Riesige Resonanz auf Herringer Loveparade-Petition

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21 Menschen starben 2010 bei der Katastrophe.

Hamm - „Wir stehen alleine da.“ Das war vor einer Woche die bittere Botschaft des Ehepaars M. aus Herringen, als der Loveparade-Prozess vor dem Duisburger Landgericht geplatzt war. Eine Botschaft, die inzwischen überholt ist.

Die 58 und 62 Jahre alten Eheleute hatten am 24. Juli 2010 ihren einzigen Sohn bei der Katastrophe verloren und gegenüber dem WA ihre Ohnmacht wegen der frisch ergangenen Duisburger Entscheidung geschildert. Heute, sieben Tage danach, stehen Uwe und Gabi M. nun nicht mehr alleine da. Im Gegenteil. Rund 43.000 Bundesbürger haben sich mit den Herringern solidarisiert, indem sie eine Online-Petition unterzeichnet haben, die Gabi M. am 8. April gestartet hatte.

„Bitte helfen Sie mir, an die Düsseldorfer Richter zu appellieren, den sinnlosen Tod meines Sohnes und der anderen Betroffenen in einem Strafverfahren aufzuklären“, hatte die 58-Jährige in dem Portal „change.org“ geschrieben und damit ihre Ankündigung wahrgemacht, alle in ihrer Macht stehenden Möglichkeiten auszuschöpfen, um die Duisburger Entscheidung wieder aus der Welt zu schaffen.

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Zwar hatte die Staatsanwaltschaft Duisburg hatte am 5. April umgehend reagiert und eine Beschwerde gegen die Einstellung des Verfahrens eingelegt. Doch mit der Unterstützung von jetzt schon 43.000 Unterzeichnern – ein herausragender Wert für Initiativen dieser Art – erhält die Beschwerde, über die das OLG Düsseldorf entscheiden wird, eine zusätzliche, öffentliche Dimension.

Internetportale wie die der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ oder des ZDF berichteten über die Herringer Initiative und verhalfen ihr so zu bundesweiter Aufmerksamkeit.

„Ich habe meinem Kind versprochen, dass ihm wenigstens Gerechtigkeit widerfährt. Bisher ist es das einzige Versprechen, das ich meinem Sohn gegenüber nicht halten konnte. Alles, was ich Christian im Leben versprochen hatte, habe ich immer gehalten“, schreibt Gabi M. in ihrer Petitionsbegründung.

Das Herringer Paar hatte sich bislang äußerst zurückhaltend gegenüber den Medien verhalten. Lediglich am fünften Jahrestag der Katastrophe und eben am 5. April dieses Jahres gegenüber dem WA hatten sie von ihrem schweren Schicksal erzählt. Wer die Petition unterstützen möchte, kann dies auch weiterhin hier im Internet tun.

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