Mehr Straftaten in Hamm trotz Corona-Lockdown

In Bad Oeynhausen soll ein Mann eine Frau getötet haben. Symbolbild.
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Überraschend angestiegen ist die Zahl der Straftaten in Hamm im Jahr 2020. (Symbolbild)

Der Corona-Lockdown bedeutet nicht gleichzeitig den Lockdown für Straftaten. Im Gegenteil: In Hamm ist das Gesamtaufkommen 2020 gegenüber dem Vorjahr um knapp 2000 angezeigte Delikte gestiegen.

Hamm – „Das ist unbefriedigend“, sagte Polizeipräsident Erich Sievert am Montag bei der Bekanntgabe der polizeilichen Kriminalitätsstatistik für das Jahr 2020. Das Erfreuliche: Hamm hält mit einer Aufklärungsquote von knapp 55 Prozent dagegen und liegt damit drei Prozent über dem NRW-Schnitt. Ob die Zahl von 15.553 Straftaten (2019: 13.591) auf insgesamt mehr Delikte oder möglicherweise auch auf mehr Anzeigenerstattungen zurückgeht, lasse sich schwer einschätzen, sagte die Leiterin der Direktion Kriminalität, Mareike Mentrup.

Das ebenfalls Erfreuliche am Unerfreulichen: Gegenüber dem Vorjahr verzeichnet die Polizei weniger herausragende Gewaltverbrechen: vier versuchte und zwei vollendete Tötungsdelikte. Im Jahr vorher waren es insgesamt neun.

Unter den Straftatengruppen macht Diebstahl mit 44 Prozent (2019: 45 Prozent) unverändert den höchsten Anteil aus. 6849 zur Anzeige gebrachte Taten sind der dritthöchste Wert der vergangenen zehn Jahre. Die höchsten Anstiege verzeichnet die Polizei in den Bereichen Taschen- und Fahrraddiebstahl.

Kriminalitätsentwicklung in Hamm im Jahr 2020: Die wichtigsten Infos

Kriminalitätsentwicklung in Hamm im Jahr 2020.
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Auf erfreulich niedrigem Niveau bleibt die Zahl der Wohnungseinbruchdiebstähle: Von 251 Taten blieben 125, also fast die Hälfte, beim Versuch stecken (2019: 265/125). „Hier zeigen die präventiven Maßnahmen Wirkung“, sagte Mentrup. Die Aufklärungsquote liegt allerdings nur bei zwölf Prozent. „Hier ist noch Luft nach oben“, stellte Behördenleiter Sievert fest. Bei einem Großteil ungeklärter Fälle sei eher von lokalen Tätern auszugehen, unter anderem als Beschaffungskriminelle.

Anders als in der Landesstatistik (plus 7,7 Prozent) lassen sich laut Sievert in den Lockdown-Monaten nach jetzigem Stand keine signifikant erhöhten Fallzahlen häuslicher Gewalt ausmachen. Vieles bleibe aber möglicherweise im Dunkelfeld und komme nicht zur Anzeige.

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