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RTL deckte auf in Hamm - doch Details blieben auf der Strecke

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Von: Stefan Gehre

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[Foto: © Andreas Rother]   -->   Hamm: Mario Barth deckt auf (RTL) mit Lippepark-Brücken, Fotos vom Beitrag vomBildschirm abfotografiert. Dateiname: rh29o15100
So war Reporterin Esther Sedlaczek am Mittwochabend bei ihrem Lauf durch Hamm auf dem Bildschirm zu sehen. © Rother

Hamm - Rund 3,3 Millionen Zuschauer verfolgten bei RTL „Mario Barth deckt auf“ die bissig-ironische Berichterstattung über die Marathonstrecke und den Brückenschlag im Lippepark – allerdings ohne bis ins Detail und stets korrekt über den „Steuerverschwendungs-Skandal“ aufgeklärt zu werden.

Genauigkeit ist aber auch nicht das Ziel des Formats, das sich als Comedy-Sendung versteht und den „Finger lediglich in die Wunde legen will“.

Gedreht wurde unter anderem vor der Pauluskirche, am Jahnstadion sowie auf dem Mitteldamm zwischen Lippe und Kanal. Doch bevor

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So war Reporterin Esther Sedlaczek am Mittwochabend bei ihrem Lauf durch Hamm auf dem Bildschirm zu sehen. © Rother

sich Sky-Moderatorin Esther Sedlaczek als Mario Barths „Spürhund“ auf Spurensuche begab, bekamen die Hammer ihr Fett ab – und das im wahrsten Sinne des Wortes: 61,5 Prozent der Bürger dieser Stadt seien, so ihre noch charmante Umschreibung, zu klein für ihr Gewicht. Damit sie sich endlich sportlich betätigen, sei eine Marathonstrecke geplant worden, so ihre Schlussfolgerung.

Doch die 750.000 Euro für die Herrichtung der Wege und die 250.000 Euro für das Aufstellen der 200 Pfosten als Wegweiser sind aus Sicht der Macher der Sendung, in denen Steuerverschwendungen angeprangert werden, zu teuer. Und das ließ Sedlaczek, die man in einigen Szenen durch Hamm joggen sah, auch die Zuschauer wissen. Ihr Weg führte sie schließlich zu den beiden rund sechs Millionen Euro teuren Lippepark-Brücken, die Teil der Marathonstrecke sind und, die seit über einem Jahr im Kohlehafen lagern.

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Kurz und knapp wurde aufgezeigt, dass das Wasser- und Schifffahrtsamt Rheine aufgrund fehlender

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Unterlagen bislang keine Genehmigung für den Brückenschlag erteilt hat, dass die Brücken zu teuer sind und, dass sie im Winter bei bestimmter Wetterlage auch schon mal gesperrt werden können. Allein für Ausgleichsmaßnahmen, bedingt durch den Eingriff in ein besonders sensibles Naturschutzgebiet, seien 435.000 Euro ausgegeben worden, verwies Sedlaczek auf Zahlen des Steuerzahlerbundes, der zu Wort kam.

Nach gut sechs Minuten Sendezeit konnte der Zuschauer an der einen oder anderen Stelle zwar schmunzeln – mehr aber nicht. Zudem kamen einige Dinge falsch rüber. So wurde der Eindruck erweckt, dass die Brücken nur wegen der Marathonstrecke gebaut wurden. Aber bereits 2008, als diese noch kein Thema war, wurde die Idee des Brückenschlags zwischen Herringen und Bockum-Hövel geboren. Zudem wurden die Kosten für die Brücken in einen direkten Zusammenhang mit der Erhöhung der Grundsteuer B gesetzt, was nicht stimmt.

Schließlich ließ RTL den Zuschauer im Unklaren darüber, warum sich niemand aus dem Rathaus („Wir sehen keine Chance für eine faire Berichterstattung“) zu dem Projekt äußern wollte.

Im Netz (wie hier auf der WA-Facebook-Seite - Account nötig) wurde rege über den RTL-Beitrag diskutiert. Während die einen dem

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Sender eine „schlechte Recherche und reißerische Kommentare“ vorwarfen, gingen andere mit der Stadt Hamm hart ins Gericht. „Individualsportler benötigen keine Pfosten, um im Kreis zu laufen. Dieser Blödsinn kann nur einem Schreibtischtäter einfallen“, hieß es dort unter anderem. „Total daneben“ fand Horst Podzun, Vorsitzender des gerade aufgelösten Beirats „Lippepark“, den Beitrag. An keiner Stelle seien die Befürworter zu Wort gekommen. „Wenn Geld verschwendet wurde, dann für diese Sendung.“

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