Das westfälische Tübingen?

Bewerbung für Lockerungen: Hamm will Modellkommune sein

Wird die Stadt Hamm Modellregion in Nordrhein-Westfalen für Lockerungen der Corona-Einschränkungen? Zumindest rechnet man sich im Rathaus gute Chancen aus; die Bewerbung ist raus.

Hamm - Ministerpräsident Armin Laschet hat unter strengen Voraussetzungen nach Ostern gelockerte Corona-Beschränkungen für eine Handvoll Städte und Landkreise angekündigt. Auch die Stadt Hamm hat sich darauf schriftlich beim Land beworben. (News zum Coronavirus in Hamm)

Weg vom reinen Schließen hin zu individuellen Lösungen: Vorbildcharakter hat die Stadt Tübingen (Baden-Württemberg) mit dem Projekt „Öffnen mit Sicherheit“. Dort wurden flächendeckend Schnellteststationen eingerichtet, mit deren negativem Corona-Befund der Zutritt zu Geschäften, Kultureinrichtungen, Außengastronomie oder Friseuren möglich ist.

Die Stadt Hamm ist zuversichtlich, die Voraussetzungen für eine der wenigen Modellkommunen in NRW zu erfüllen: hohe Testdichte, eine vergleichsweise sehr hohe Nachverfolgungsquote und 25 Schnelltestzentren (inklusive dem Allee-Center, das in Kürze dazu kommt). „Wir haben die Hoffnung, dass die gute Vorarbeit trägt“, sagte Stadtsprecher Detlef Burrichter. Hamm sei im Vergleich zu anderen Städten aufgrund der hohen Inzidenz zwar kritisch beäugt worden, die hohe Testung sei aber der richtige Weg gewesen.

Tübingen als Vorbild für Hamm: Schnelltestzentren und Luca-App

Mit den 25 Testzentren habe Hamm eine tägliche Kapazität von über 7000 Tests. Diese sei bei einer aktuellen Nachfrage zwischen 500 und 1000 nicht annähernd ausgeschöpft. Die Voraussetzung flächendeckender Schnellteststationen – wie vom Land gefordert – sei gegeben.

Zudem setze die Stadt in der Nachverfolgung auf die so genannte Luca-App. Dafür gebe es bereits eine breite Basis in Hammer Unternehmen. Über App und QR-Code werden beispielsweise Restaurant- oder Theaterbesucher beim Ein- und Ausgang erfasst. Dies dient digital der besseren Rückverfolgung. Die „Zettelwirtschaft“ zur Adresserfassung könnte damit entfallen.

Tübingen als Vorbild für Hamm: Unterschrift nicht nur vom OB

Unterzeichnet ist der Brief an Ministerpräsident Armin Laschet von einem breiten Bündnis aus Stadt (OB Marc Herter), Handel und Wirtschaftsförderung. Wie die Chancen sind, wie viele Kommunen sich bewerben und wie die genauen Auswahlkriterien sind, wurde zunächst im Detail nicht bekannt.

Noch Abstimmungsbedarf zwischen Land, Stadt, Kassenärztlicher Vereinigung und Hausärzten sieht Stadtsprecher Burrichter im Verfahren mit den neuen Impfberechtigten der Pflegegrade 4 und 5 sowie bettlägerigen Menschen über 80, die allesamt zuhause geimpft werden sollen. Zwar gebe es einen Landeserlass von Anfang der Woche dazu, der die Hausärzte zur ausführenden Person mache, wie das im Detail funktionieren solle, sei aber noch nicht geklärt. Die Stadt wolle hierzu keine falschen Versprechen machen.

Die Stadt Hamm ist nicht die einzige, die eine Modellkommune sein will. Wie Ruhr24.de* berichtet, hat plant der Kreis Recklinghausen trotz Corona bald krasse Öffnungen in zehn Städten*. Auch hier dient das „Tübinger Modell als Vorbild.

Die Stadt Soest hat die Offerte vom Land bekommen, Corona-Modell-Kommune in Nordrhein-Westfalen zu werden*, berichtet soester-anzeiger.de*. - *ruhr24.de und soester-anzeiger.de* sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Zacharie Scheurer/dpa-tmn

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