So reagieren hiesige Politiker auf das Attentat

Altena gibt in Hamm zu denken: Auch Hunsteger oft bedroht

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Thomas Hunsteger-Petermann

Hamm - Nach dem Mordanschlag auf den für seine Flüchtlingspolitik bundesweit bekannten Altenaer Bürgermeister Andreas Hollstein (CDU) ist die Betroffenheit unter Hamms führenden Kommunalpolitikern groß.

Oberbürgermeister Thomas Hunsteger-Petermann übermittelte sofort Worte der Anteilnahme sowie Genesungswünsche an Hollstein. Auswirkungen auf politische Veranstaltungsformate in Hamm soll dieser erneute Übergriff auf einen Kommunalpolitiker nach dem Mordanschlag auf die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker im Oktober 2015 unterdessen nicht haben. Darin stimmen Vertreter aller Parteien überein.

Auch als Bürgermeister einer kleinen Stadt im Sauerland könne man sich nicht sicher fühlen, so der OB. Er selbst sei ebenfalls schon häufig bedroht worden, habe einmal sogar für eine Woche unter Polizeischutz gestanden, sagte Hunsteger. Die Beschimpfungen seien in der Regel von Fremdenhass erfüllt gewesen.

Altenas Bürgermeister Hollstein mit Messer angegriffen

"Man erkennt nicht, wenn es jemand ernst meint"

„Es hat sich viel verändert. Ich gehe heute nicht mehr so unbeschwert in die Öffentlichkeit wie früher. Man erkennt ja nicht, wann es jemand ernst meint“, sagte der OB, der ebenfalls für eine ausländerfreundliche Politik bekannt ist. Dennoch werde er weitermachen wie bisher. „Ich will auch keine erhöhten Sicherheitsmaßnahmen für mich.“

Herter: Nicht einmauern und einschotten

Zuspruch bekommt Hunsteger-Petermann von Vertretern der anderen Hammer Parteien. „Personenschützer sind nicht die Lösung“, sagte SPD-Vorsitzender Marc Herter. „Ich rate uns allen, uns nicht einzumauern und abzuschotten, sondern weiterhin offen für die Demokratie einzutreten.“ Die Messerattentate auf Reker und Hollstein seien „feige und hinterhältig“ gewesen. „Aber wir dürfen uns in unserer politischen Haltung niemals durch körperliche Gewalt beeinflussen lassen“, so Herter.

Hilwig will keine Personenschützer

CDU-Vorsitzender Arnd Hilwig rät dem OB ebenfalls von Personenschützern ab. Es sei bedauerlich, dass Gewalt nun auch als Mittel auf der Ebene der Lokalpolitik angekommen sei. Deshalb spiele der Faktor Sicherheit heute eine andere Rolle bei Veranstaltungen der CDU.

FDP-Chef Müller gegen mehr Sicherheit

FDP-Parteichef Ingo Müller ist gegen neue Sicherheitsauflagen. „Security für jede öffentliche Veranstaltung, das will ich nicht.“

Grünen-Chef Burgard: Alles bleibt wie es ist

Auch Grünen-Parteichef Volker Burgard sieht nach dem neuerlichen Messerattentat auf einen Kommunalpolitiker keine Veranlassung, Grünen-Veranstaltungen anders abzusichern als bisher.

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