Lüften statt Lüfter

(Wie) Werden die Hammer Schulen fit für den Corona-Schutz?

Luftfilter für Schulen
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Mangelware: Luftfiltergeräte wie dieses gibt nicht an allen Hammer Schulen. 

Auch wenn derzeit keiner hören will in Hamm: Nach dem Schuljahr ist vor dem Schuljahr. Es wird also schon fleißig geplant, auch und vor allem mit Blick auf die Corona-Entwicklung, hinter der weiter viele Fragezeichen stehen.

Hamm - Die Sommerferien haben begonnen. Die Stadt appelliert an alle, die verreisen, sich nach der Rückkehr testen zu lassen. Gleichzeitig laufen an den Schulen schon Vorbereitungen auf den Schuljahresbeginn in sechs Wochen. Auch hier soll weiter fleißig getestet werden; Luftfilter werden in den Klassenräumen aber die Ausnahme bleiben. (News zum Coronavirus in Hamm)

Vor einem Jahr hatten viele die Pandemie schon als erledigt betrachtet und wurden kalt erwischt. Das soll sich nicht wiederholen, weshalb Oberbürgermeister Marc Herter trotz der aktuell niedrigen Fallzahlen zu besonderer Vorsicht aufruft. Im vergangenen Jahr hatten Reiserückkehrer maßgeblich zum starken Anstieg der Infektionszahlen im Spätsommer und Herbst beigetragen.

Corona und Schulen in Hamm: Tests für Rückkehrer

Bevor Reiserückkehrer wieder ihrem normalen Alltag in Hamm nachgehen – sich mit Freunden und der Familie treffen, einkaufen oder zur Arbeit fahren – solle sich jeder einem Schnelltest unterziehen. „Verzichten Sie vorher auf Kontakte“, appellierte der OB eindringlich. Für ihn sei es eine Selbstverständlichkeit, sich testen zu lassen, um sich selbst und andere nicht zu gefährden: „Ich werde das auch tun.“

Corona und Schulen in Hamm: Schnelles Eingreifen

Sollte es wieder zu Ausbrüchen kommen, sei man schnell wieder in der Lage einzugreifen, betonte Herter. Das bisherige Vorgehen bei nennenswerten Infektions- clustern habe sich bewährt. „Zweimal sind wir schnell und hart eingeschritten und sind in die akuten Infektionsherde hineingegangen. Bei einer breiten Ausdehnung des Infektionsgeschehens müssten wir aber in den sauren Apfel beißen und wieder härtere Einschränkungen in Kauf nehmen.“

Corona und Schulen in Hamm: Tests an Schulen

Ein weiterer wichtiger Aspekt in den Überlegungen der Stadt ist der Infektionsschutz – insbesondere in den Schulen. Also dort, wo nach den Ferien sehr wahrscheinlich noch die wenigsten Personen geimpft sein werden. „Wegen der vielen jüngeren Schüler ist dort die Impfquote, die wir vielleicht insgesamt erreichen, nicht gegeben“, erklärte Herter. Vor allem Grund- und Förderschüler sollen daher am ersten Schultag freiwillig einen Selbsttest machen, den die Stadt zur Verfügung stellt.

Bei einer breiten Ausdehnung des Infektionsgeschehens müssten wir in den sauren Apfel beißen und wieder härtere Einschränkungen in Kauf nehmen.

Marc Herter, Oberbürgermeister

Corona und Schulen in Hamm: Devise „Fenster auf“

In den Schulen wird die Devise dann „Fenster auf“ heißen. Die Stadt hat zwar mittlerweile 58 mobile Luftfilter gekauft, mit denen die Viren aufgefangen werden sollen. Die sind aber nur für 47 Schulräume gedacht, die auf natürliche Art nicht belüftet werden können. Die Hammer Schulen haben mehr als 1 000 Unterrichtsräume.

Corona und Schulen in Hamm: Kleine Reparaturen

Die Stadt geht allerdings davon aus, in Sachen Virenschutz an Schulen ihre Hausaufgaben gemacht zu haben. Im Herbst war bei einem Schnell-Check an den 49 von 66 städtischen Schulgebäuden Handlungsbedarf festgestellt worden. Dabei ging es vor allem um defekte Fenster. Solche Reparaturen seien an den jeweiligen Schulen mittlerweile durchgeführt worden, sagte Stadtsprecher Lukas Huster. Wo die Fenster sich nach wie vor nicht öffnen lassen, kämen die Filter zum Einsatz.

Corona und Schulen in Hamm: Schulsanierung

An fünf Schulgebäuden waren bei der Inspektion Schäden aufgefallen, die nur mit großen Baumaßnahmen behoben werden können: Elisabeth-Lüders-Berufskolleg, Friedensschule, Gymnasium Hammonense, Karlschule und Sophie-Scholl-Gesamtschule. Was in welcher Reihenfolge saniert werden solle, werde in der zweiten Jahreshälfte abgestimmt, so Huster.

Corona und Schulen in Hamm: Mehr Schulbusse

Zwischen Hauptbahnhof und den Berufskollegs im Westen sollen ab Schuljahresbeginn bis zu den Weihnachtsferien zusätzliche Busse fahren, um alle Schüler mit gebührendem Abstand mitnehmen zu können. Ob und wie dieses Angebot verstärkt oder verändert wird, will die Stadt Huster zufolge anhand der konkreten Situation im Laufe des neuen Schuljahrs entscheiden.

Grundsätzlich werde im Rathaus die weitere Entwicklung der Pandemie über die Sommerferien beobachtet. Anhand des aktuellen Pandemiegeschehens würden auch kurzfristig vor dem Unterrichtsstart neue Regelungen getroffen.

Corona und Schulen in Hamm: Voller Schulbetrieb

Das Land setzt mit dem Schuljahresbeginn wieder auf durchgehenden Präsenzunterricht. Auch der Offene Ganztag und die Über-Mittag-Betreuung sollen wieder in vollem Umfang angeboten werden. Das alles ist weiterhin mit regelmäßigen Tests und Maskenpflicht in den Gebäuden versehen.

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