Hitze bringt am Wochenende Ansturm

Masken? Abstand? Chaos statt Vernunft an Hammer Freibädern

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Fast am Ziel: Samstag, kurz vor 15 Uhr vor dem Südbad. Mit dem Einlass nach der Mittagspause waren die Kapazitäten schnell erschöpft.

Das Hitze-Wochenende hat die Corona-Regeln vielerorts in Hamm ausgehebelt. Spür- und sichtbar war das vor allem vor und teils auch in den beiden großen Freibädern.

Hamm – Ansturm auf die Hammer Bäder: Jeweils über 6000 Menschen strömen in normalen Zeiten an Spitzentagen mit über 30 Grad in das Südbad und den Selbachpark. So viele Badegäste wären sicherlich auch am Wochenende gerne schwimmen gegangen, doch wegen Corona dürfen derzeit nur 850 Personen im Süden und 950 in Pelkum gleichzeitig ins Bad. Hunderte standen Schlange vor den Kassen. Mancher drehte ab, ohne einen Fuß ins Wasser zu setzen, und längst nicht alles lief in Pandemie-Zeiten verantwortungsvoll.

„Die Situation vor den Bädern war katastrophal. Die Menschen haben keine Abstände eingehalten und teils keine Masken getragen. Hier muss jeder selbst Verantwortung übernehmen“, sagte Stadtwerke-Sprecherin Cornelia Helm. Schon lange vor Ende der Mittagspause um 15 Uhr warteten die Menschen in der prallen Sonne.

Doch die Chance für viele war vor allem am Nachmittag gleich Null. „Wir mussten beide Bäder am Samstag schon gegen 16 Uhr schließen, weil die Kapazitäten ausgeschöpft waren“, so Helm. Am Sonntag stellte sich die Situation nicht wesentlich anders dar. Beide Bäder sind bis 20 Uhr geöffnet, doch wer einmal drin sei, nutze dies auch aus.

Hitze-Wochenende in Hamm: Entspannter am Vormittag

Etwas besser sei die Situation während der Morgenstunden gewesen. Der Vormittag vor der Reinigung und Schließung von 13 bis 15 Uhr werde gerne von Familien genutzt. „Zur Öffnung um 15 Uhr ist der Parkplatz dann wieder voll mit Menschen“, sagte Helm. Tatsächlich wirkte es so, als stände das gesamte Fassungsvermögen in einer langen Schlange vor dem Bad. Um dem Ansturm Herr zu werden und auf die Einhaltung der Hygienevorschriften hinzuweisen, sei Sicherheitspersonal aus dem Bad vor den Kassenbereich abgezogen worden. Glück hatten diejenigen, die eine Mehrfachkarte besitzen: Sie durften an der Schlange vorbei ins Bad.

Am Selbachpark sei die Lage noch dramatischer gewesen als im Hammer Süden: „Hier kamen busseweise Badegäste an.“

Lange Schlange: Nicht jeder, der Abkühlung wollte, bekam sie auch.

Trotz ausreichend Platz auf den Liegewiesen sei auch die Situation in den Bädern mitunter schwierig gewesen, so Helm. Der Zugang zu den Becken und die Einhaltung der vorgegebenen Höchstzahlen ist über Bändchen geregelt. „Nicht jeder hat sein Bändchen wieder abgegeben oder hat es direkt an einen Freund weitergegeben. Für die Schwimmmeister bedeutete die Situation insgesamt eine extreme Belastung“, sagte Helm. „Aber wir können das Risiko nicht eingehen und die Becken einfach öffnen.“

Hitze-Wochenende in Hamm: Auch Hallenbäder voll

Auch die Hallenbäder in Bockum-Hövel (Kapazität: 52 Personen), Herringen (52) und Heessen (72) konnten zumeist keine Badegäste mehr aufnehmen.

Auch vor dem Maximare mussten Besucher mit Wartezeiten von einer bis zwei Stunden rechnen. Über einen Kapazitätsticker auf www.maximare.com informiert das Bad aktuell über frei Plätze. Und die waren selbst kurz vor Betriebsschluss um 22 Uhr an den vergangenen Tagen rar. 250 Besucher dürfen sich zeitgleich in Aquawelt und Sportbecken aufhalten. Gezählt wird bei Einlass. In normalen Zeiten können bis zu 1300 Personen ins Bad. „Natürlich gab es enttäuschte Gesichter“, sagte Mitarbeiter Oliver Garlepow. „Aber aggressiv war hier niemand. Was mich wundert ist, dass offenbar kaum jemand auf sein Smartphone und die aktuelle Auslastung schaut.“ Zeitkontingente gibt es für die Besucher nicht. Gereinigt wird im laufenden Betrieb.

Hitze-Wochenende in Hamm: Haarener See nicht ausgelastet

Längst nicht ausgeschöpft war das Platzangebot am Haarener See. „Hier können aktuell 4000 bis 5000 Menschen sein“, sagte Betriebsleiter Roman Dürksen. „Wir haben ausreichend Wiese abgemäht und überfliegen das Gelände regelmäßig mit einer Drohne, um die Abstände zu überprüfen. Engpässe gibt es nicht.“ Das gelte auch für die Parksituation. Steige der Andrang, werde ein zweiter Parkplatz geöffnet.

Am Samstag wurde ein älterer Mann in Folge der Hitze notärztlich behandelt. Dafür landete ein Rettungshubschrauber.

Hitze-Wochenende in Hamm: Kapazitäten und Regeln

Freibad Süd: 850 Personen; maximal 100 zeitgleich im Sportbecken, 65 Trimmerbecken, 20 Rutschenlandebecken, 35 Kinderbecken.

Selbachpark: 950 Personen; maximal 100 zeitgleich im Sportbecken, 100 Wellenbecken, 20 Sprungbecken

Die jeweilige Eintrittskarte beziehungsweise der Chipcoin gilt nur entweder vormittags oder nachmittags. Das Tragen von Schutzmasken bis zur Umkleide ist verpflichtend.

Maximare: Aquawelt und Sportbecken zusammen 250 Personen; Sauna welt 100; Maske bis zur Umkleide

Haarener See: bis 5000 Personen; Masken bis zur Umkleide

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