Prozess

Mann tauscht Kinderpornobilder - nur wenige Tage nach seiner Haftentlassung

Fast 2.000 einschlägige Bilder und Videos soll der Mann aus Hamm besessen und getauscht haben. (Symbolfoto)
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Fast 2.000 einschlägige Bilder und Videos soll der Mann aus Hamm besessen und getauscht haben. (Symbolfoto)

Ein 44-jähriger Mann aus Hamm soll fast 2.000 Bilder und Videos mit kinderpornografischem Inhalt besessen und getauscht haben. Seit Montag steht er in Dortmund vor Gericht – und das nicht zum ersten Mal.

Dortmund/ Hamm – Als die Staatsanwältin die Anklageschrift verlas, war es mucksmäuschenstill in Saal 129 des Dortmunder Landgerichts. In allen Details wurden die Bilder beschrieben, die der Angeklagte in Chats mit mindestens zwei Männern verschickt haben soll. Die Aufnahmen zeigten offenbar bevorzugt Mädchen und Jungen im Kleinkind-Alter.

Einer der Empfänger der Bilder wohnt laut Staatsanwaltschaft in Berlin und hat nun ebenfalls ein Strafverfahren vor der Brust. Dir Identität des anderen Mannes konnte offenbar noch nicht vollständig geklärt werden. Der Angeklagte hatte ihn lediglich mit seinem angeblichen Vornamen und dem Zusatz „Sex“ in seinem Mobiltelefon gespeichert.

Nur acht Tage nach Haftentlassung ging es wieder weiter

Klar ist, dass dem 44-Jährigen nun eine harte Bestrafung droht, sollten sich sämtliche Vorwürfe als richtig herausstellen. Denn kaum vorstellbar, aber wahr: Der Angeklagte war erst acht Tage vor dem ersten Chat aus dem Gefängnis entlassen worden.

Fünf Monate hatte er dort gesessen. Die Verurteilung hatte er wegen des Besitzes und der Verbreitung von kinderpornografischen Bildern und Videos erhalten.

Dass die neuerlichen Vorwürfe im Wesentlichen richtig sind, ließ Verteidiger Karsten Possemeyer am Montag bereits durchblicken. „Mein Mandant wird eine grundsätzlich geständige Erklärung abgeben“, sagte der Rechtsanwalt. Aus Zeitgründen solle dies allerdings erst am zweiten Verhandlungstag erfolgen.

Mann will sich äußern: „Schritte bereits unternommen“

Allem Anschein nach wird der 44-Jährige länger und ausführlicher reden wollen, als eigentlich zu erwarten wäre. Denn eines war Verteidiger Possemeyer schon gleich nach der Verlesung der Anklageschrift wichtig. „Mein Mandant wird auch berichten, welche Schritte er bereits unternommen hat, damit sich so etwas möglichst nicht noch einmal wiederholt.“

Grundsätzlich besteht natürlich die Möglichkeit, eine entsprechende Sexualtherapie auch während der Zeit im Gefängnis zu absolvieren. Wie konkret die Bemühungen des Hammers in dieser Hinsicht sind, wird sich allerdings auch erst am Donnerstag zeigen.

Weil ein weiterer Mann aus Hamm im Besitz von insgesamt 3.081 kinderpornographischen, 501 jugendpornographischen sowie drei tierpornographischen Dateien in Bild- und Videoform gewesen ist und diese bei mehreren Gelegenheiten auch mit Chatpartnern tauschte, ist er jetzt am Amtsgericht Hamm verurteilt worden.

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