Warum duften Neuwagen so gut? Erfolg für Lukas Greth bei "Jugend forscht"

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Werries - Vom porösen Hausschlappen zum Bundeswettbewerb von „Jugend forscht“: Lukas Greth hat es geschafft, er hat den ersten Preis für Chemie beim Landeswettbewerb in Leverkusen gewonnen. Nun geht es im Mai in den Bundeswettbewerb nach Darmstadt.

Für Greth sind die Abiturklausuren nicht die einzige Herausforderung im Mai. Vom 24. bis 27. Mai findet in Darmstadt der Bundeswettbewerb statt, und er möchte gewinnen. Zum Gewinn gehört ein Preisgeld von 3000 Euro, aber darum geht es dem 17-Jährigen nicht, sondern vor allem „um Kontakte und die Alleinstellungsmerkmale für den Lebenslauf“. 

Grundlage der Untersuchung: Der berühmte Neuwagen-Duft

Zugrunde liegen der Untersuchung des Stein-Gymnasiasten zwei Beobachtungen. Zum einen der Neuwagen-Geruch, der in älteren Wagen nicht mehr zu finden ist. Und zum anderen die zunehmende Intensität des Geruchs, wenn sich die Armaturen in der Sonne erhitzen. Aus diesen beiden alltäglichen Phänomenen entstand in Greths Kopf eine Theorie: Etwas im Kunststoff scheint den Geruch auszudünsten und das ist abhängig von Temperatur und Produktalter. Je mehr die Komponente verfliegt, umso weniger duftet der Neuwagen. 

Aus diesem Alltagsblick entstanden die Facharbeit für die Schule, der Gewinnerbeitrag für die Hans-Riegel-Stiftung und den Regional- und Landeswettbewerb von „Jugend forscht“. Greth entwickelte sein Projekt mit dem komplizierten Titel „Korrelation zwischen VOC (Volatile organic carbon)-Emissionen und dem Geruch von Kunststoffen im Automobilinnenraum und deren Abhängigkeit vom Produktionsalter am Beispiel von Acrylnitril-1,3-Butadien-Styrol-(ABS)-Copolymer“

„Im Nachhinein bin ich erleichtert, dass ich nicht das Plus an der Eins für die Facharbeit vergessen habe“, meint Chemie-Leistungskurs-Lehrer Dieter Eschenbacher lachend. Die Wettbewerbserfolge zeigen die Qualität der Arbeit. Und auch für den weiteren Verlauf ist fast alles vorbereitet. „Ich muss noch ein, zwei Versuche unternehmen, um meine These weiter zu untermauern“, meint Greth und der Stand müsse noch verschönert werden. 

Bei „Jugend forscht“ zeigen die jungen Wissenschaftler ihre Ergebnisse mit ihrem Stand, erklären ihre Forschungen und stellen sich den immer komplexer werdenden Fragen der Jury. Bereits im Regionalwettbewerb in Dortmund hatte sich Greths Idee gegen 408 Teilnehmer durchgesetzt. In Leverkusen traf dann die Top 11 Nordrhein-Westfalens aufeinander. 

Möglich war ihm die Forschung nur durch die Zusammenarbeit des Stein-Gymnasiums mit der Hochschule Hamm-Lippstadt. Denn um dem Duft auf die Spur zu kommen, benötigte Greth das Ionen-Mobilitäts-Spektrometer (IMS) an der HSHL. Dozent Alexander Surminski half ihm bei der Analyse. 

Nur möglich dank Fachhochschule und MINT

Die intensive Zusammenarbeit erfreut Schulleiter Thomas Kasselmann genauso wie Professor Peter Britz, Head of Department Hamm 2 der HSHL. Gemeinsam mit der MINT-Excellence sorgt diese Unterstützung für immer mehr Erfolge bei Wettbewerben. Britz und Kasselmann sind besonders stolz auf Greth, ihren ersten „Jugend forscht“-Bundeswettbewerbs-Teilnehmer. Doch die Freude, die Greths Leistungskurs-Lehrer Eschenbacher empfindet, kann keiner von ihnen überbieten. „Als ich das Ergebnis hörte, knallten bei mir Zuhause die Sektkorken“, berichtet er. 

„Beim Bundeswettbewerb hat Lukas gute Chancen, denn sein Projekt ist sehr modern“, sagt Eschenbacher erfreut und Kasselmann ergänzt: „Lukas kann sein Thema auch für Nicht-Chemiker verständlich erklären. Er ist so souverän und entspannt im Wettbewerb.“ Mit den erhofften Kontakten hat es bereits geklappt: Für die nächsten Wochen lud der IMS-Hersteller Greth in seine Produktionsstätte nach Dortmund ein.

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Doch dazu und zum „Jugend forscht“-Wettbewerb kommen noch die anstehenden Abiturklausuren. „Für den Leistungskurs Chemie ist Lukas gut präpariert“, ist sich Eschenbacher sicher. Und auch der Abiturient bleibt entspannt: „Ich gehe seit zwölf Jahren zu, Schule und ich schreibe seit zwölf Jahren Klausuren.“ Dann ist der Bundeswettbewerb schon deutlich aufregender.Den Mottotag hat Greth schon verpasst.

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