Künftiger Hammer Bürgermeister im Gespräch

Herter will neuen Stil einführen und sich daran messen lassen

Nachdenklich: In fünf Wochen ist Marc Herter Oberbürgermeister der Stadt Hamm.
+
Nachdenlich und respektvoll, aber voller Vorfreude: In fünf Wochen wird Marc Herter Oberbürgermeister sein.

Marc Herter wird neuer Oberbürgermeister der Stadt Hamm. Wie er sich auf diese Zeit vorbereitet, erzählt er im Gespräch mit WA.de.

Hamm – Der Terminkalender von Marc Herter war nach der Wahl schnell schon gut gefüllt. Nach einer kurzen Nacht ging es für den künftigen Hammer Oberbürgermeister bereits morgens früh weiter – noch immer unter dem Eindruck des Wahlerfolgs, den niemand in der Stadt in dieser deutlichen Form für möglich gehalten hatte. „Ich bin immer noch sehr glücklich. In diese Stimmung mischt sich jetzt eine große Portion Respekt vor dem Amt“, bekannte er auf Nachfrage unserer Redaktion. Glücklich sei er über viele Glückwünsche, die ihn auf den unterschiedlichsten Wegen erreicht hätten. Darunter auch Nachrichten von politischen Gegnern. Herter: „Das hat mich gefreut“. Bereits am Wahlabend hatte der SPD-Vorsitzende Norbert Walter-Borjans angerufen und ihm die Glückwünsche der Partei übermittelt.

Bereits bei seiner Nominierung vor einem halben Jahr hatte Herter einen Aufbruch für die Stadt versprochen, den er jetzt angehen will. Den Anfang machen die Sondierungsgespräche, die aktuell beginnen. „Wir werden im Laufe der Woche mit allen Parteien – außer der AfD – sprechen“. Mit „Wir“ ist die enge Parteiführung gemeint. Bei den ersten Gesprächen sitzen neben Herter die stellvertretenden Parteivorsitzenden Julia Krampe-Reinermann, Anke Richter und Ismail Erkul sowie Fraktionsvorsitzender Justus Moor mit am Verhandlungstisch.

Marc Herter wird OB in Hamm: Wahlsieger will Hängepartie vermeiden

Im Wahlkampf hatte Herter davon gesprochen, die „Weichen für eine bessere Zukunft bereits schon heute zu stellen“. Ziel sei es daher, eine stabile Mehrheit zu schaffen, die eine Koalition des Aufbruchs verkörpere. Bei vielen Parteien sehe er Übereinstimmungen, die müssten nun in zahlreichen Gesprächen näher benannt und ausgelotet werden.

Bereits am Montag telefonierte Herter mit dem scheidenden OB Thomas Hunsteger-Petermann; sie verabredeten sich für Mittwoch. Nach dem Wahlkampf wolle man nun wieder konstruktiv zusammenarbeiten. Herter: „Das hat in den vergangenen Jahren gut funktioniert und soll in den kommenden fünf Wochen fortgesetzt werden“. Hunsteger habe die Stadt 21 Jahre lang gedient. „Dafür gebührt ihm unser Respekt und Dank“, sagte Herter noch einmal. Die nächsten Wochen sollen keine Hängepartie werden. Er wolle sich auch bei unangenehmen Entscheidungen nicht wegducken und natürlich Verantwortung übernehmen, sagte Herter und meinte damit eventuelle einschneidende Verbote im Rahmen der Corona-Pandemie.

Marc Herter wird OB in Hamm: System der Wertschätzung und des Dialogs

Im Wahlkampf hatte Herter davon gesprochen, dass er im Rathaus einen neuen Stil einführen will. Daran will er sich messen lassen. So möchte er Verwaltungsmitarbeiter beispielsweise stärker in Entscheidungsprozesse einbinden und ein System der Wertschätzung und des Dialogs in der Verwaltung etablieren. Wie das genau aussehen soll, sollen die Mitarbeiter nicht aus der Zeitung erfahren, sondern von ihm selber. Herter: „Das ist auch Teil des neuen Führungsstils“.

Auf Dialog setzt Herter ebenfalls bei den Mitarbeitern aus dem engsten Umfeld des aktuellen Oberbürgermeisters. Auch zu dem Thema wolle er sich jetzt noch nicht weiter erklären.

Marc Herter wird OB in Hamm: Wichtige Projekte werden gut abgeklopft

In den vergangenen Monaten wurden in der Verwaltung etliche Themen vorbereitet, die in den kommenden Sitzungen zur Abstimmung stehen – etwa die Projekte, mit denen die Stadt beim Kohleausstieg punkten will. „Sie werden noch einmal alle abgeklopft. Wir werden uns genau ansehen, wofür das Geld eingeworben wird, jeder Förder-Euro kann nur einmal ausgegeben werden“, sagt Herter. Das könnte auch das Aus für das CDU-Projekt „Drahtquartier“ bedeuten. Bei allen Investitionen durch die Stadt würden zukünftig immer zwei Gradmesser angewendet werden : Sind damit innovative Arbeitsplätze verbunden und gibt es Partner aus Wirtschaft oder Wissenschaft. Herter: „Nichts wird von der Stadt alleine auf den Weg gebracht.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare