Startschuss zum Abtragen des Walls

Meilenstein für Heinrich Robert: Die „Verbotene Stadt“ wird geöffnet

Im CreativRevier wurde mit dem Abriss des Sicht- und Schutzwalls begonnen.
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Bagger im Einsatz: Im CreativRevier wurde mit dem Abriss des Sicht- und Schutzwalls begonnen.

Im CreativRevier Heinrich Robert haben die Arbeiten zum Abtragen des rund 500 Meter langen Walls an der Kamener Straße begonnen. Schon bald wird es freie Sicht auf viele Gebäude des ehemaligen Bergwerks geben. 

Pelkum/Herringen – Es ist ein Meilenstein in der Entwicklung der ehemaligen Zeche Heinrich Robert zum CreativRevier für Hamm: Am Montag wurde dort mit dem Abtragen des Walls zwischen der Kokereistraße und dem Netto-Markt an der Kamener Straße begonnen. Dadurch werde man schon bald freie Sicht auf das CreativRevier haben, freute sich Oberbürgermeister Marc Herter. Eine für lange Zeit „verbotene Stadt“ werde endlich geöffnet, frohlockte er.

Insgesamt rund 40.000 Kubikmeter Bergematerial sollen in den kommenden Wochen abgetragen werden. Die anfallenden Massen verbleiben auf dem Gelände, da sie für die Profilierung des etwas weiter östlich geplanten Landschaftsbauwerks auf dem ehemaligen Kokereigelände benötigt werden. Andreas Boermann, der als Projektingenieur der RAG Montan Immobilien (RAG MI) für die Sanierung des Areals verantwortlich ist, geht davon aus, dass sich die Arbeiten am Wall bis Ende April hinziehen werden. „Die Voraussetzung ist natürlich, dass das Wetter mitspielt.“

Fläche soll modernstes Quartier werden

Das Abtragen des Walls war aber nicht die einzige gute Nachricht an diesem Tag. OB Herter kündigte zudem an, dass in der anstehenden Sitzungsrunde gleich vier Beschlussvorlagen zum CreativRevier auf der Tagesordnung stehen. Es handelt sich dabei um Aufstellungsbeschlüsse von verschiedenen Bebauungsplänen. Mit ihrer Hilfe wolle man aus der städtebaulichen Rahmenplanung eine verbindliche Bauleitplanung machen und damit die Voraussetzungen für vielfältige Nutzungen schaffen, angefangen von Wohnen über Gewerbe bis hin zur Kreativwirtschaft und Freizeiteinrichtungen, so Herter. Der OB geht davon aus, dass auf dem rund 55 Hektar großen Gelände des ehemaligen Bergwerks das „modernste Quartier in Hamm“ entstehen wird, beispielsweise was die Digitalisierung und die Klimafreundlichkeit betrifft.

„Verbotene Stadt“: Wallanstich macht künftiges CreativRevier sichtbarer

Wallanstich macht künftiges CreativRevier auf dem Gelände des früheren Bergwerks Heinrich Robert noch sichtbarer.
Wallanstich macht künftiges CreativRevier auf dem Gelände des früheren Bergwerks Heinrich Robert noch sichtbarer.
Wallanstich macht künftiges CreativRevier auf dem Gelände des früheren Bergwerks Heinrich Robert noch sichtbarer.
Wallanstich macht künftiges CreativRevier auf dem Gelände des früheren Bergwerks Heinrich Robert noch sichtbarer.
„Verbotene Stadt“: Wallanstich macht künftiges CreativRevier sichtbarer

Bis auch der letzte Zipfel des Geländes aus der Bergaufsicht entlassen ist, wird es allerdings noch einige Jahre dauern. Die RAG MI geht davon aus, dass die gesamten Sanierungs- und Rückbaumaßnahmen voraussichtlich Ende 2025/Anfang 2026 abgeschlossen sein werden, wobei Teilbereiche wie das Hauptgebäude natürlich schon vorher entwickelt werden können. „In fünf Jahren wird es hier richtig brummen“, so Thomas Middelmann von der RAG MI, die für die jetzt angelaufene Maßnahme zuständig ist. Mit ihr beweise man erneut Verantwortung für die Region, ähnlich wie bereits bei der Entwicklung des Industrie- und Gewerbeparks Radbod und der Entwicklung von Schacht Franz als Teil des Lippeparks. Beide Projekte seien gelungene Beispiele von Revitalisierungsprogrammen auf ehemaligen Bergbauarealen in Hamm.

Platz für Wohnen, Arbeiten und Genießen

Der Abriss des Walls liegt natürlich auch im Interesse von Gebäudeeigentümer und Ideengeber Jürgen Tempelmann. „Ich freue mich, dass es endlich losgeht“, sagte er.

Neben Herter und Tempelmann waren noch zahlreiche weitere Beteiligte der Einladung der RAG MI gefolgt, angefangen von den Bezirksbürgermeistern Axel Püttner (Pelkum) und Klaus Alewelt (Herringen) über CDU-Ratsherr Peter Scholz bis hin zu Martin Löckmann, Geschäftsführer der Entwicklungsagentur CreativRevier Heinrich Robert. „Das CreativRevier ist offen für alle Menschen, denn es bietet Platz für Wohnen, Arbeiten und Genießen“, sagte er. Axel Püttner erklärte, dass die Beseitigung des Walls den Blick auf das zweite Leben von Heinrich Robert eröffne. Und auch sein Herringer Kollege, der selbst viele Jahre auf Heinrich Robert gearbeitet hat, sieht die Öffnung mehr als positiv: „Wir freuen uns, dass die ,geheime Stadt’ nun geöffnet und die Veränderung sichtbar wird.“

Allerdings: Das Gelände darf man auch nach Beseitigung des Walls nicht betreten – es sei denn, es finden Veranstaltungen statt oder Bereiche wie das Hauptgebäude sind aus der Bergaufsicht entlassen. „Daher bleibt der Zaun zur Kamener Straße vorerst stehen“, erklärte Projektleiter Boermann.

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