Corona-Inzidenzwert sinkt stetig

Lockerungen für 5000 Genesene in Hamm - Schulöffnung in Sicht

Lockerungen für Geimpfte und Genesene.
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Lockerungen für Geimpfte und Genesene.

Lockerungen für Genesene und Geimpfte, Schulöffnungen in Sicht: Hamm ist nicht mehr der Corona-Hotspot in NRW. Mit sinkenden Inzidenzen wachsen die Hoffnungen.

Hamm – Mit 861 Infizierten und einer Inzidenz von 178,4 ist Hamm nicht mehr der Corona-Hotspot in NRW. Sollte sich der Trend verstetigen und in den nächsten Tagen auch die 165er-Inzidenz-Grenze konsequent unterschritten werden, könnte im Lauf der kommenden Woche an den Schulen in den Wechselunterricht wieder zurückgekehrt werden. Die Nachricht des Tages war am Montag aber, dass Genesene und Geimpfte aus Hamm nun auch eine Handhabe bekommen, um sich von einem Teil der Corona-Auflagen befreien zu können. Ein Überblick. (News zum Coronavirus in Hamm)

Lockerungen für Hamm in Sicht: Serienbriefe an rund 5.000 Personen

Mehrere Tage hatte die Stadt auf eine Anordnung des Landes gewartet, wie mit den Genesenen einheitlich zu verfahren sein würde. Die Ankündigung wurde am Montag in Düsseldorf wieder zurückgezogenen. Die Kommunen sollen nun doch selbst die Verfahrensweise festlegen. Die Stadt begann im Tagesverlauf sogleich damit, ein entsprechendes Verfahren zu erarbeiten. Geplant sind nun Serienbriefe, in denen den Betroffenen ein positiver PCR-Test und damit eine überstandene Infektion bescheinigt wird. Diese Briefe sollen Mitte der Woche an die Genesenen per Post verschickt werden, hieß es am Montagabend aus dem Rathaus. Grundsätzlich sei es so, dass die Lockerungen für Genesene gelten, deren Infektion zwischen 28 Tagen und sechs Monaten zurückliegt. Das betreffe in Hamm rund 5.000 Personen.

Bei wem die Infektion länger als sechs Monate her ist, aber schon eine Impfung stattgefunden hat, für den sollen ebenfalls Lockerungen gelten dürfen. Hierzu muss neben der Bescheinigung auch der Impfpass mitgeführt werden. „Für diese Sonderfälle arbeiten wir derzeit an einer Lösung, wie wir den Betroffenen die Bescheinigungen zukommen lassen, weil wir die nicht einfach aus unserer Datenbank rausziehen können“, so Stadtsprecher Tom Herberg. Man werde aber auch hier kurzfristig sprachfähig sein.

Lockerungen für Hamm in Sicht: mit Impfpass beim Friseur ausweisen

Wer bereits einen vollen Impfschutz hat, kann sich schon jetzt über seinen Impfpass entsprechend ausweisen und beispielsweise ohne negativen Schnelltest einen Friseur besuchen.

Hätte es in der vorvergangenen Woche nicht den Corona-Ausbruch in der Zentralen Unterbringungs-Einrichtung (ZUE) am Alten Uentroper Weg gegeben, wäre das Infektionsgeschehen in Hamm weniger ausgeprägt gewesen und die 165-Grenze wohl schon jetzt unterschritten. Wie viele Fälle auf das ZUE-Geschehen zurückzuführen sind, will Oberbürgermeister Marc Herter am Dienstag in der Sondersitzung des Sozialausschusses bekanntgeben.

Impfungen in Brennpunkten: Infektionschehen besser in den Griff bekommen

Zusätzliche Impfungen in den Brennpunkten würden dazu beitragen, das Infektionsgeschehen in Hamm besser in den Griff zu bekommen. Seit einer Woche wartet die Stadt auf entsprechende Impfstoff-Lieferzusagen des Landes – bislang vergebens. Auch bis Montagnachmittag waren diesbezüglich nichts im Rathaus eingegangen. „Sobald der Erlass des Landes da ist und die Impfmengen klar sind, wollen wir anfangen“, hieß es aus dem Rathaus.

Die Fachämter seien seit der vergangenen Woche dabei, die Wohnquartiere nach Lage, Größe und Personenzahl zu analysieren und für die Aktion vorzubereiten. Die Impfbereitschaft in den Großwohnquartieren sei hoch. In der Regel betrage der zeitliche Vorlauf für die Impfstoffbestellung und -Lieferung rund zwei bis vier Tage. „Wir warten also nur noch auf grünes Licht vom Land“, so ein Stadtsprecher.

Lockerungen in Hamm, Astrazeneca für alle - aber:

Die Freigabe von Astrazeneca ist Fluch und Segen zugleich. In der WA-Redaktion mehren sich die Klagen von Impfwilligen, deren Hausärzte keine Impfungen durchführen oder erst ab einem bestimmten Lebensalter Astrazeneca verimpfen wollen. Die Suche nach einem anderen Impfarzt ist dann beschwerlich und vielfach erfolglos.

Eine Liste, welcher Arzt in Hamm überhaupt impft und noch Kapazitäten frei hat, wäre hilfreich, ist aber nicht in Sicht. „Das geht nicht“, hieß es am Montag von der für Hamm zuständigen Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL). Angesichts von 15.000 Mitgliedern sei ein Listen-/Registrierverfahren organisatorisch nicht machbar.

Lockerungen für Hamm in Sicht - Impfzentrum falsche Adresse für Astrazeneca

Ferner bestellten die niedergelassenen Ärzte ihren Impfstoff über die Apotheken beim Bund. Wie viel Impfstoff ein einzelner Arzt erhalte und wie dessen Auslastung sei, wisse man auch bei der KVWL nicht. Auch das Impfzentrum an der Friedensschule ist nicht die richtige Adresse. Die Stadt bestätigte auf WA-Anfrage, dass dort gelegentlich Impfwillige aufliefen und abgewiesen werden müssten. Aktuell werden dort aus der Prio-3-Gruppe Lehrer von weiterführenden Schulen und Freiwillige der Feuerwehren geimpft.

Astrazeneca komme dort derzeit überhaupt nicht zum Einsatz; am Ende eines Impftages gebe es demzufolge auch keine Überstände.

Lockerungen in Sicht - keine Sonderregelung für „Vatertag“

Anders als am 1. Mai wird es in Hamm keine gesonderte Regelung für den „Vatertag“ am kommenden Donnerstag geben. Das teilte die Stadt am Montag auf WA-Nachfrage mit. Aus dem Rathaus wurde allerdings darauf hingewiesen, dass natürlich auch an diesem Tag die allgemeinen Corona-Bestimmungen (Treffen von nur einem Haushalt mit einer weiteren Person etc.) gelten würden.

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