Auch der Kurpark spielt eine Rolle

Reiterverein-Gelände verkommt - Abriss steht bevor... und dann?

Jede Menge Müll und Unrat: Das Gelände des ehemaligen Märkischen Reitervereins an der Fährstraße.
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Jede Menge Müll und Unrat: Das Gelände des ehemaligen Märkischen Reitervereins an der Fährstraße verkommt zusehends.

Der Märkische Reiterverein Hamm ist seit dem Sommer 2020 Geschichte. Das ehemals so belebte Gelände sieht traurig aus, es verkommt und vermüllt zusehends. Wir wollten wissen, wie es weiter geht - und bekamen (auch) einige Antworten.

Hamm – Der Märkische Reiterverein (RV) Hamm ist Geschichte. Bereits im August 2020 wurde – aus dem ersten Corona-Lockdown heraus – der Betrieb auf dem Gelände an der Fährstraße eingestellt, inzwischen wurde das Insolvenzverfahren als abgeschlossen veröffentlicht. Für die Folgenutzung des Geländes, das zu einem Teil der Klinik für Manuelle Therapie (KMT) gehört, zum überwiegenden Teil der Stadt Hamm, gibt es jetzt Lösungen.

Zur Klinik gehört der Bereich zwischen dem Restaurant Altes Fährhaus (ebenfalls KMT) und den Gebäuden des Reitervereins. Dieser Bereich wurde vom Märkischen RV als Parkplatz sowie als Auslauffläche für Pferde in Form von vier größeren Rasen-Paddocks genutzt. Der frühere Klinik-Geschäftsführer Harald Wohlfarth hatte dem Märkischen Reiterverein die Flächen kostenlos zur Nutzung überlassen, mit der Auflage, dass der MRV diese sauber hält. Wichtig sei es ihm dabei gewesen, „einen Fuß drin zu haben“ (Wohlfarth), wenn eine Nachnutzung der gesamten Fläche anstehen sollte.

Nun steht sie an, doch die KMT macht... „nichts“ - wie Wohlfarths Nachfolger Karl Ehrmann sagt. „Wir werden zwar das Klinikgebäude vergrößern, dazu läuft eine Bauvoranfrage“, sagt der neue Geschäftsführer, „aber nicht auf der Fläche“. Die Klinik soll unmittelbar neben den Bestandsgebäuden auf dem jetzigen Mitarbeiterparkplatz erweitert werden – mit einer Tiefgarage darunter und wohl auch mit der schon lange geforderten Ampelanlage an der Fährstraße.

Trauriges Ende des Reitervereins Hamm: Zukunft der städtischen Fläche

Unter der Leitung Wohlfarths, der im Frühjahr 2019 in den Ruhestand ging, war für die mögliche Nachnutzung zunächst ein (Kinder-) Klinikbetrieb vorgesehen, unter dem neuen Geschäftsführer ist diese Idee indes schnell verworfen worden. „Wir wollen eine räumliche Einheit haben. Ich kann zum Beispiel nicht nachts einen Arzt im Notdienst auf die andere Straßenseite schicken. Da wäre mir das Risiko zu groß“, sagt Ehrmann. Den Parkplatz auf der westlichen Straßenseite werde man sicherlich übergangsweise während der Bauphase nutzen. Mehr sei dort von der Klinikleitung nicht vorgesehen.

Die Gebäude sollen „zurückgebaut“ werden – die Freifläche soll für eine „harmonische Verbindung“ zwischen Gradierwerk und Datteln-Hamm-Kanal genutzt werden.

Über die Nachnutzung der städtischen Fläche, auf der vom Märkischen Reiterverein neben Reithalle, Gastronomie, Stallungen und Führanlage zwei Reitplätze und weitere Paddocks angelegt worden sind, ranken sich Spekulationen – unter anderem über den Bau einer Hotelanlage, die seit Jahren immer mal wieder ins Gespräch gebracht worden ist.

Trauriges Ende des Reitervereins Hamm: Neue Grünfläche für den Kurpark

Angeblich soll die Stadt das Grundstück symbolisch für einen Euro angeboten haben, wenn der Investor die Abrisskosten für Stallungen, Halle und Restauration übernimmt. Klarer Widerspruch aus der Stadtverwaltung: „Wir wollen das Gelände nicht veräußern, sondern als Grünfläche in den Kurpark einbeziehen“, teilt Pressesprecher Lukas Huster mit. So soll entlang des Datteln-Hamm-Kanals eine harmonische Verbindung geschaffen werden zwischen dem westlichen Teil mit dem Gradierwerk und dem größeren Bereich östlich der Fährstraße.

Nun geht es erst einmal um die Immobilien. Wie die Stadt sich mit dem Pächter oder dessen Rechtsvertreter über deren Abwicklung geeinigt hat, ist offen. Der Rückbau soll im Einvernehmen mit dem Pächter geschehen: „Es gibt eine (wegen Vertragsinhalten nicht öffentliche) Vorlage für den kommenden Hauptausschuss, in der ein Verfahren bezüglich des Rückbaus der Politik zum Beschluss vorgelegt wird. Darüber hinaus äußern wir uns zu den Inhalten der Regelung nicht“, teilte Huster mit.

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