Neues Kapitel im Königstraßen-Prozess

Messerattacke in der Hammer City: Täter galt als aggressiv

Bluttat in der Königstraße in Hamm.
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Erst beschäftigte der blutige Vorfall in der Königstraße zahlreiche Einsatzkräfte und inzwischen seit langer Zeit die Justiz.

Im Prozess um die mutmaßliche Messerattacke auf einen gefesselten Jugendlichen auf der Königstraße beleuchtet das Dortmunder Schwurgericht jetzt das Vorleben des Angeklagten. Ist der Mann schon früher durch Gewalttaten aufgefallen?

Dortmund/Hamm – Die Staatsanwaltschaft ist davon überzeugt, dass der 41-Jährige schon vor der Bluttat von September 2019 eine Art tickende Zeitbombe war. Mindestens eine frühere Verurteilung steht auch bereits in seinem Vorstrafenregister. Dazu gesellen sich weitere Vorwürfe, die von der Staatsanwaltschaft bislang mit Blick auf die angeklagte Tat nicht weiter verfolgt worden sind.

Zum Beispiel soll der heute 41-Jährige im Oktober 2016 einen Passanten mit der Faust geschlagen haben, nachdem dieser gerade einen Supermarkt verlassen hatte.

„Ich kam aus dem Laden und sah diesen Typen, der mich die ganze Zeit so komisch anstarrte“, erinnerte sich das Opfer des Schlages jetzt als Zeuge vor Gericht. Er sei dann auf den Angeklagten zugegangen, um ihn zu fragen, ob er ein Problem habe. „Aber er wollte nicht reden, er wollte nur schlagen“, sagte der 36-Jährige den Richtern.

Immer wieder höhnische Einwürfe

Der Angeklagte kommentierte die Zeugenaussage immer wieder mit höhnischen Einwürfen. Und als es ihm schließlich offensichtlich zu viel wurde, platzte es aus ihm heraus. „Du Lügner“, herrschte er den 36-Jährigen an. Ein Justiz-Wachtmeister brachte ihn aber sofort wieder zur Ruhe.

Anfang 2017 soll der heute 41-Jährige auch in seiner damaligen Nachbarschaft immer wieder angeeckt sein. Ein Mann, der damals in der Wohnung direkt unter dem Angeklagten lebte, sagte in seiner Zeugenaussage: „Er hat seine Freundin regelmäßig verprügelt. Vor allem, wenn es warm war und die Fenster offenstanden, war das nicht zu überhören.“

Die ganze Nachbarschaft sei froh gewesen, als der Angeklagte schließlich umgezogen sei.

Polizeieinsatz in der Königstraße

Polizeieinsatz in der Königstraße

Schuss verhinderte weitere Messerstiche

Im September 2019 ereignete sich schließlich die jetzt angeklagte Tat, die Oberstaatsanwalt Carsten Dombert als versuchten Mord angeklagt hat. Nach einer Auseinandersetzung mit einem Jugendlichen auf der Königstraße war die Polizei damals bereits eingeschritten und hatte den 16-Jährigen mit Handschellen gefesselt. In diesem Moment soll der Angeklagte ein Messer geholt und auf das wehrlose Opfer eingestochen haben. Erst ein Schuss aus der Dienstpistole eines Beamten brachten den 41-Jährigen angeblich davon ab, weiter zuzustechen.

Wie lange sich der seit März laufende Prozess noch hinziehen wird, ist aktuell nicht abzusehen. Die Richter haben noch mindestens zwei Verhandlungstage im Dezember angesetzt. Nicht ausgeschlossen sind jedoch weitere Anträge der Verteidigung, die ein Urteil weiter verzögern würden.

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