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Mini-Düsenjets ärgern Anwohner am Flugplatz

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Von: Olaf Windgassen

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Modellflieger aus ganz Deutschland ließen am Wochenende ihre Mini-Düsenjets starten und landen.
Modellflieger aus ganz Deutschland ließen am Wochenende ihre Mini-Düsenjets starten und landen. © pr

HAMM - Anwohner am Hammer Flugplatz fühlten sich am vergangenen Wochenende massiv gestört, als ausnahmsweise auch in Hamm Düsenflieger abhoben und landeten – allerdings im Miniaturformat.

Von Olaf Windgassen

Der Hammer Luftsportclub hatte etwa 15 Modellfliegern aus ganz Deutschland einen Teil des Flugplatzes an zwei Tagen für ein privates Flugtreffen zur Verfügung gestellt.

„Am Samstagabend hat es plötzlich einen Knall gegeben, und einige Modellflugzeuge sind gelandet. Ich musste dann die Rollläden schließen und den Fernseher anschalten, um meine Ruhe zu haben“, berichtet ein Anwohner (Name ist der Redaktion bekannt). Am darauf folgenden Sonntagmorgen seien die Mini-Jets dann wieder geräuschvoll im Luftraum über dem Flugplatz unterwegs gewesen. „Ich finde das unmöglich, das ist schließlich ein Flugplatz für Sport- und Segelflugzeuge. Gestört hat mich nicht nur der Lärm. Das ist doch auch gefährlich, wenn so ein Flieger mal außer Kontrolle gerät. Ich habe daraufhin beim Flugplatz angerufen, aber die haben mich nicht ernst genommen“, beschwert sich der genervte Flugplatz-Nachbar.

Heinz-Michael Zwilling, stellvertretender Präsident des Luftsportclubs, kann die Beschwerde nicht nachvollziehen. „Auch Modellflieger mit Düsenantrieb kann man bezüglich der Lärmentfaltung keinesfalls mit den großen Fliegern vergleichen. Jeder Lkw ist mechanisch lauter“, sagt Zwilling. Bei den Gästen vom Wochenende habe es sich um befreundete Modellflieger gehandelt, die auch schon oft beim Flugplatzfest dabei waren. „Das Treffen war rein privater Natur. Daher musste es auch nicht angemeldet werden. Wir haben eine Zulassung für Modellflug; die reicht aus“, so der Vize-Chef der Hammer Luftsportler.

Sicherheitsbedenken sieht er nicht: „Wir haben alle Maßnahmen getroffen. Es gab ein Extra-Briefing für den Mischflugbetrieb. Und es war immer ein Startleiter mit Verbindung zum Tower zugegen. Der Modellflug ist sowieso nur in Sichtweite möglich, daher war der Flugbereich zu 99 Prozent auf den Flugplatz und bis zur Lippe begrenzt.“

Die moderne Technik der Modellfliegerei mit überwiegend gedoppelten Systemen böte einen sehr hohen Schutz vor Ausfällen. „Außerdem behandeln die Modellflieger ihre teuren Schätzchen grundsätzlich wie rohe Eier.“

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