Für mehr Toleranz: Suppenfest in Ulu-Moschee

HERRINGEN ▪ In einer Erklärung, die in den Moscheen und Kirchen vorgelesen wurde, haben die Christlich-Islamischen Gesprächskreise Pelkum/Wiescherhöfen/Herringen und Bockum-Hövel die Gewalttaten vom 11.

September 2001 verurteilt. Zudem haben sie sich die Frage gestellt, wie man sich konkret auch in Hamm für Toleranz und ein gutes Miteinander und gegen Extremismus und Gewalt einsetzen kann. „Wir möchten Position beziehen und uns abgrenzen von Gewalt und Extremismus in der Gesellschaft und in unseren jeweiligen Religionen. Die Mitglieder unserer Gemeinden und alle anderen Menschen möchten wir dazu gewinnen und auffordern, sich aktiv für ein friedliches und von gegenseitiger Toleranz und Interesse geprägtes Miteinander in unserer Gesellschaft und in dieser Stadt einzusetzen“, heißt es in der Erklärung.

In diesem Zusammenhang haben sich die Gesprächskreise vor allem drei Fragen gestellt: Welche konkreten Auswirkungen haben die Erfahrungen von Gewalt und Extremismus auf unser Handeln in der gegenwärtigen Gesellschaft? Wie können die verschiedenen gesellschaftlichen Gruppierungen dazu beitragen, dass Gewalt und Extremismus eingedämmt und bekämpft werden? Wie kann man Menschen zu gewaltlosem Engagement in unserer Gesellschaft gewinnen?

Ganz konkret bezieht sich der Gesprächskreis dabei auf Aktionen gegen Menschen aus dem Vorstand der Hammer Jusos, die derzeit von „rechten Kameradschaften bedroht und eingeschüchtert werden“. Auch aus diesem Grund bereitet der Gesprächskreis eine Gegenveranstaltung zu der für den 1. Oktober in Hamm geplantenen Demonstration der Neo-Nazi-Szene statt. So veranstaltet der Christlich-Islamische Gesprächskreis Pelkum/Wiescherhöfen/Herringen an diesem Tag von 12 bis etwa 16 Uhr auf dem Gelände der Herringer Ulu-Moschee an der Dortmunder Straße ein Suppenfest. Es handelt sich dabei um eine Veranstaltung von Migranten aus verschiedenen Ländern. Dabei bringen alle teilnehmenden Gruppierungen landestypische Suppen mit, die den Gästen zum Verzehr angeboten werden. Überlegt wird auch der Verkauf eines Kochbuchs.

„Moscheevereine, die sich um Integration und ein friedliches und fruchtbares Miteinander in Hamm bemühen, brauchen unsere Akzeptanz und Unterstützung, damit sie für junge Muslime attraktiv bleiben und werden. Junge Menschen, die sich dort engagieren und eine Heimat finden, die auf ihre Moscheevereine und deren gesellschaftliches Wirken stolz sein können, werden viel weniger anfällig sein für extremistische Strömungen“, so der Gesprächskreis. Dasselbe gelte auch für andere religiöse Gemeinden und Gruppen. „Die toleranten, friedlichen und konstruktiven Strömungen in unserer Gesellschaft gilt es zu stärken“, so das Fazit. ▪ WA

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