Ein Beispiel aus Uentrop

Mehr Giftraupen als gedacht in Hamm - Kritik an der Stadt

Die Eichenprozessionsspinner haben die Eichenbestände im Uentroper Dorf seit einigen Tagen wieder fest im Griff.
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Keine Angst vor Meisen: Die Eichenprozessionsspinner haben die Eichenbestände im Uentroper Dorf seit einigen Tagen wieder fest im Griff.

Noch vor wenigen Tagen hatte die Stadt Hamm mitgeteilt, verhältnismäßig wenige Meldungen über Nester der Eichenprozessionsspinner erhalten zu haben. Diese Nachricht sorgte für Irritationen – nicht nur, aber auch in Uentrop. Warum – das berichtet Familie Kreutzberger. 

Hamm - In diesem Jahr gebe es noch recht wenige Meldungen über vom Eichenprozessionsspinnern (EPS) befallene Eichen, verkündete die Stadt Hamm noch vor wenigen Tagen. In Uentrop sorgte diese Nachricht für einigen Unmut. Wenn in der Zeit zwischen dem 3. und 28. Mai lediglich sechs Nester gemeldet worden seien, so dürften die fachkundigen EPS-Beseitiger zwei, drei Tage später noch nicht überlastet gewesen sein. Vor knapp drei Wochen hatte nämlich Familie Kreutzberger aus dem Südfelde ihre ersten Nester gemeldet. Leider, ohne dass sich seitens der Stadt etwas tat.

Mittlerweile sind – das zeigt auch ein Rundgang vor Ort – sämtliche Eichen in ihrer Straße gleich mehrfach mit Nestern der unbeliebten Raupe befallen. „Da habe ich unsere Kinder in der Coronazeit motiviert, die Nisthilfen phantasievoll zu bemalen. Kaum haben wir die hölzernen Kästen aufgehängt, kam schon der EPS und legte in einer der zahlreichen Eichen allein sieben Nester an“ erzählt Annika Kreutzberger, die regelmäßig den Ausschlag eincremt, mit dem ihre Kleinen seit dem Erscheinen der EPS geplagt sind.

Voller giftiger Härchen: ein Eichenprozessionsspinner an einem Baum in Uentrop.

Ihr Mann, Oliver Kreutzberger, ergänzt: „Zur Straße hin machen wir die Fenster gar nicht mehr auf. Durch den Wind lagen allerdings auch auf unserem Hof Eichenblätter. Vermutlich werden so auch Brennhaare rübergeflogen kommen.“ Einen direkten zeitlichen Zusammenhang zwischen den Ausschlägen und den EPS können die Kreutzbergers herleiten: „Wir waren vorletzte Woche im Urlaub, da hatten wir noch nichts. Jetzt kamen wir zurück, der Spinner war in den Bäumen vor unserer Tür unterwegs – und schon hatten meine Frau und die Kinder mit den juckenden Ausschlägen zu kämpfen.“ Ihren Nachbarn geht es indes nicht besser.

Eichenprozessionsspinner in Hamm: Mehr Nester wegen der Wärme

Der WA hat sich im Uentroper Dorf die Eichen genauer angesehen. Prägend sind die teils schon sehr alten Bäume nicht nur in der Uentroper Dorfstraße, der Hülshoffstraße und Auf dem Südfelde. Bei unserer Stichprobe entdeckten wir dort nicht eine Eiche, in dem der EPS sich nicht niedergelassen hat.

Auch die eingegangenen Meldungen bei der Stadt Hamm ergeben nun ein anderes Bild als noch vor einigen Tagen. Mitte letzter Woche war laut Stadtsprecher Lukas Huster von 50 bis 60 befallenen Bäumen die Rede. Mit der Wärme zieht aber auch die Anzahl der Nester an. „Mittlerweile sind wir schon wieder bei über 200“, sagt Huster nun. Vorrang bei der Beseitigung hätten nach wie vor das direkte Umfeld von Kitas, Schulhöfe und Spielplätze. „Ohne diese Priorisierung geht es einfach nicht“, so Huster.

Deshalb jucken die EPS-Haare:

Die Raupen des Eichenprozessionsspinners bilden Brennhaare aus, die das für Mensch und Tier gesundheitsschädliche Nesselgift Thaumetopoein enthalten. Nach Kontakt kann es beim Menschen zu Atemwegserkrankungen, vor allem zu Hautreaktionen kommen, nicht selten verbunden mit starkem Juckreiz.

Die Uentroper sind gespannt, ob und wie die Stadt für die nächsten Jahre ein effektives Konzept zur Bekämpfung der EPS erstellt und umsetzt.

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