In Bockum-Hövel

Großer Ärger: Wenn der Postbote manchmal nur einmal in der Woche kommt

Der Briefkasten bleibt oft leer: Darüber ärgern sich seit Monaten Dr. Roland und Uta Wahl in Hamm Bockum-Hövel.
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Der Briefkasten bleibt oft leer: Darüber ärgern sich seit Monaten Dr. Roland und Uta Wahl.

Immer wieder blieb der Briefkasten von Uta und Dr. Roland Wahl leer. Das ärgert die beiden, mehrfach hatten die Anwohner der Derfflingerstraße dringend Post erwartet, aber nicht erhalten, immer wieder kamen abonnierte Zeitschriften mit einem oder mehreren Tagen Verspätung.

Bockum-Hövel – Montags kam gar nie mehr Post an, manchmal sei die Zustellung einfach um einen Tag verschoben, dann käme der Bote sogar nur einmal in der Woche berichtet Uta Wahl.

„Als nach einer Woche die gesammelte Post ausgetragen wurde, regnete es in Strömen. Aufgrund des Umfanges passte die Post nicht in unseren Briefkasten. Ich war glücklicherweise zu Hause, um die gesammelten Werke in Empfang zu nehmen“, erinnert sich Uta Wahl. „Aber ich frage mich, was der Zusteller mit der Post gemacht hätte, wäre ich nicht zu Hause gewesen.“

Aufgefallen ist den Wahls die verspätete Zustellung, weil sie etliche Zeitschriften abonniert haben. „Ein abonniertes Nachrichtenmagazin erscheint samstags. Wenn wir es erst am Dienstag oder sogar am darauffolgenden Freitag bekommen, brauchen wir es nicht mehr.“ Manchmal gelte es auch, Fristen einzuhalten. Wenn die Briefe mit Verspätung ausgeliefert würden, sei das kaum möglich. „Laut Bundesnetzagentur hat man ein Anrecht auf eine tägliche Briefzustellung von Montag bis einschließlich Samstag“, sagt Wahl. „Dass montags keine Post zugestellt wird, scheint inzwischen nicht nur in Hamm gängig zu sein. Auch der Samstag wird nicht mehr mit Sicherheit bedient.“

„Die Zusteller sind freundlich, zugewandt und geben ihr Bestes“

Dabei hat sie Verständnis, wenn es mal „klemmt“, zum Beispiel bei Eis und Schnee. Aber nicht zu normalen Zeiten. Und sie hat die Erfahrung gemacht, dass es nicht an den einzelnen Zustellern liegt. Die seien freundlich und zugewandt und gäben ihr Bestes. Aber sie seien überlastet, schildert sie: „Eine Zustellerin berichtete von über 100 Überstunden und dass sie keine Chance hätte, die abfeiern zu können.“ Ihre Vermutung lautet: „Es liegt an falscher Personalplanung oder an zu wenig Personal.“

In gewisser Weise räumt das Postsprecher Rainer Ernzer ein. „Es gab Schwierigkeiten, für die wir uns nur entschuldigen können. Wir hatten Personalprobleme in dieser Ecke. Es waren sehr viele Zusteller krank, teilweise auch längerfristig“, sagt er. Das sei unglücklich gelaufen. Die Ausfallquote sei ungewöhnlich hoch, und die Situation sei nicht absehbar gewesen.

Nicht besetzte Bezirke werden aufgeteilt

Wenn ein Zusteller wegen Krankheit ausfalle, werde der Bezirk unter den benachbarten Bezirken aufgeteilt. „Jeder nimmt dann einen Teil der Post mit. Dass ein kompletter Bezirk nicht zugestellt wird, ist in der Regel ausgeschlossen“, so Ernzer. Allerdings sagt er auch, dass die verbleibenden Kollegen Kapazitätsgrenzen hätten.

Ernzer versprach, es gebe täglich Verbesserungen. Wenn es Verzögerung gebe, seien die Mitarbeiter sensibilisiert worden, sodass die Briefe am nächsten Tag da seien. Aufgrund der längerfristigen Ausfälle von Zustellern würden neue Mitarbeiter eingesetzt.

Die Postmenge macht montags keine zwei Prozent aus

Zur minimalen Postzustellung an Montagen sagt er, die Menge mache keine zwei Prozent der Wochenmenge aus. Die normale Briefpost werde in der Regel von Behörden oder Institutionen verschickt und freitags aufgegeben. Sie werde samstags zugestellt. Was montags im Briefkasten lande, könne fast nur Post sein, die jemand bis Samstagmittag aufgegeben habe. Daher komme es sehr oft vor, dass Haushalte montags keine Post bekämen.

Uta Wahl freut sich, über den Umweg Zeitung verbindliche Aussagen zur Zustellung zu bekommen. Sie selbst habe bei ihren Beschwerden nur Ausflüchte gehört. Jetzt würde sie sich vor allem freuen, wenn ihre Post zuverlässiger käme. Da ist sie aber noch skeptisch.

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