Zahlen vom Hegering Rhynern

Mehr Füchse, Rehe und Nutrias: Der Hegering Rhynern beobachtet mehr Tiere im Revier

Helfer bei der Jagd: Hegeringsleiter Dirk Sennekamp mit einem Frettchen, das bei der Jagd auf Hasen unterstützt.
+
Helfer bei der Jagd: Hegeringsleiter Dirk Sennekamp mit einem Frettchen, das bei der Jagd auf Hasen unterstützt.

Offenbar sind in Uentrop und Rhynern mehr Rehe unterwegs als noch vor einigen Jahren. Darauf deuten Zahlen des Hegerings Rhynern hin, der Jagden in den Stadtbezirken Rhynern und Uentrop (ohne die Gemarkung Mark) umfasst.

Rhynern/Uentrop – Hegeringsleiter Dirk Sennekamp und Burkhard Huffelmann, stellvertretender Kreisjagdberater der Stadt Hamm, haben zusammengetragen, wie viele Tiere in den einzelnen Jagdbezirken erlegt wurden und wie viele als Fallwild aufgefunden wurden – also bei Unfällen starben oder tot entdeckt wurden. „Dabei ist uns aufgefallen, dass der Fallwildanteil beim Rehwild trotz des Corona-Lockdowns um über zehn Prozent angestiegen ist“, sagt Sennekamp.

2019 wurden 118 Rehe tot aufgefunden oder bei Unfällen tödlich verletzt, 2020 waren es 130. Eigentlich hatte Sennekamp damit gerechnet, dass die Zahl des Fallwilds sinkt. Die gesamte Jagdstrecke bei den Rehen einschließlich der erlegten Exemplare umfasst 297 Tiere, auch das sind mehr als im Vorjahr (271). Rehe waren aufgrund einer försterlichen Stellungnahme vermehrt bejagt worden.

Diese Tiere werden am häufigsten gejagt

Die Jäger werten jedes Jahr aus, wie viele Tiere erlegt wurden und wie viel Fallwild es gab. Daraus lässt sich ein Rückschluss darauf ziehen, wie es um die einzelnen Tierpopulationen steht. Allerdings gibt es für das Jahr 2020 eine Schwierigkeit: Es wurden keine gemeinsamen Jagden durchführt, so dass die Streckenzahlen teilweise erheblich gesunken sind. Stattdessen fanden vor allem Jagden auf Einzelansitzen statt.

Rehe blieben 2020 neben Ringeltauben und Rabenkrähen die Tiere, die am häufigsten gejagt oder tot aufgefunden wurden. So stieg die Jagdstrecke bei Rabenkrähen von 360 auf 411, sie sank bei Ringeltauben von 489 auf 403.

Mehr Füchse und weniger Fasane im Revier

Die Zahlen deuten darauf hin, dass es nun wieder mehr Füchse gibt: Bei der Fuchsjagd gab es mit 249 Tieren (2019 waren es 242) ein Allzeithoch. Eingebrochen ist die Jagdstrecke bei Feldhasen von 224 auf 108, ebenso bei den Wildkaninchen von 40 auf 14 – diese Tiere wurden nicht gejagt, sondern nur tot ausgefunden. Erheblich ist der Rückgang bei den Fasanen von 223 auf 83.

Deutlich häufiger als 2019 waren Nutrias, die Jagdstrecke stieg von 160 auf 220 Tiere. Gerade die Bejagung von Nutrias ist den Jägern zufolge sehr wichtig, da sie die Böschungen an Gräben und Flüssen abfressen, so dass die Böschungen abrutschen können – das kann große Schäden verursachen.

Zu viele Waschbären im Revier

Bei den Waschbären war erstmals nach jahrelangen Steigerungen ein Rückgang der Strecke zu verzeichnen (von 498 auf 449). „Wir führen dies auf unsere intensiven Bemühungen zurück und hoffen, dass wir künftig den Zuwachs im Griffe behalten können“, sagt Sennekamp. Schließlich töten Waschbären Jungtiere und gefährden so andere Arten.

Der Hegering versucht, die Population von Waschbären einzudämmen. Dazu haben der Hegering und die Revierinhaber 30 Metallkastenfallen und zehn Betonrohrfallen angeschafft. Hierbei handelt es sich ausschließlich um Lebendfallen, die ständig von den Jägern kontrolliert werden. Die Metallfallen kosten 600 Euro, der Hegerin hat davon 400 Euro bezahlt.

Normalerweise werden die Streckenzahlen bei Jahreshauptversammlungen vorgestellt. Wann wieder eine solche Versammlung stattfindet, steht nicht fest. Dies gilt auch für die Ehrung der Jubilare aus den Jahren 2020 und 2021. „Wenn sich die Pandemielage durch die Steigerung der Impfzahlen und die Verringerung der Infektionen positiv entwickelt, werden möglicherweise auch im Herbst wieder gemeinsame Jagden möglich sein“, sagt Sennekamp.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare