Viele Schlaglöcher

Marode Fahrbahn im Landwehrwinkel: Weiter Flickenteppich oder Vollausbau?

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Seit Jahren ist die Fahrbahn der Straße Am Landwehrwinkel in einem schlechten Zustand.

Der Landwehrwinkel in Heessen ist ein großer Flickenteppich. Der schlechte Zustand der Fahrbahn ist zwar nichts Neues. Gelöst werde könne das Problem indes nur mit einem Vollausbau der Straße, heißt es von Seiten der Bezirksvorsteherin und der Verwaltung. Doch der würde Anliegerkosten mit sich bringen.

Heessen – Fast täglich fährt Karl-Heinz Lang durch den Landwehrwinkel, und dann meldet sich stets schmerzhaft sein neues Kniegelenk zu Wort. Der 87-Jährige wohnt oben in Dasbeck, und auf dem Weg zu Ärzten oder zum Einkaufen wird er in seinem Wagen durchgerüttelt – denn die Fahrbahn des Landwehrwinkels ist uneben. Genauer: Sie wurde so oft geflickt, dass man von einem Flickenteppich sprechen kann.

„Warum kann die Stadt diese Straße nicht mal sanieren?“, fragt Lang. Antworten darauf haben die Stadt selbst und SPD-Bezirksvorsteherin Erzina Brennecke.

Lang, der auch Vorsitzender der Heessener CDU-Seniorenunion ist, hatte die Bezirksvorsteherin per Mail angesprochen. Er argumentierte mit seinen Knieschmerzen und mit Schäden an den Reifen, die unausweichlich seien. Und er bat sie, das Thema Landwehrwinkel mal in der Bezirksvertretung zu besprechen.

Nachfrage bei Erina Brennecke: Sie habe Langs Hinweis an die Stadtverwaltung weitergeleitet, und die habe zurückgemeldet, dass ein Vollausbau sicher Abhilfe schaffe – aber dafür seien keine Mittel in Haushalt vorgesehen.

Karl-Heinz Lang zeigt nur eins der Löcher in der Straße Am Landwehrwinkel. Lang fragt: Wann wird der Landwehrwinkel endlich saniert?

Aus Brenneckes Sicht sind zwar keine neuen Löcher in der Straßendecke entstanden, sie sei „nur“ in dem schlechten Zustand, in dem sie in den vergangenen Jahren gewesen sei. „Die Stadt hat den Landwehrwinkel immer wieder geflickt“, sagt sie und spricht ebenfalls von einem Flickenteppich. Und die Bezirksvorsteherin weist auf einen weiteren Missstand im Landwehrwinkel hin. „Die Gehwege sind eigentlich nie gemacht worden, sodass Menschen im Rollstuhl oder an Rollatoren den Gehweg kaum benutzen können“, stellt sie fest – auch deswegen habe es schon Beschwerden gegeben. Perspektivisch helfe nur der Vollausbau. Auch wenn sie einige Straßen im Bezirk kenne, die ebenfalls in einem schlechten Zustand seien, hoffe sie, dass dem Landwehrwinkel bei den nächsten Haushaltsplanberatungen Priorität eingeräumt werde.

So argumentiert auch ein Sprecher der Stadt. Er bestätigt den schlechten Zustand und seit Jahren „notdürftig“ reparierte Schlaglöcher, und es habe immer wieder Pläne gegeben, den Landwehrwinkel vernünftig auszubauen. Aber: Es habe nie einen politischen Beschluss gegeben, es seien aktuell keine Haushaltsmittel vorgesehen – und so verweist auch der Stadtsprecher auf den nächsten Doppelhaushalt.

Der Landwehrwinkel ist ein großer Flickenteppich.

Nach der Erhebung von Anliegerbeiträgen gefragt, sagt der Sprecher: „Was die Gehwege angeht, so wäre es im Landwehrwinkel ein Erstausbau, daher würden Anliegerbeiträge voraussichtlich erhoben.“ Liegt es vielleicht daran, dass die Anwohner nach Angaben des Stadtsprecher derzeit nicht auf einen Ausbau drängen? Eine Anwohnerbefragung dazu hat es nach Angaben der Stadt bislang nicht gegeben.

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