Mega-Anstieg in Hamm: Immer mehr über 65 müssen arbeiten

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Symbolbild

Hamm - Die Zahl der über 65-jährigen Erwerbstätigen in Hamm ist in den letzten zwei Jahren um 40,4 Prozent gestiegen. Ein enormer Anstieg, der Konsequenzen hat.

Das hat eine Auswertung der Krankenkasse IKK classic anhand von Zahlen der Beschäftigungsstatistik der Bundesagentur für Arbeit ergeben. 2041 Menschen über 65 gehen zudem einer geringfügigen Beschäftigung nach.

Waren im September 2015 noch 371 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte in der Altersgruppe der über 65-Jährigen gelistet, so stieg deren Zahl bis September 2017 auf 521 an. Zudem besserten im selben Zeitraum immer mehr über 65-Jährige ihr Einkommen durch eine geringfügig entlohnte Beschäftigung auf: Die Anzahl der Minijobber mit einem monatlichen Arbeitsentgelt bis 450 Euro stieg um 6,5 Prozent auf 2041 (2015: 1917) Personen an.

Krankheitsverläufe oft langwieriger

„Ältere Arbeitnehmer reagieren auf die Ansprüche und Belastungen der Arbeitswelt ganz anders als jüngere Mitarbeiter. Sie erkranken zwar seltener, dafür sind die Krankheitsverläufe oft langwieriger. Jüngere Arbeitnehmer sind im Allgemeinen häufiger, dafür aber kürzer krank“, erklärt Stefanie Weier von der IKK classic die für die Krankenkassen relevanten Begleiterscheinungen dieser Entwicklung.

„In 2017 fehlten die über 59-jährigen Arbeitnehmer krankheitsbedingt an durchschnittlich 35 Tagen, unter 20-Jährige an elf Tagen“, teilt sie nach Auswertung der Arbeitsunfähigkeitsdaten von den knapp 339.000 versicherungspflichtig Beschäftigten in Westfalen-Lippe mit.

Fehlzeiten durch chronische Erkrankungen

Mit zunehmendem Alter führten vor allem chronische und degenerative Erkrankungen zu Fehlzeiten. Bei Arbeitnehmern ab 60 Jahren verursachten Erkrankungen der Atmungsorgane mit 35,8 Prozent die meisten Arbeitsunfähigkeitstage. Muskel- und Skeletterkrankungen lägen mit 33,5 Prozent auf Platz zwei. Bei den unter 20-Jährigen verursachten Erkrankungen des Muskel- und Skelettsystems dagegen nur 15,9 Prozent der Krankheitstage.

Die Gesunderhaltung der Mitarbeiter durch die betriebliche Gesundheitsförderung, vor allem bei der älteren Belegschaft, erhalte in der Arbeitswelt dadurch eine immer größere Bedeutung. Gerade in Zeiten des Fachkräftemangels könne dies ein entscheidender Wettbewerbsvorteil sein. Die Krankenkassen halten im Rahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung verschiedene Angebote für Betriebe bereit und unterstützen sie bei der Durchführung. - WA/fl

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