145.000 Euro erschlichen! Pelkumer wegen Betrugs verurteilt

Der Angeklagte erschien gestern zum letzten Verhandlungstag in Dortmund.
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Der Angeklagte erschien gestern zum letzten Verhandlungstag in Dortmund.

Wegen jahrelangen gewerbsmäßigen Betrugs muss ein 36-jähriger Pelkumer für zweieinhalb Jahre ins Gefängnis. Diese Strafe fällte nach mehrtägiger Verhandlung die zuständige Wirtschaftsstrafkammer am Dortmunder Landgericht.

Hamm/Dortmund – Vor Gericht hatte der frühere Gebrauchtwagenhändler gestanden, rund viereinhalb Jahre lang in großem Stil die Rentenkasse, seine Krankenkasse sowie eine Versicherung geprellt zu haben. Nach Berechnungen des Gerichts entstand dabei ein Schaden von rund 145.000 Euro, die der mittlerweile mittellose Mann zumindest auf dem Papier zeitlebens zurückzuzahlen hat.

Mit dem verhängten Strafmaß blieb das Gericht deutlich unter der Forderung von Staatsanwalt Dr. Thomas Funcke, der eine Haftstrafe von drei Jahren und vier Monaten beantragt hatte. Verteidiger Matthias Meier hatte eine milde Bestrafung für seinen Mandanten gefordert und darauf verwiesen, dass der Pelkumer im Prozess echt empfundene Reue gezeigt habe. Auch sei durch sein umfassendes Geständnis eine umfangreichere und langwierige Beweisaufnahme nicht nötig gewesen.

Staatsanwalt Funcke hatte in seinem Schlussvortrag noch einmal ausführlich die „enormen schauspielerischen Fähigkeiten“ des Angeklagten beschrieben. Unter Federführung einer mit Behörden erfahrenen Bekannten hatte er auf ihr Betreiben hin Anträge auf unter anderem Erwerbsminderung, Berufsunfähigkeit und Pflegegeld gestellt und so die Sozialkassen massiv geschädigt.

Beantragen von Pflegegeld besonders übel

„Insbesondere das Beantragen von Pflegegeld nehme ich Ihnen richtig übel. Hier haben Sie Gelder kassiert, die an wirklich Bedürftige und Kranke hätte fließen müssen“, verurteilte der Anklagevertreter das überaus unsoziale Gewinnstreben des Pelkumers.

Unter der fachkundigen Anleitung der mittlerweile zu einer fast fünfjährigen Haftstrafe verurteilten Betrügerin hatte er sich als ein hochgradig depressiver Mensch dargestellt. Bei Begutachtungen und Arztbesuchen gelang es ihm dabei regelmäßig, ein schlimmes und chronisches Krankheitsbild mit hoher Pflegebedürftigkeit vorzutäuschen. Um an die betrügerisch beantragten Gelder zu gelangen, nahm der Pelkumer sogar einen mehrwöchigen Aufenthalt in einer psychiatrischen Klinik in Kauf. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

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