Jede Menge Fragen im Prozess um Missbrauch gegen Hammer (57)

Schlimmer Verdacht im MK: Ein Ehepaar aus Meinerzhagen soll seine eigenen Kinder (2/3) missbraucht haben.
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Ein Geschäftsmann aus Hamm steht in Dortmund vor Gericht. Er soll mehrere Jugendliche missbraucht haben. (Symbolbild)

Der Missbrauchsprozess gegen einen 57-jährigen Geschäftsmann aus Hamm wird wie geplant fortgesetzt. Die Anträge der Verteidigung auf vorzeitige Beendigung des Verfahrens hat das Dortmunder Landgericht zurückgewiesen.

Dortmund/Hamm – Nachdem die Polizei im Januar einen weiteren Datenträger mit neuen, möglichen Beweismitteln vorgelegt hat, wollte der Verteidiger des Angeklagten eigentlich den Stopp des Verfahrens durchsetzen. Die Richter der 31. Jugendschutzkammer entschieden sich jedoch dagegen. Noch immer sind nicht alle Zeugen vernommen worden. Und der Angeklagte hat auch noch jede Menge Fragen.

Der Vorsitzende Richter Ulf Pennig kündigte an, dass Ende März ein junger Mann aussagen soll, der inzwischen in Cottbus lebt. Vor einigen Wochen war eine erste geplante Vernehmung des Zeugen geplatzt, weil das Schneechaos eine gefahrlose Anreise ins Ruhrgebiet unmöglich gemacht hatte.

Inzwischen hat der junge Mann aber anscheinend noch ein anderes Problem. Er hat die Dortmunder Richter gebeten, ihm einen Vorschuss auf die Fahrtkosten zu überweisen, weil er ansonsten nicht anreisen könne. „Die Kollegen in Cottbus sind dazu anscheinend nicht in der Lage“, sagte Richter Pennig.

Auch Verstöße gegen Waffengesetz?

Der Zeuge soll einer von mehreren jungen Menschen sein, die sich bei dem Geschäftsmann für Gelegenheitsjobs bewarben und dann sexuell missbraucht worden sein sollen. Zwei weitere mutmaßliche Opfer will der 57-Jährige auf jeden Fall noch ein zweites Mal vernehmen lassen. „Mein Mandant hat eine Liste von rund 80 Fragen zusammengestellt, die er den Zeugen stellen möchte“, erklärte der Verteidiger.

Zu den ebenfalls angeklagten angeblichen Verstößen gegen das Waffengesetz hat der 57-Jährige ebenfalls eine andere Meinung als Staatsanwältin Stephanie Rößler. Die bei ihm gefundenen drei Signalpistolen seien allesamt legal aufbewahrt worden, sagte der Angeklagte jetzt.

Eine Waffe habe er durchaus auch im Handschuhfach seines Autos transportieren dürfen. Er habe sie nämlich zu einem Fachhändler zur Reparatur bringen wollen. Und das sei vom Gesetzgeber ausdrücklich erlaubt. Der Prozess wird Ende des Monats fortgesetzt.

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