An Staatsanwalt geschrieben

Messerstecher von Königsstraße will mit Brief Dinge richtig stellen: „Ich war panisch, blutüberströmt und halb tot“

Erst beschäftigte der blutige Vorfall in der Königstraße zahlreiche Einsatzkräfte und inzwischen seit Monaten die Justiz.
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Erst beschäftigte der blutige Vorfall in der Königstraße zahlreiche Einsatzkräfte und inzwischen seit Monaten die Justiz.

Am Dortmunder Schwurgericht ist der Prozess um eine blutige Messerattacke auf einen Jugendlichen in der Königstraße fortgesetzt worden. Dabei wurde ein höchst emotionaler Brief des Angeklagten verlesen.

Dortmund/Hamm - Die Staatsanwaltschaft wirft dem inzwischen 41-Jährigen versuchten Mord vor. Im September 2019 war es zu einer heftigen Auseinandersetzung zwischen ihm und dem Jugendlichen sowie weiteren Mitgliedern aus dessen Familie gekommen.

Auf gefesselten 16-Jährigen eingestochen

Und obwohl die Polizei bereits vor Ort eingetroffen war und den 16-Jährigen gefesselt hatte, soll der Angeklagte noch einmal in seine Wohnung gelaufen sei, ein Messer geholt und auf den Jungen eingestochen haben. Erst ein Schuss aus der Dienstpistole eines Beamten setzte ihn damals außer Gefecht.

Bis heute hält der Angeklagte die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft und den Umgang mit seiner Person für falsch und nicht akzeptabel. Aus diesem Grund hat er aus der Untersuchungshaft einen Brief an den Leitenden Oberstaatsanwalt von Dortmund, Volker Schmerfeld-Tophof, geschrieben.

Es „müssen viele Dinge richtiggestellt werden“

Darin heißt es: „Ich erlaube mir, mich persönlich an Sie zu wenden, denn in diesem Fall müssen viele Dinge richtiggestellt werden.“ Nicht er, sondern die Gruppe um den 16-Jährigen hätten den Streit begonnen. Zu fünft hätten sie ihn im Hausflur zusammengeschlagen und mit einem Messer attackiert. „Ich war panisch, blutüberströmt und halb tot“, schreibt der 41-Jährige. Und vor allem habe er sich nur gewehrt.

Der Angeklagte will nämlich gar nicht mitbekommen haben, dass der Jugendliche bereits gefesselt war. Ja nicht einmal die Anwesenheit der Polizei will er bemerkt haben. „Ich war wie in einem Tunnel, außerdem habe ich keine Sirenen gehört“, schrieb er an den Leitenden Oberstaatsanwalt. Aus seiner Sicht habe er also in Notwehr gehandelt. Deshalb die Bitte: „Ich sehe mich als unschuldig. Ich will zurück zu meiner Familie, von der ich damals einfach weggerissen wurde.“ Der Prozess wird fortgesetzt.

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