Prozess in Dortmunfd

Messerstecher vom Lippepark hat offenbar Alkoholproblem

Prozessauftakt am Schwurgericht.
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Der Angeklagte (Mitte, gepixelt) und Verteidiger Norbert Velser aus Hamm vor Gericht in Dortmund.

Der geständige Messerstecher vom Lippepark hat ganz offensichtlich ein schwerwiegendes Alkoholproblem. Das wurde deutlich, als sich der 21-jährige Angeklagte jetzt vor dem Dortmunder Schwurgericht weiter zu den Vorwürfen der Staatsanwaltschaft äußerte.

Dortmund/ Hamm – Nachdem der junge Mann zuletzt bereits die Messerattacke auf einen Freizeitfußballer im Lippepark eingeräumt hatte, sollte er sich nun an die zweite angeklagte Tat erinnern. Laut Staatsanwaltschaft soll er am Nikolausabend 2020 in Kamen ein Paar auf offener Straße erst sexuell belästigt und anschließend verprügelt haben.

Was der 21-Jährige zu diesem Vorfall zu sagen hatte, ähnelte auf verblüffende Weise seiner Aussage zur Messerattacke im Lippepark. Auch an diesem Abend habe es Ärger mit seiner Freundin gegeben. Und abermals habe er große Mengen Alkohol getrunken gehabt. „Eine Flasche Whisky wird das wohl gewesen sein“, sagte der Angeklagte den Richtern.

Der einzige Unterschied zwischen den beiden Taten dürfte für die Richter dagegen keinerlei Bedeutung haben. War es vor der Messerattacke auf den Fußballer im Lippepark eine Flasche „Chivas Regal“ gewesen, die im Magen des jungen Mannes landete, bevorzugte er vor seinem Ausflug nach Kamen eine Flasche „Jim Beam“.

Messerstecher vom Lippepark: Faustschläge ohne Vorwarnung

Tatsache ist: Obwohl er die ganze Flasche geleert hatte, setzte sich der Angeklagte damals noch ans Autosteuer, um zusammen mit einem mindestens ebenso betrunkenen Freund nach Kamen zu fahren. Dort angekommen, wusste man aber irgendwann nicht mehr, wo genau man sich befand. Da tauchte ein Paar plötzlich auf dem Bürgersteig auf.

Statt höflich zu fragen, wie er denn bitte so schnell wie möglich zur Autobahn komme, fasste der 21-Jährige der Frau jedoch sofort ans Gesäß. Und als deren Freund protestierte, versetzte er diesem ohne Vorwarnung fünf bis sechs Faustschläge ins Gesicht.

Messerstecher vom Lippepark: Für Erinnerung zu betrunken

In diesen Grundzügen will der Angeklagte auch diese Tat nicht bestreiten. Nach Einzelheiten und vor allem nach seinem Motiv dürften ihn die Richter aber bitte nicht fragen, sagte er. Dafür sei er einfach viel zu betrunken gewesen.

Dass diese Einschätzung richtig sein dürfte, bestätigen Aufnahmen einer Überwachungskamera einer Tankstelle, die in dieser Nacht gemacht wurden. Darauf ist zu sehen, wie sich der Angeklagte mit beiden Händen an die Zapfsäule stützen muss, während er tankt. Freihändig stehen konnte er wohl nicht mehr.

Der Prozess wird fortgesetzt.

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