Stadt Hamm wehrt sich gegen Vorwürfe

Coronavirus im Ludgeristift: 25 alte Mieter einfach übergangen?

Ds Ludgeristift in Hövl beherbergt nicht nur ein Altenheim, sondern auch Mietwohnungen. Diese sind räumlich mit dem Heimbereich verbunden.
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Ds Ludgeristift in Hövl beherbergt nicht nur ein Altenheim, sondern auch Mietwohnungen. Diese sind räumlich mit dem Heimbereich verbunden.

Werden die 25 Mieter des Ludgeristifts bei den aktuellen Corona-Maßnahmen in dem Höveler Senioren-Komplex übergangen? Diesen Vorwurf erhebt die Tochter einer Betroffenen. Die Stadt und der Betreiber wollen das so nicht stehen lassen.

Hamm – Im Gebäude des durch etliche Corona-Fälle belasteten Ludgeristifts Hövel gibt es nicht nur das Altenheim mit 57 Bewohnern, sondern auch 25 Mietwohnungen für alte Menschen. Beide Einheiten sind in vielen Bereichen verbunden. Die Tochter einer Mieterin beklagt in einem Brief an den WA nun „schockiert“, dass diese Mieter beim aktuellen Vorgehen dort keine Rolle spielten. Sie seien trotz ihres teils hohen Alters und entsprechender Vorbelastungen nicht informiert, geschweige denn getestet worden. Die Behörden habe sie telefonisch nicht erreichen können, ergänzt die Frau.

Die Stadt weist die Vorwürfe zurück. Eine Prüfung „sämtlicher Kontaktketten aller infizierten Bewohner und Pflegekräfte“ habe gezeigt, dass es „keinen Kontakt zwischen Bewohnern beziehungsweise Pflegekräften und den Mietern“ gegeben habe, so ein Stadtsprecher. Das habe auch der Seniorchef des Ludgeristifts, Jürgen Metz, bestätigt.

Dennoch nehme die Stadt die Hinweise sehr ernst, ergänzt der Stadtsprecher; man werde die Situation im Blick behalten. Sollte sich eine neue Lage ergeben oder einer der Mieter Symptome oder ähnliches aufweisen, dann werde auch dort großflächig getestet. Hilfreich sei indes eine zusätzliche Info an die Mieter – allerdings müsse das Jürgen Metz veranlassen.

Stadt droht Heimen - Aufnahmestopp droht

Die Stadt hat unterdessen die Schlagzahl im Umgang mit den Hammer Seniorenheimen erhöht. Aus der Empfehlung, neu aufgenommene Bewohner zunächst für 14 Tage zu isolieren, wurde inzwischen eine Anordnung. Sollte gegen die Einzelverfügung verstoßen werden, wird für das Heim ein Aufnahmestopp angeordnet.

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