Jungem Mann aus Hamm droht lange Haftstrafe

Bockum-Höveler soll zwei Männer brutal zusammengeschlagen haben

Der Angeklagte ging offenbar brutal und skrupellos vor.
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Der Angeklagte ging offenbar brutal und skrupellos vor.

Die Dortmunder Staatsanwaltschaft erhebt schwere Vorwürfe gegen einen 25-jährigen Mann aus Bockum-Hövel.

Dortmund/Hamm – Zurzeit sitzt der Angeklagte bereits eine zweieinhalbjährige Haftstrafe ab. Und wenn sich das, was aktuell vor dem Landgericht verhandelt wird, als richtig herausstellt, werden viele weitere Jahre hinzukommen.

In den insgesamt fünf neuen Anklageschriften hat die Staatsanwaltschaft drei Raubüberfälle, einen Einbruch, diverse Drogenvergehen und Körperverletzungen zusammengetragen. Der 25-Jährige kündigte an, sich zu sämtlichen Vorwürfen äußern zu wollen. Das solle allerdings erst an einem der kommenden Verhandlungstage geschehen.

Am Abend des 12. September 2019 soll der Angeklagte zusammen mit zwei Komplizen in die Wohnung eines Bekannten eingedrungen sein und den völlig verängstigten Mann sofort geschlagen haben. Aus Angst vor weiteren körperlichen Übergriffen soll das Opfer sich schließlich bereiterklärt haben, 1000 Euro von seinem Konto abzuheben und das Geld an die Räuber zu übergeben.

Nach demselben Prinzip lief offenbar im September 2020 ein weiterer Überfall auf einen anderen Mann in Bockum-Hövel ab. Eine Komplizin, die das Opfer kannte, soll den Angeklagten und einen Freund in die Wohnung gelassen haben, wo der Wohnungsinhaber sofort brutal geschlagen und ausgeraubt wurde.

Mutmaßliches Opfer früher im Gericht als erwartet

Das mutmaßliche Opfer aus 2019 hat sich dem Prozess als Nebenkläger angeschlossen und war dazu bereits zum Prozessauftakt im Dortmunder Landgericht erschienen. Sein Rechtsanwalt wunderte sich allerdings sehr, als er seinen Mandanten auf dem Gerichtsflur entdeckte. Nach einer kurzen Unterhaltung schickte der Anwalt den jungen Mann dann wieder nach Hause. „Vor seiner eigenen Zeugenaussage soll er nicht an der Verhandlung teilnehmen“, teilte er später den Richtern mit.

Angesichts der Schwere der Vorwürfe muss sich der Angeklagte im Fall eines Schuldspruchs auf eine lange Zeit hinter Gittern einstellen. Das Gericht hat außerdem eine psychiatrische Gutachterin eingeschaltet, die den 25-Jährigen eingehend auf seine Schuldfähigkeit untersuchen soll.

Dass der Angeklagte offensichtlich ein Drogenproblem hat, wird schon aus der Anklageschrift deutlich. Fast immer, wenn er von der Polizei aufgegriffen oder zu einer Durchsuchung seiner Wohnung aufgefordert wurde, sollen bei ihm Amphetamine und Marihuana gefunden worden sein.

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