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Cannabis und Marihuana: Medikament mit Mängeln?

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Der Cannabis-Anbau bleibt für Privatleute verboten, für den staatlichen Anbau wird jetzt eine Agentur eingerichtet. © Matt Masin

Hamm - Seit Inkrafttreten des Gesetzes, das die Behandlung mit medizinischem Marihuana auf Kosten der Krankenkassen erlaubt, bitten viele Menschen ohne schwerstes Leiden um eine Verschreibung. Diskussionen gibt es weiterhin.

 „Ich halte es für paradox, dass seit 1998 Dronabinol, also der reine Wirkstoff im Marihuana, beispielsweise in Form von Tropfen bis heute auf Kosten des Patienten verschrieben werden kann, während der Bundestag das pflanzliche Mittel nun von den Krankenkassen tragen lässt“, befindet Dr. Dr. Heinz Dürk, Direktor und Chefarzt der Hämatologie und Onkologie am EVK. 

Für Dronabinol, auch bekannt als THC, benötige man nach wie vor eine Ausnahmegenehmigung, es werde nur in äußersten Notfällen von den Krankenkassen getragen. „So mancher Jugendlicher wird sich außerdem die Frage stellen, ob das Suchtmittel so gefährlich sein kann, wenn nun auch die bekannte Blüte als Medizin verwendet wird“, sorgt sich Dürk. 

„Es ist gut, dass sich die Forschung mit der Wirkung und den Folgen der Therapie beschäftigt und das zur Zeit noch importierte Cannabis auf Identität und Reinheit der Inhaltsstoffe untersucht wird“, so Dr. Werner Cobet, Sprecher der Hammer Apothekerschaft. Die Behandlung sei noch nicht ausreichend erforscht und stütze sich vorwiegend auf Erfahrungsberichte von Ärzten und Patienten. 

Die Substanz könne durchaus gefährlich sein. Bekannt sei, dass eine lange und häufige Einnahme zu starkem Erbrechen, psychotischen Zuständen und einer erhöhten Herzfrequenz führen könne. Die Gefahr bei Jugendlichen, an Schizophrenie zu erkranken, sei bei starkem Konsum mehr als doppelt so hoch wie gewöhnlich.

Von Carlo Czichowski

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