Landmetzgerei Kohlhase in Werries startet Hofverkauf

Hofladen statt Metzgerei: die Kunden finden es „super“

Verkaufswagen von Metzgermeister Karsten Schüpstuhl und Kundin
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Metzgermeister Karsten Schüpstuhl (rechts) ist begeistert. Sein Hofladen in Werries läuft wie geschmiert.

Ein kleiner Aushang am Ladenlokal war alles, was Anfang Oktober auf den Neustart der „Landmetzgerei Kohlhase“ als Hofladen im Hinterhof der Braamer Straße 69 hindeutete. Und doch hat sich die Rückkehr des „Dorfmetzgers“ schnell in Werries und Umgebung herumgesprochen. Metzgermeister Karsten Schüpstuhl kommt an manchen Tagen kaum mit der Arbeit kaum hinterher.

Werries – Der 54-Jährige betreibt die letzte Metzgerei im Ort nun als Ein-Mann-Betrieb und macht daher von der Produktion der Wurst- und Fleischwaren bis zum Verkauf immer donnerstags, freitags und samstags alles alleine. Ein Umstand, den viele Kunden unterstützen möchten. Wir haben uns umgehört, warum ihnen „ihre Metzgerei“ so sehr am Herzen liegt. „Hier weiß ich, was ich bekomme“, sagt Kunde Werner Heitmann, der auch früher schon gerne zur Landmetzgerei ging. Ein Grund: „Hier gibt es regionale Produkte.“

„Die Qualität ist ausschlaggebend“, findet der Werrieser Peter Seese, der ebenfalls Stammkunde bei Kohlhase ist, auch früher schon. Dass Karsten Schüpstuhl nun mit einem Verkaufswagen im Hinterhof des alten Ladenlokals weitermacht, freut Seese daher sehr. „Er war überhaupt nicht weg“, scherzt er und lächelt. Schade findet er nur, dass es nun keinen Aufschnitt mehr zu kaufen gibt. Angesichts dessen, dass es sich um einen Ein-Mann-Betrieb handelt, hat Seese dafür aber Verständnis. „Am Wochenende gibt es aber Mett, das ist gut“, freut er sich.

Das Verständnis für die begrenzte Auswahl mit bis zu 40 verschiedenen Fleisch- und Wurstwaren ist auch bei anderen Kunden groß. Auch dann noch, wenn die Verkaufstheke mal nicht mehr so prall gefüllt ist. So, wie am gestrigen Freitag. Denn nach der erneuten Lockdown-Ankündigung wollten sich viele Kunden vorsichtshalber mit genug Lebensmittel eindecken, auch wenn alle Lebensmittelhändler weiterhin geöffnet haben. „Selbst im März war es nicht so voll wie jetzt“, sagt Metzgermeister Karsten Schüpstuhl und vergleicht die aktuelle Resonanz mit dem Weihnachtsgeschäft. Kein Wunder also, dass er nächsten Donnerstag keinen Verkauf anbietet und stattdessen für Nachschub sorgen möchte. Nächste Woche Freitag und Samstag ist der Verkaufswagen aber wie gewohnt geöffnet.

Dass die Auswahl nicht mit einer Supermarkttheke mithalten kann, ist vielen Kunden wegen des Ein-Mann-Betriebs klar. So auch Antje Uschdraweit aus Ahlen. Was die „Landmetzgerei Kohlhase“ ausmacht? „Man wird freundlich bedient und alles ist lecker“, sagt sie und kommt deshalb jede Woche wieder. Besonders gerne kaufe sie im Sommer Grillwurst, erzählt sie mit einem Lächeln. Ähnlich ist es bei Angela Ritterbach. Was sie über den Neustart von Karsten Schüpstuhl denkt? „Ich finde es super“, bringt sie es auf den Punkt.

Über so viel Resonanz, Verständnis und Geduld von den Kunden freut sich der 54-Jährige Hofladenbetreiber natürlich sehr – auch wenn das viel Arbeit bedeutet. Zu schätzen weiß er das genauso, wie auch, dass sich alle an Abstandsregeln halten. „Seit Corona nehmen die Menschen viel mehr Rücksicht“, sagt Schüpstuhl, der übrigens viel Freude am Austausch mit den Kunden hat. „Früher kannte ich die Namen nur von den Bestellzetteln, jetzt kann ich sie auch einem Gesicht zuordnen“, sagt er und lächelt.

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