Rechte sollen Ex-Kneipe nicht mehr nutzen

Vermieter kündigt Vertrag mit Neonazi

Die Räumlichkeiten der ehemaligen Kneipe „Melody“ wurden vor einigen Wochen von einem Neonazi angemietet.

HAMM - Treffen von Rechtsradikalen oder NPD-Sympathisanten in der ehemaligen Gaststätte „Melody“ an der Werler Straße sind möglicherweise schon bald Geschichte. Der Vermieter des Objekts will alles daransetzen, dieses Intermezzo, das am Samstag nach einer Rechten-Veranstaltung publik geworden war, möglichst rasch zu beenden.

„Nach Kenntnis des WA-Artikels hat der Vermieter sofort einen Rechtsanwalt eingeschaltet“, heißt es in einer schriftlichen Stellungnahme, die seit Mittwoch dem Anzeiger vorliegt. „Der Vermieter hat den abgeschlossenen Mietvertrag wegen arglistiger Täuschung angefochten, hilfsweise die fristlose Kündigung erklärt und die unverzügliche Herausgabe der Räumlichkeiten gefordert. Der Vermieter wird alle ihm zustehenden rechtlichen Möglichkeiten einleiten, um die Räumungsforderung durchzusetzen.“

Ob und wie schnell Mieter Sascha Krolzig, einer der Aktivisten der Kameradschaft Hamm, dies in die Tat umsetzt, blieb am Mittwoch unklar. Auf ihrer Homepage hatte die Kameradschaft Hamm am Montag die Nutzung der Ex-Kneipe als unspektakulär darzustellen versucht. „Offensichtlich hat ein junger Nationalist die Räume der ehemaligen Kneipe ,Melody’ angemietet, um sich dort mit seinen Freunden zwecks gemeinsamer Freizeitgestaltung zu treffen“, ist dort nachzulesen.

Wie berichtet, hatte der Oberbürgermeister angekündigt, dass die Stadt eine Gaststättenkonzession „freiwillig nicht erteilen“ werde. Stadtsprecher Christian Strasen stellte am Mittwoch klar, dass eine solche bislang auch nicht beantragt worden war.

Wie berichtet, hatte ein führendes Mitglied der nordrhein-westfälischen Neonazi-Szene in Hamm eine ehemalige Gaststätte angemietet. Nach Angaben der Antifaschistischen Aktion Hamm und der Antifa United (Kreis Unna) fand dort am vergangenen Samstag erstmals eine "Schulungsveranstaltung" der NPD statt. Das Haus an der Werler Straße sei zudem Treffpunkt von Mitgliedern der Neonazi-Gruppe "Kameradschaft Hamm".  

Nach zwei Hinweisen aus der Bevölkerung schaute eine Streife an der Werler Straße nach dem Rechten. "Da ist wohl etwas gewesen, aber es gab keine Hinweise auf eine Versammlung oder Veranstaltung", sagte ein Polizeisprecher damals. Dennoch war sich Justus Moor, Mitglied des Hammer antifaschistischen Bündnisses Haekelclub 590, sicher, dass es dort eine größere Veranstaltung mit rund 50 Rechten unter Beteiligung der NPD gegeben hat. Mehrere führende NPD-Funktionäre seien vor Ort gesehen worden. "Dass die Rechten in Hamm einen festen Standort haben, ist bislang einmalig", so Moor. - WA/fl

Hinweis:

Die offene Kommentar-Funktion steht bei diesem Thema wegen erhöhter Missbrauchsgefahr nicht zur Verfügung. Gleichwohl sollen seriöse Meinungen natürlich ein Forum erhalten. Wer seinen Beitrag unter diesem Thema sehen möchte, sendet diesen bitte per E-Mail an internet@wa.de. Außerdem sind Leserbriefe für die Printausgabe selbstverständlich willkommen. - Die Redaktion

Leser-Kommentare:

Alfred_Tetzlaff: "Das ist mal eine klare Ansage gegen rechts. Und nicht das was letztens von den Jusos in der Printausgabe zu lesen war von wegen kein Bierausschank an Neonazis in Hammer Kneipen. Vollkommener Blödsinn da sich dieses schlecht durchführen lässt."

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion