Reichte Rempler zum Ausrasten?

Messer-Attacke im Lippepark: Angreifer piekfein vor Gericht

Prozessauftakt am Schwurgericht.
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Prozessauftakt am Schwurgericht. Links im Bild ist Verteidiger Norbert Velser aus Hamm zu sehen.

Er wollte einfach nur mit seinen Freunden im Lippepark Fußball spielen. Doch der Abend des 20. März endete für einen 34-jährigen Mann mit schweren Messerstich-Verletzungen im Krankenhaus. Seit Dienstag beschäftigt der Fall das Dortmunder Schwurgericht.

Dortmund/ Hamm - Schwarzer Anzug, weißes Hemd, glänzende Lederschuhe: So herausgeputzt erschien der mutmaßliche Messerstecher zum Prozessbeginn im Gerichtssaal. Während Staatsanwalt Jörg Schulte-Göbel in der Anklageschrift das Bild eines brutalen Gewalttäters zeichnete, schien der 21-Jährige zumindest optisch dagegenhalten zu wollen.

„Aus völlig nichtigem Anlass“, so der Staatsanwalt, soll der Angeklagte am Tatabend auf den 34-Jährigen losgegangen sein. Es heißt, den Fußballspielern sei der Ball in ein Gebüsch gerollt. Und bei dem Vorhaben, ihn zurückzuholen, sei der Kicker dem Angeklagten zu nahe gekommen.

Der 21-Jährige soll damals behauptet haben, er sei angerempelt worden. Und das reichte offenbar, um völlig auszurasten. Laut Anklage versetzte der Angreifer dem 34-Jährigen sofort mehrere Faustschläge und brachte ihn so zu Boden. Dann soll er ein Messer gezückt und mindestens zweimal zugestochen haben.

Messer-Attacke im Lippepark: nicht der erste Gewaltexzess

Der erste Stich verursachte eine zehn Zentimeter lange Wunde am Bauch. Der zweite drang in den Rücken ein und verletzte laut Anklage nur deshalb keine inneren Organe, weil die Klinge am Beckenknochen abprallte.

Schon während des Gerangels sollen mehrere Freunde dem 34-Jährigen zur Hilfe gekommen sein. Angeblich wurde einer von diesen später sogar auch noch selbst angegriffen, nachdem der 21-Jährige mitbekommen hatte, dass die Polizei und Rettungskräfte alarmiert worden waren.

Der Ausraster im Lippepark war anscheinend nicht der erste Gewaltexzess im Leben des 21-Jährigen. Schon am Nikolaustag 2020 soll er in Kamen auf offener Straße ein junges Paar belästigt und verprügelt haben.

Messer-Attacke im Lippepark: Angeklagter will aussagen

Staatsanwalt Jörg Schulte-Göbel hat ihn nun auch wegen dieses Vorfalls angeklagt. Er ist davon überzeugt, dass der Herringer erst die Frau obszön befummelte und anschließend deren Freund zusammenschlug, weil dieser ihr helfen wollte. Zum Schluss soll er außerdem das Mobiltelefon der Frau auf den Boden geworfen und zerstört haben.

Ob der Angeklagte die Taten einräumt, wird sich erst später im Prozess zeigen. Am ersten Verhandlungstag wurde lediglich die Anklageschrift verlesen, weil der vom Gericht eingesetzte psychiatrische Sachverständige den Termin nicht persönlich wahrnehmen konnte. Klar ist jedoch, dass der Angeklagte Angaben zur Sache machen möchte. Das kündigte Verteidiger Norbert Velser am Dienstag an.

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