Coronavirus im Urlaub 2020

Ballermann mit Maskenpflicht: So erleben Touristen den Mallorca-Urlaub

Die Partymeile auf Mallorca - die Bier- und Schinkenstraße am „Ballermann“ - ist seit einigen Tagen dicht. Vorerst für zwei Monate. Hunderte Touristen sollen dort ohne Maske und Abstand gefeiert haben - trotz des Coronavirus. Deutsche Urlauber erleben die Auswirkungen aktuell hautnah mit.

  • Die Lokale auf der Bier- und Schinkenstraße auf der Partymeile Ballermann auf Mallorca sind geschlossen.
  • Urlauber aus Hamm (NRW) schildern die Lage vor Ort. 
  • Die Wirte leiden unter dem Coronavirus.
  • Hamm/Palma – Tobias Rein hatte die sechstägige Reise zur Playa de Palma mit Freunden angetreten. Dass die großen Clubs auf Mallorca, etwa der „Bierkönig“ und der „Megapark“ geschlossen sein würden, war da ohnehin schon klar. Sie hätten sich damit arrangiert und unter anderem mit einem Mietwagen die Umgebung erkundet, berichtet der 25-jährige Hammer.

    Dass letztlich aufgrund der Anordnung durch die Regierung wirklich alle Lokale am Ballermann auf Mallorca  „dicht“ waren, kann er nicht nachvollziehen – auch wenn er selbst von der strengen Maßnahme kaum betroffen war, weil seine Urlaubszeit vor Ort gestern Abend bereits wieder endete, berichtet wa.de*.

    Coronavirus auf Mallorca: Strenge Regeln sorgen am Ballermann für Existenzängste

    Er schätzt die aktuelle Touristenanzahl auf nur rund fünf Prozent im Vergleich zu den Vorjahren. „Dass der Megapark und der Bierkönig geschlossen sind, finde ich richtig“, sagt Rein. Beide Geschäfte sind am Ballermann. Diese Lokalitäten seien halt für besonders große Feierscharen ausgelegt. In Corona-Zeiten keine gute Idee. „Aber dass nun die kleineren Lokale auch schließen müssen, finde ich falsch“, sagt Rein. Schließlich stünden hier wirtschaftliche Existenzen auf dem Spiel. Der Hammer sagt, er sei bereits mehr als 30 Mal auf Mallorca gewesen. So wenige Touristen wie jetzt habe er noch nie dort gesehen – nicht einmal in der Nebensaison.

    Schuld an den Zwangsschließungen an der Playa de Palma auf Mallorca seien auch „halbwahre Informationen“, die in den Medien kursierten, vermutet der 25-Jährige. Dort seien unter anderem jahrealte Bilder verwendet worden, die gar nicht die aktuelle Situation zeigten. Merkur.de* berichtet ebenfalls über die Schließung der Partymeile am Ballermann.

    Nicht zu voll und nicht zu leer: So sieht es derzeit an den Stränden der spanischen Mittelmeerinsel Mallorca aus.

    Wirte reagierten auf veränderte Gästeanzahl

    Der Hammer reiste selbst erst einen Tag nach dem besagten Abend an, kann daher nicht genau schildern, was dort wirklich passiert ist. Die Wirte auf Mallorca hätten ihm erzählt, dass es an diesem Abend voller gewesen sei als die Tage zuvor. Um den Abstand besser wahren zu können, hätten sie deshalb am nächsten Tag auf die Stehtische draußen verzichtet.

    „Ich finde, man kann im Moment nirgendwo sicherer Urlaub machen als hier. Die Kellner tragen einen Mundschutz und desinfizieren sogar die Spüle. Letzteres habe ich in Hamm so noch nicht gesehen“, sagt Rein. Er fühle sich zudem sicher, weil sich das Leben auf der spanischen Insel Mallorca weitgehend draußen an der frischen Luft abspiele.

    Maskenpflicht sorgt für Unsicherheit

    Unsicherheit bestehe bei Touristen vor Ort vor allem in einem Punkt: Nicht alle scheinen von der Maskenpflicht erfahren zu haben (oder sich daran halten zu wollen), die seit Montag auf Mallorca und allen anderen Balearen-Inseln gilt, auch im Freien. Nur am Strand, am Pool, beim Essen und Trinken, in der Natur außerhalb von Ortschaften sowie beim Sport darf auf die Mund- und Nasenbedeckung verzichtet werden. „Hier tragen aber fast nur Einheimische diese Masken“, so Rein. Polizisten würden die Touristen auch nicht auf ihr Fehlverhalten hinweisen.

    Kurz nach den Negativ-Schlagzeilen - es war sogar die Rede von einer zweiten Welle auf Mallorca - kam Tamara Beigeba aus Hamm in Palma an. Sie berichtet, dass es dort aktuell unter deutschen Urlaubern gesittet zugehe. „Keiner beschwert sich über die Maske und alle halten sich an den Abstand“, sagt sie. 

    Coronavirus auf Mallorca: Wie sieht es abseits des Ballermanns aus?

    In diesem Jahr ist Dirk Vorderstraße zum vierten Mal auf Mallorca. Als der Fotograf aus Hamm vergangene Woche seinen Flug buchte, war noch nichts von einer Maskenpflicht und den geschlossenen Lokalen in der Partymeile Ballermann bekannt.

    Dirk Vorderstraße entschied sich bewusst gegen die Partymeile und kann sich mit den Schutzmaßnahmen arrangieren.

    Der Hammer wählte bewusst abseits vom Palma-Trubel ein Hotelzimmer im Nordosten, in Can Picafort. „Über die Maskenpflicht habe ich mich nicht geärgert. Und da ich nicht am Ballermann feiern will, schränken mich die neuen Regeln nicht wirklich ein.“ Angesichts der steigenden Infektionszahlen sorgen sich einige Urlauber, ob sie bei ihrer Rückkehr in Quarantäne müssen - dafür gibt es klare Regeln. 

    Auch Schlager-Sänger Mickie Krause hat sich zur Situation auf Mallorca geäußert. Der Ballermann-Star lebt von den Feiermeilen. Das Coronavirus wirkt sich auf das Reisejahr 2020 aus. Viele Länder haben mit den Vorgaben und der Maskenpflicht zu kämpfen. Unsere Redaktion hat nach Mallorca-Urlaubern aus Hamm gesucht und nachgefragt, wie die Lage vor Ort aussieht. Auch in anderen Reiseländern zeigen sich die Ausmaße des Coronavirus: In Kroatien steigt die Zahl der Infizierten wieder an. In Spanien wurden einige Regionen als Risikogebiete ausgewiesen. - *wa.de und merkur.de sind Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

    Rubriklistenbild: © Vorderstraße

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