Verhältnis zu ihrem Vater. Während sie nach ihren Erinnerungen selbst einmal unter der Dusche an ihrem Vater sexuelle Handlungen vornehmen sollte, habe sie trotzdem über Jahre ein tolles Verhältnis zu ihm gehabt: „Er war immer für mich da, hat immer zu mir gehalten“, schilderte sie die enge Beziehung zu dem Mann, den ihre Schwester nur immer wieder als „Erzeuger“ titulierte. Trotzdem habe sie immer wieder Angst vor ihm gehabt, sei als Kind regelmäßig verprügelt worden. Gleichzeitig aber musste die Zeugin sich von Verteidigerin Anke Richter Familienfotos zeigen lassen, auf denen sie mit dem vermeintlich so beängstigenden Vater strahlend bei Familienfeiern und Ausflügen in die Kamera schaute.

2018 kam angeblich heraus, dass der Angeklagte mehrere Familienmitglieder sexuell attackiert haben soll. Jahre zuvor war offenbar ein Strafverfahren wegen sexuellen Missbrauchs einer 15-Jährigen mit einem Freispruch des Hammers geendet.

Das Verfahren wird am Mittwoch fortgesetzt.

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