Coronavirus in Hamm

„Modeschlösschen“ produziert jetzt Masken statt Brautkleider

Annette Weige bietet in ihrem Modeschlösschen Gesichtsmasken an.
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Annette Weige bietet in ihrem Modeschlösschen Gesichtsmasken an.

Wo sonst angehende Bräute das Kleid für den schönsten Moment im Leben auswählen oder Damen aus dem Schützenwesen ihre Hofstaatskleider kaufen, wird jetzt mit einem Beitrag zur Sicherheit etwas für die Bevölkerung und das inhabergeführte Unternehmen getan.

Hamm – Im „Modeschlösschen“ an der Weststraße 45, also im Herzen der Fußgängerzone bietet Inhaberin Annette Weige handgenähte Mund- und Nasenmasken zum Kauf an. „Als wir am 18. März aufgrund der Corona-Krise schließen mussten, war das für mich und meine sieben Mitarbeiterinnen ein herber Schlag“, sagt Weige. Sie ist seit 2004 mit ihrem Geschäft am Markt, doch eine solche Krise hat sie noch nicht erlebt. „Wir haben alle um unsere Existenz gezittert“, beschreibt sie die Gefühlslage des gesamten Teams. Am vergangenen Sonntag hatte sie jedoch eine zündende Idee: Sie wollte den vorhandenen Baumwollstoff verwenden, um von ihren beiden Schneiderinnen hochwertige Mund- und Nasenmasken nähen zu lassen. Diese waren sofort einverstanden und Weige brachten ihnen den Stoff.

„Die Masken sehen nicht nur gut aus und bringen einen echten Mehrwert bei der Sicherheit“, sagt die Unternehmerin. Der hochwertige Baumwollstoff ist sogar kochbar, sodass ein andauerndes Wegschmeißen, wie bei den Einwegmasken, entfällt und immer neue Sterilität erreicht wird. Normalerweise fertigt sie mit den weißen, grünen, blauen und schwarzen Stoffbahnen Schärpen für die Schützenvereine, doch bald wird sie das Angebot erweitern: „Ab der kommenden Woche werden wir auch gemusterte Masken und welche in Kindergrößen anbieten“, so Weige.

"So hat man etwas Sinnvolles zu tun"

Bei dem Preis von acht Euro pro Maske falle kein großer Gewinn ab, aber sie hoffe wenigstens etwas von den laufenden Kosten abzufedern. „Bevor wir tatenlos bleiben und alles immer schwerer wird, hat man so etwas Sinnvolles zu tun“, so Weige. Nachdem sie sich beim Gesundheits- und Ordnungsamt erkundigt hatte, setzte sie alles so um, dass einem Verkauf von montags bis freitags von 12 bis 15 Uhr nichts mehr im Wege stand. Eine Theke in der Ladentür hilft den Abstand einzuhalten und ein Kristallaschenbecher sorgt für kontaktarmes bezahlen. „Bis jetzt läuft die Idee gut an und viele Menschen sind froh über das Angebot“, sagt Weige. Dabei hilft es ihrem Unternehmen auch noch die Krise zu überstehen.

Wichtig: Die Masken können nur mit Vorbestellung unter Telefon 0178/4054910 vor Ort in der Fußgängerzone erworben werden.

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