Roboter auf dem Rasen: Die Stadt setzt bei der Pflege ihrer Sportanlagen auf automatische Mäher

Bundesligabedingungen auf Hammer Sportplätzen: Ein Mähroboter schneidet den Rasen jeden Tag auf die gleiche Länge.
+
Bundesligabedingungen auf Hammer Sportplätzen: Ein Mähroboter schneidet den Rasen jeden Tag auf die gleiche Länge.

Sie stehen rund um die Uhr zur Verfügung, erledigen ihre Arbeit fast lautlos und äußerst akribisch, und absolut zuverlässig sind sie auch: Kurzum, es sind perfekte Mitarbeiter, die seit einiger Zeit beim Grünflächenamt der Stadt Hamm beschäftigt sind. Dabei handelt es sich nicht um menschliche Kollegen, sondern um Roboter.

Hamm – Genauer gesagt Mähroboter, mit denen die Stadt die Pflege von mittlerweile vier Sportanlagen im Stadtgebiet betreibt und dafür durchweg positives Feedback bekommt.

„Dadurch, dass der Rasen jeden Tag auf die gleiche Länge geschnitten ist, haben wir hier Bundesligabedingungen“, sagt Konstantin Rühl, Spieler, Jugendtrainer und Geschäftsführer des SVE Heessen, über den Zustand der Rasenplätze im Marienstadion. Denn bislang war es dort so, dass Mitarbeiter des Grünflächenamtes die Spielflächen ein bis zwei Mal pro Woche mähten. Dagegen dreht der Mähroboter nun täglich seine Runden und „hält die Länge des Rasens konstant, sodass wir die immer gleichen Bedingungen haben“, wie Rühl erklärt.

Roboter auf vier Sportanlagen im Einsatz

Zuvor sei der Rasen, je nach Wetter und Häufigkeit des Mähens unterschiedlich lang gewesen. „Damit sind wir professionell aufgestellt“, sieht der SVE-Spieler und Funktionär viele Vorteile in der modernen Technik. Klar, dass die Fußballer in Heessen richtig begeistert sind von den Geräten, die im Gegensatz zu Mährobotern für den heimischen Garten deutlich größer und mit etwa 15.000 Euro auch deutlich teurer sind.

Angeschafft hat die Stadtverwaltung die Mähroboter für vier städtische Sportanlagen: Dazu gehören neben dem Marienstadion auch die Sportanlagen Giesendahl in Uentrop und Birkenfeld in Ostwennemar sowie das Sportzentrum Ost. Zum Einsatz kommen die Geräte seit dem vergangenen Jahr. „Derzeit erfolgt der Betrieb der Mähroboter noch, um Erfahrungen zu sammeln“, erklärt ein Stadtsprecher, der aber schon jetzt viele Vorteile erkennt. Neben einem guten Mähbild mit gleichlangem und dichtem Rasen sowie einem langfristig verminderten Düngereinsatz spielt auch der Zeitfaktor eine Rolle. Denn bisher mussten die Mitarbeiter der Stadt für das Mähen der städtischen Sportanlagen extra rausfahren und die Fußballplätze mit normalen Rasenmähern in Form bringen.

Mitarbeiter des Grünflächenamtes entlasten

Weil die Mähroboter aber fest auf den Sportanlagen installiert sind, müssen sich die Mitarbeiter des Grünflächenamtes nun nicht mehr darum kümmern und können sich stattdessen auf andere Grünanlagen in Hamm konzentrieren. Positiv daran: Daraus ergebe sich, so der Stadtsprecher, insgesamt ein besseres Erscheinungsbild der sonstigen Grünanlagen in Hamm.

Ganz ohne menschliche Hilfe geht es nicht: Platzwart Sandro Mecking muss das Gerät mehrmals in der Woche reinigen und warten.

Positiv ist auch, dass die Vereine je nach den Gegebenheiten der Plätze selbst entscheiden können, wann und wie oft die Mähroboter die Rasenflächen außerhalb des Trainings- und Spielbetriebs abfahren. Gesteuert wird das alles über eine App. Wo gemäht werden muss und welche Bereiche der Roboter nicht bearbeiten darf, wissen die Geräte unterdessen dadurch, dass die zu bearbeitenden Fläche durch Induktionsdrähte exakt definiert sind.

Lesen Sie auch

Konzept ohne Mängel: Hamm nimmt erste Hürde zum Gartenkompetenzzentrum

Mehr Aufgaben und mehr Stellen: Bürger wählen den Chef des größten Arbeitgebers der Stadt

Sportler von technischer Neuerung überzeugt

Begeistert ist nicht nur die Stadtverwaltung, sondern auch die Vereine, die die Mähroboter nutzen. So, wie der SVE Heessen und der TuS Uentrop, der sogar der erste Verein mit solch einem Gerät war. „Die Qualität des Rasens ist top“, sagt der TuS-Vorsitzende Werner Gerwin über die zwei Fußballplätze im Giesendahl.

Kurios: „Alf“, wie die Uentroper ihren großen Mähroboter liebevoll nennen ist sehr kommunikativ. „Schon wenn jemand das Gerät nur hochhebt, bekommen ich und der Platzwart eine Nachricht“, erzählt Gerwin mit einem Lächeln. Klingt witzig, schützt aber im Falle eines Diebstahls, sodass das Gerät (und der Täter) aufgrund des GPS-Signals sofort geortet werden könnte. Auch bei Problemen meldet sich die App, sodass sofort Hilfe geleistet werden kann.

Roboter „Alf" ersetzt keine Menschen

Prinzipiell laufe es sehr gut mit der neuen Technik, doch ab und zu gebe es auch mal kleine Problemchen mit der Feinabstimmung. Manchmal sei „Alf“ nämlich unterwegs, auch wenn er eigentlich Pause haben sollte. Wenn so etwas während des Trainings passiert, sorgt das für viele Lacher und keinen Ärger. „Alf ist wieder unterwegs“, heißt es dann scherzhaft.

Übrigens: Ganz ohne menschliche Hilfe geht es aber auch bei dieser top-modernen Technik nicht. Denn wöchentlich zwei Mal müssen die Geräte gereinigt und einmal pro Woche gewartet werden, damit sie tadellos funktionieren. Außerdem müssen vor dem Mähen die Tornetze hochgehängt werden, damit auch diese Bereiche gepflegt werden können.

Das wiederum ist die Arbeit der Platzwarte. „Bei uns kümmert sich Holger Koch darum“, erklärt der TuS-Vorsitzende Werner Gerwin und lobt den Platzwart für sein Engagement. Gleiches gilt aber auch beim SVE Heesen und den anderen Vereinen, die von der Stadt einen Mähroboter zur Verfügung gestellt bekommen haben.

Nasa-Roboter «InSight» sicher auf dem Mars gelandet

So stellt sich die Nasa den Landeanflug von "InSight" kurz vor dem Aufsetzen vor. Foto: NASA/JPL-Caltech
Bei der Arbeit: Die Computer-Visualisierung zeigt den Lander "InSight" bei einer Probebohrung auf dem Mars. Foto: NASA/AP
Die für einen Funktionstest ausgefahrenen Solarmodule eines "InSight"-Landefahrzeugs. Foto: NASA/JPL-Caltech/Lockheed Martin
Der Nasa-Roboter "InSight" hat erste Fotos vom Mars gesendet: Foto: NASA/AP
Nasa-Roboter «InSight» sicher auf dem Mars gelandet

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare