Verfeinde Nachbarn vor Gericht

Bluttat in Heessen: Angehörige wollen Messerstecher entlasten

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Hamm/Dortmund – Die Prozessbeteiligten am Dortmunder Schwurgericht sind nicht zu beneiden um den Versuch der Aufklärung einer Messerstecherei in Heessen.

Zu der Messerstecherei war es zwischen zwei verfeindeten Nachbarn gekommen. Angeklagt ist ein 29-Jähriger; er soll seinen Nachbarn mit dem Messer verletzt haben. Zu Prozessbeginn gab er auch zu, am 4. Februar seinen türkischen Landsmann und Hausnachbarn während eines Streits mit einem Messer attackiert zu haben. Er sei dabei in einer Art Notwehrsituation gewesen.

Das 56-jährige Opfer hingegen erklärt, der 29-Jährige habe Morddrohungen ausgesprochen. Er fühlt sich bestätigt durch Zeugenaussagen seiner Angehörigen.

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Seit vielen Jahren tief zerstritten

Am jüngsten Verhandlungstag sagten nun zahlreiche Angehörige des wegen versuchten Totschlags angeklagten Mannes aus und versuchten, die Vorwürfe gegen ihren Verwandten abzumildern. So wollen weder die Eltern noch die Schwester des Angeklagten eine gefährliche Situation mit Morddrohungen wahrgenommen haben. Auch habe niemand ein gezücktes Messer gesehen.

Fest steht nach der Befragung etlicher Zeugen, dass beide Parteien offenbar seit vielen Jahren zutiefst zerstritten sind. Das Tatgeschehen haben offenkundig alle Beteiligten und Zeugen als chaotisch und hektisch wahrgenommen.

Seit fünf Monaten in U-Haft

Auch der Angeklagte hatte zu Prozessbeginn von einem Tohuwabohu gesprochen, in dessen Verlauf er einen Fehler gemacht habe. Er sitzt wegen des Tatvorwurfs mittlerweile seit fünf Monaten in Untersuchungshaft.

Das Gericht wird anhand der bisherigen Zeugenaussagen darlegen, ob die angeklagte Tat als versuchter Totschlag oder eventuell „nur“ als gefährliche Körperverletzung zu bewerten ist.

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