Selbstversuch

Highland-Games im Maxipark: Nicht nur was für echte Kerle

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Beim Strohsack-Hochwurf ist voller Körpereinsatz gefragt. WA-Redakteurin Svenja Jesse hat sich von Clan-Chef Tomy Sadowski ein paar Tricks beibringen lassen.

Kraft, Ausdauer aber auch Präzision sind am Samstag von 10 bis 18 Uhr im Maxipark gefragt. Dort starten zum sechsten Mal die Highland-Games. WA-Redakteurin Svenja Jesse hat einige der Disziplinen, in denen sich die Teilnehmer dann messen dürfen, ausprobiert.

Hamm – „Du spießt den Strohsack einfach mit der Mistgabel auf und dann schleuderst du ihn mit Schwung über die Messlatte“, erklärt Tomy Sadowski mir ruhig. Der 39-Jährige nimmt mit seinem Clan – den „Dragonfighters Hamm“ seit elf Jahren an Highland-Games in ganz Deutschland teil.

Heute gibt er mir einen Einblick in den ungewöhnlichen Sport. Erste Disziplin ist der „Strohhochwurf“. Noch etwas skeptisch beobachte ich den großen Muskelmann im Schottenrock, wie er mit einem leichten Schwung den Strohsack weit über das sechs Meter hohe Tor befördert. Bei ihm sieht es wirklich einfach aus. Auch ich habe einen karierten Kilt über meine Sporthose geworfen.

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Doch schon beim Versuch, die Mistgabel aus der Erde zu ziehen, habe ich Probleme. Mit beiden Händen und einem ordentlichen Ruck klappt es dann. Der Strohsack ist klein und leicht. Ich spieße ihn auf und wiege ihn auf der Mistgabel hin und her – etwas unschlüssig, ob er wohl gleich auf meinem Kopf landen wird.

„Das ist noch nie passiert“, versichert mir Tomy lachend. Ich schaue über die Schulter. „Wenn du es über das zweite oder dritte Band schaffst, wäre das schon gut“, sagt Tomy und deutet auf die große Holzkonstruktion. Er zählt bis drei, dann hole ich aus und der Strohsack fliegt über meine Schulter und tatsächlich über das zweite Band.

Selbstversuch bei den Highlandern

„Für einen Anfänger schon gar nicht schlecht“, lautet das Fazit meines Trainers. Dann geht es weiter zur nächsten Disziplin. Der Trainingsplatz der Dragonfighters Hamm liegt etwas versteckt auf einer Wiese in Braam-Ostwennemar. Auf der Fläche verteilt sind verschiedene Stationen aufgebaut.

Die nächste Disziplin, die ich ausprobiere, ist der Baumstamm-Überschlag. Die Regeln sind leicht: Man nimmt einen Baumstamm senkrechte auf die gefalteten Hände und flippt ihn mit einer schnellen, kräftigen Bewegung, sodass er eine 180 Grad Drehung macht.

Highland Games im Maxipark 2015

Ich wähle einen etwa zehn Kilo schweren und zwei Meter langen Stamm – die leichteste Variante. Beim ersten Versuch schlägt der Stamm mit einem lauten „Plong“ auf den Boden auf und kippt zur falschen Seite nach hinten. „Das wären null Punkte. Aber bei den Spielen hast du immer drei Versuche“, erklärt Tomy.

3.Hammer Highland Games im Maxipark

Und tatsächlich – beim zweiten Mal klappt es. „Das lief doch gar nicht so schlecht, mit ein bisschen Training, würdest du die Spiele schaffen“, lobt mich der Clan-Chef. Bei den Dragonfighters könnte ich jedoch nicht mitmachen. Sie sind ein reiner Männer-Clan.

Ob ich mich im nächsten Jahr einem Frauen-Team anschließen werde, kann ich noch nicht sagen. Spaß hat die kleine Trainingsrunde aber auf jeden Fall gemacht.

 

Los geht's am Samstag um 10 Uhr. Es wird der normale Parkeintritt erhoben.

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