Loveparade-Prozess: Gabi Müller aus Hamm will endlich Gerechtigkeit

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Gabi Müller als Nebenklägerin vor Gericht. 

Düsseldorf/Hamm - Mehr als sieben Jahre nach der Loveparade-Katastophe in Duisburg hat der Strafprozess gegen zehn Angeklagte begonnen. Es dürfte einer der größten der Nachkriegszeit werden. Mittendrin: Gabi Müller aus Hamm. Die 60-Jährige hat damals ihren Sohn verloren. Sie will endlich Gerechtigkeit.

„Ich möchte endlich abschließen können. Möchte aufgeklärt wissen, warum dieses Unglück passieren konnte.“ Gabi Müller schreit nicht nach einer harten Strafe für die Angeklagten, fordert keine Vergeltung, wenn am Freitag im Düsseldorfer Kongresszentrum der Strafprozess gegen sechs Mitarbeiter der Stadt Duisburg und vier des Veranstalters Lopavent beginnt. ´

Noch immer melden sich Loveparade-Traumatisierte

Die 60-jährige Hammerin verlor durch die Loveparade-Katastrophe ihren Sohn Christian (26), der am 24. Juli 2010 auf dem Weg zum Festivalgelände im Gedränge starb.

Christian Müller starb bei der Loveparade-Katastrophe.

Fünf Jahre scheute sie die Öffentlichkeit und versuchte, den Verlust im Stillen zu verarbeiten. Als 2015 bekannt wurde, dass Duisburgs Oberbürgermeister Adolf Sauerland und Veranstalter Rainer Schaller straffrei bleiben würden, änderte sie ihre Vorgehensweise. Gabi Müller stand seitdem einer Vielzahl von Zeitungen und Fernsehteams Rede und Antwort und wurde zu einer der prominentesten Stimmen der Hinterbliebenen.

Nun tritt sie als eine von rund 20 Nebenklägerinnen auf. Ihre Erwartung an das Verfahren: „Ich hoffe, dass das Gericht Recht sprechen wird. Am schlimmsten zu ertragen wären für mich eine Verjährung oder Freisprüche der Angeklagten.“

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Zunächst wurden 111 Prozesstage bis Ende 2018 festgelegt. Damit die Vorwürfe nicht verjähren, muss bis Mitte 2020 ein Urteil fallen.

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