Gelungene Überraschung

Marathon der Hoffnung: Ulli Eggert und Jutta Konert lassen sich von Corona nicht stoppen

Fans am Straßenrand: Als Ersatz für den Hamburg-Marathon machte sich Uli Eggert auf den Weg, die 42,2 Kilometer rund um Hamm zu laufen. Dabei traf er unerwartet auf Unterstützer – organisiert von Lebensgefährtin Jutta Konert (auf dem Rad).
+
Fans am Straßenrand: Als Ersatz für den Hamburg-Marathon machte sich Uli Eggert auf den Weg, die 42,2 Kilometer rund um Hamm zu laufen. Dabei traf er unerwartet auf Unterstützer – organisiert von Lebensgefährtin Jutta Konert (auf dem Rad).

Nicht alles ist schlecht seit Corona. Das beweist Ulli Eggert, der sich über Monate auf einen 42 Kilometer langen Marathon in Hamburg vorbereitet hat.

Herringen – Der Lauf wurde zwar abgesagt, gelaufen ist der Herringer dennoch. Was Ulli Eggert vorher allerdings nicht wusste: Seine Lebensgefährtin Jutta Konert sorgte für eine große Überraschung.

„Erst habe ich gar nicht gemerkt, was Jutta da angestellt hat“, sagt Eggert. Eigentlich war geplant, dass der 57-Jährige von seiner Partnerin nur auf dem Fahrrad begleitet wird, um die Versorgung und die Verkehrssicherheit zu gewährleisten. „Ich wollte trotz des Corona-bedingt abgesagten Marathons laufen und startete deshalb am Jahnstadion und lief dann ums äußere Stadtgebiet“, so Eggert.

Start und Ziel am Jahnstadion: Uli Eggert mit Jutta Konert.

Marathon der Hoffnung: Gelungene Überraschung

Im Heessener Wald angelangt, erwartete den Läufer dann die erste Überraschung. Ein Mitglied aus dem SC Sportler und Sportlerinnen für den Frieden Hamm, in dem auch Eggert und Konert Mitglieder sind, lief „zufällig“ einen Teil der Strecke auf Abstand mit. Bis dahin bemerkte er noch nichts, erzählt Eggert später. Ähnlich war das bei der Begleitung durch einen weiteren Läufer aus seinem Verein. Schließlich konzentrierte er sich auf seinen Lauf. Eggert: „Es kam mir zwar etwas komisch vor, aber ich habe mir nichts dabei gedacht.“ Als dann aber die ersten „Fans“ mit Bannern und lauten Gesten am Straßenrand warteten, merkte der Marathonläufer, dass mehr dahinter stecken musste. „Das war schon witzig“, so Eggert.

Auf den rund 42 Kilometern liefen insgesamt drei Läufer jeweils einen Teil der Strecke mit. „Mit Ullis Tempo können nicht viele mithalten. Deshalb war es gar nicht so einfach, Läufer als Begleitung zu finden“, sagt Konert, die die Überraschung tagelang organisiert hatte. Am Straßenrand standen nicht nur Mitglieder des Vereins Corona-konform bereit, sondern auch Eggerts Mutter und sein Bruder. „Durch diese Überraschung konnte mich meine Mutter zum ersten Mal einen Marathon laufen sehen. Das war einmalig“, freut sich der 57-Jährige. Auch Konert ist froh, dass das alles trotz Corona möglich war: „Ohne die Mitglieder vom SC hätte das nicht geklappt.“

Marathon der Hoffnung: Ziele trotz Corona erreichen

Für Eggert war das nicht der erste Marathon. Seit 2013 trainiert er intensiv und kann mittlerweile auf zehn offizielle Marathon-Teilnahmen zurückblicken. Der privat organisierte Marathonlauf in Hamm ist somit sein elfter und wohl auch erinnerungswürdigster.

Insgesamt lief er eine Zeit von vier Stunden und 18 Minuten. Am Ende erhielt Eggert sogar eine Medaille, die Konert gravieren ließ – wie bei einem echten Marathon eben. Eggert: „Ich fand, das war eine schöne Aktion. Sie zeigt, dass man sich trotz Corona Ziele setzen und erreichen kann.“ Sein nächstes Ziel hat der Hammer schon fest im Blick: „Ich möchte irgendwann in Berlin mitlaufen und meine Bestzeit von unter vier Stunden knacken.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare