Alle Anbieter, alle Kosten des Smartparking im Überblick

Neue Auswahl: So funktioniert das Parken per App in Hamm

Argjend Zeneli von der Stadt Hamm bestückt Parkautomaten mit neuen Hinweisaufklebern.
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Argjend Zeneli aus dem Sachgebiet „Verkehrstechnik und -lenkung, Straßenverkehrsbehörde“ hat gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen die Parkautomaten mit den neuen Hinweisaufklebern bestückt.

Beim Parken per App ist die Anbieter-Auswahl in Hamm deutlich gewachsen. Gerät man da nicht durcheinander? Und was kostet das eigentlich? Wir haben den Service für Sie ausprobiert.

Hamm - Wer auf den von der Stadt Hamm bewirtschafteten Parkplätzen sein Handy nutzt, um Gebühren zu entrichten, hatte bisher keine Wahl: Sunhill technologies besaß mit paybyphone ein Monopol. Seit dem 1. Dezember ist die Auswahl deutlich größer. Denn seither ist es möglich, bei allen deutschlandweit aktiven Dienstleistern ein Ticket digital mit dem Handy zu ziehen.

Auf der Internet-Plattform Smartparking sind die Dienste aller Anbieter verlinkt – derzeit sind es sieben. Zudem sind an allen Parkschein-Automaten Aufkleber angebracht, die auf das Parken per App hinweisen. Vier der Angebote sind darauf über einen QR-Code direkt zum Herunterladen anwählbar.

Auch paybyphone ist weiter verfügbar und mit zwei weiteren Anbietern über Smartparking anzusteuern. „Damit machen wir bei der Digitalisierung des Parkens den nächsten Schritt“, wird Oberbürgermeister Marc Herter auf der Internetseite der Stadt zitiert. Bezahlt wird zum Beispiel über die Dienstleister per Kreditkarte, PayPal oder Apple Pay. Auch eine Prepaid-Variante steht zur Verfügung. Eine Registrierung ist, bis auf paybyphone, in allen Fällen notwendig.

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Parken per App in Hamm - nur echte Parkzeit wird bezahlt

Das Angebot scheint vor allem für Pendler attraktiv: „Als Autofahrer habe ich ab sofort die Möglichkeit, frei zu wählen. Wenn ich zum Beispiel einen Anbieter aus einer anderen Kommune kenne, kann ich diesen jetzt auch in Hamm auswählen“, wird Christian Breßler zitiert, Leiter der Verkehrstechnik im Tiefbau- und Grünflächenamt der Stadt Hamm.

Das von der Stadt aufgerufene Entgelt für das Parken (30 Minuten frei, dann zehn, bei längerer Parkdauer fünf Eurocent pro drei Minuten) bleibt bei allen Anbietern gleich. Vorteil: Im Gegensatz zum Münzeinwurf zahlen die Nutzer nur die Zeit, die tatsächlich auch geparkt wird. Abgerechnet wird zum Teil erst am Monatsende. Zwar ist die Installation aller Apps kostenlos, jedoch addieren die Anbieter für diese und andere Services unterschiedlich hohe Zuschläge. Einen expliziten Hinweis darauf – wie zum Beispiel in Soest – gibt es auf der Homepage der Stadt Hamm nicht.

Parken per App in Hamm - Ordnnugsdienst kontrolliert Parker

Dennoch müsse man nicht lange zwischen den Anbietern vergleichen, um das günstigste Ticket zu bekommen. Es stelle einen zusätzlichen Service dar für alle, die in unterschiedlichen Städten Handyparken nutzen, sagt Breßler. Smartparking mache Schluss mit der lästigen Suche nach Kleingeld. Das spare Zeit, Geld und Nerven. Die Bewertungen der Apps im Netz reichen von „top Service“ bis hin zu „Abzocke“. Bemängelt werden bei einigen Diensten die Bedienbarkeit, lange Wartezeiten oder auch „Knöllchen“, obwohl die Parkzeit ordnungsgemäß abgerechnet war.

Kontrolliert werden Handyparker – wie alle anderen – durch den Ordnungsdienst (KOD) der Stadt Hamm. Dieser kann mit Hilfe eines Mobiltelefons und einer speziellen Software online überprüfen, ob ein digitales Ticket gelöst wurde.

Parken per App in Hamm - Anbieter und zusätzliche Kosten:

  • Mobilet: Guthaben auf Kundenkonto aufladen in Ein-Euro-Schritten (mindestens zehn Euro), zehn Cent Bearbeitungsgebühr pro Ticket.
  • Parco: Servicegebühr 0,15 Cent plus fünf Prozent der Parkgebühr zuzüglich Mehrwertsteuer.
  • Easypark: Je nach Stadt bis zu 15 Prozent (maximal 49 Cent) der Parkgebühren als Servicegebühr für jeden begonnenen Parkvorgang.
  • Park Now: Servicepauschale 25 Cent, ab 1. Januar 29 Cent.
  • Flowbird: Zehn Prozent Parkgebühr, minimum 15, aber maximal 50 Cent im Flex-Angebot, zwei weitere Möglichkeiten mit Mehrwert und Mehrkosten.
  • Parkster: Normales Parken und Abrechnen über die städtischen Gebühren hinaus kostenlos, Entgelte werden bei erweiterten Funktionen fällig (zum Beispiel Rechnungen per Post 2,99 Euro extra).
  • Paybyphone: Bisher war das in Hamm die einzige Möglichkeit im Angebot, in der Regel fallen hier zusätzlich zehn Prozent der Parkgebühren an.

Das Handy als Auto-Fernbedienung

Ein Mercedes-Fahrer startet die Me-App. Foto: Mercedes-Benz AG/dpa-tmn
BMW hat sein digitales Ökosystem "Connected Drive" getauft. Foto: BMW AG/dpa-tmn
Peter Henrich von BMW. Foto: Fabian Kirchbauer/BMW AG/dpa-tmn
BMWs "Connected Drive" bietet aktuelle Infos, Musikstreaming und die Smartphone-Integration via Apple Carplay oder Android Auto. Foto: Daniel Kraus/BMW AG/dpa-tmn
Das Handy als Auto-Fernbedienung

Parkster und paybyphone: Wie die Park-Apps funktionieren

Die Installation der Apps auf dem Smartphone – hier mit dem Betriebssystem Android – ist über die Verlinkung auf der Plattform Smartparking kein Hexenwerk. Bei der Suche nach freiem Parkraum über die Navigationsfunktion der Apps wird nicht nur jener unter städtischer Bewirtschaftung angezeigt, aber hervorgehoben.

Die Bedienung der App auf dem Parkplatz – hier am Nordenwall – ist bei paybyphone unter Angabe des Kfz-Kennzeichens sehr einfach. Die Wahl besteht zwischen der Brötchentaste für 30 Minuten kostenloses abstellen (mit einem Warnton auf dem Smartphone kurz vor Ablauf) und einer weiteren für länger dauerndes Parken – in diesem Fall zu zehn Eurocent pro drei Minuten bis zu zwei Stunden. Ein Piktogramm zeigt an, dass die Anmeldung erfolgreich war. Zum Beenden des Vorgangs wird lediglich eine Stopp-Taste gedrückt. Die Abrechnung erfolgt für nicht registrierte Nutzer über die Mobilfunkrechnung oder prepaid.

Parken per App in Hamm - Navigation nicht immer leicht

Bei Parkster sind die Funktionen ähnlich, und auch die reinen Parkgebühren werden übersichtlich angezeigt. Zunächst einmal wird über einen Schieberegler für einen festen Zeitraum gebucht, sollte es länger dauern, lässt sich die Parkzeit auf dem Smartphone darüber auch verlängern. Beendet wird der Vorgang über einen roten Button. Die Rechnung für alle Parkvorgänge kommt in diesem Fall monatlich – und laut Anbieter ohne versteckte Kosten.

Insgesamt sind beide Apps zumindest in diesem Versuch gut bedienbar. Allerdings ist die Navigation hin zu den Parkflächen für einen normal großen Smartphone-Bildschirm klein gehalten und nicht immer leicht zu verfolgen. Zudem machen die Apps keinen Unterschied zwischen Kurzzeit-Parkplätzen und jenen, die über Stunden oder sogar den ganzen Tag genutzt werden können. Wer paybyphone als bisher einzigen Anbieter in Hamm genutzt hat, ist dort auch weiterhin gut aufgehoben.

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