Trotz oder gerade wegen Corona

Gute Vorsätze fürs neue Jahr: Endlich Zeit, ein Instrument zu lernen - Tipps vom Trompetenlehrer

Maximilian Becker ist Trompetenlehrer aus Hamm
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Maximilian Becker ist Trompetenlehrer aus Hamm und spielt sein Instrument bereits seit 20 Jahren. Der 28-Jährige unterrichtet seit insgesamt drei Jahren, seit August 2020 ist er bei der Städtischen Musikschule tätig.

Aktuell ist es schwer, eine Auszeit vom Alltag zu finden. Aber nicht unmöglich – meint Trompetenlehrer Maximilian Becker von der Städtischen Musikschule Hamm. Gerade jetzt sei ein guter Zeitpunkt, um mit einem neuen Instrument anzufangen.

Hamm – Zu Beginn des Jahres ist die Motivation groß, etwas im Leben zu verändern und etwas Neues auszuprobieren. Das Erlernen eines Musikinstruments kann viele positive Effekte haben. „Dabei wird man schöpferisch tätig, kann also aktiv etwas gestalten. Das Spiel entführt in eine andere Welt. Gerade aktuell, wo es nur wenige Optionen zur Freizeitgestaltung gibt, bekommt man so ein Stück Freiheit im Alltag“, nennt Maximilian Becker die Vorzüge.

InstrumentTrompete
ArtBlechblasinstrument
Mensurrelativ eng

Trompetenlehrer Maximilian Becker aus Hamm: Instrumentenspiel für jedes Alter geeignet

Zwar ist die Mehrheit seiner Schüler noch minderjährig, das Instrumentenspiel sei aber für jedes Alter geeignet und sogar vorteilhaft. Denn gerade Erwachsene sind häufig gestresst und haben Entspannung bitter nötig – genau diese biete das Erlernen eines Musikinstruments, ist sich der Trompetenlehrer aus Hamm sicher: „Bei Blasinstrumenten ist die Atmung entscheidend, diese ist auch Grundlage bei Meditationen. Auf die Körperhaltung zu achten ist für das Musizieren wichtig und kann gleichzeitig einen beruhigenden Effekt geben.“

Neben Tätigkeiten wie Sport oder Malen, ist das aktive Ausüben von Musik auf diese Weise ein möglicher Ausgleich für den Alltagsstress – und eine zielgerichtete Tätigkeit. Denn Woche für Woche verbessert sich das anfangs noch holprige Spiel. In einer Zeit, die von Unsicherheit gekennzeichnet ist, können die Schüler so ein beständiges Ziel vor Augen haben. Nur wie lässt sich das Üben auch tatsächlich in den Tag integrieren?

Trompetenlehrer Maximilian Becker aus Hamm: Feste Tage und Uhrzeiten finden

Vielen Schülern fällt es schwer, am Ball zu bleiben und die manchmal frustrierenden Übungen nicht schleifen zu lassen. Auch hier weiß der 28-Jährige Abhilfe: „Am einfachsten ist es, für das Üben feste Tage und Uhrzeiten zu finden. So wird es auf Dauer selbstverständlich.“ Mit Zwang an das Instrumentenspiel heranzugehen, sei aber der falsche Weg. Die Motivation müsse aus eigener Kraft kommen. „Ich versuche meistens, mit meinen Schülern Deals auszumachen und frage, wie oft der Schüler sich zutraut in der Woche zu üben. Ist die Antwort beispielsweise zwei Mal die Woche für 30 Minuten, so übt der Schüler tatsächlich oft länger, wenn er erst einmal angefangen hat und im Flow ist.“

Weniger Übungseinheiten, die dafür länger sind, würden insgesamt mehr bringen als viele kurze. Der Trompetenlehrer aus Hamm hält ein ganzheitliches Üben für am sinnvollsten: Dabei sollte sich der Schüler beim Instrumentenspiel ein ruhiges Umfeld suchen und genügend Zeit zur Verfügung stellen, um wirklich zur Ruhe zu kommen. „Wenn es nach anfänglichen Schwierigkeiten dann richtig vorangeht, kommt die Motivation von alleine“, sagt der Trompetenspieler.

Trompetenlehrer Maximilian Becker aus Hamm: Im Orchester lassen sich einfach Kontakte knüpfen

Ein weiterer Pluspunkt: Im Orchester lassen sich einfach soziale Kontakte knüpfen. Dabei seien nicht nur die Gespräche außerhalb der Proben entscheidend, sondern auch die Verbundenheit aufgrund der aktiven musikalischen Gestaltung schweiße die Gruppe zusammen. „Jeder kann voneinander lernen und die Gruppe wächst so zusammen“, nennt der 28-Jährige die Vorteile.

Für ihn ist natürlich besonders die Trompete als Instrument interessant – und vielseitiger, als viele auf den ersten Blick vermuten. „Damit kann man schon lange nicht mehr nur Barock und Klassik spielen, sondern auch aktuelle Charts-Songs oder Jazz. Der Weg zu Blas- oder Sinfonieorchestern sowie Ensembles steht damit offen“, so Becker und nennt einen wichtigen Hinweis. „Die Trompete muss nicht immer laut sein. Auch leisere lyrische Passagen sind mit ihr möglich. Da entsteht ein warmer herzlicher Klang.“

Aktuell bieten viele Musikschulen digitalen Unterricht an. Anfänger können sich zusätzlich mit Video-Tutorials und Selbstlernbüchern behelfen. Mittlerweile hat sich Maximilian Becker an das Unterrichten per Zoom gewöhnt. Das Vorankommen seiner Schüler bemerkt er auch per Computer-Bildschirm: „Falsche oder richtige Töne hört man auch mit schlechter Internetverbindung.“ Ein Hobby, das den aktuellen Widrigkeiten trotzt und Jung und Alt Freude bereitet.

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