Folgen der Pandemie

Lockdown am Lenker: Fahrradläden dürfen nur die Werkstatt öffnen

Fahrrad Stanze bietet einen Reparatur-Service an.
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Reparaturen möglich: Marvin Knips schraubt bei Fahrrad Stantze.

Die Luft ist raus: Auch Fahrrad-Geschäfte müssen die Türen schließen. Immerhin: Ihre (angeschlossenen) Werkstätten dürfen geöffnet bleiben. Aber lohnt sich das überhaupt?

Hamm – Bei Zweirad Stantze ist die Werkstatt grundsätzlich weiterhin offen, „aber wir machen über die Feiertage Betriebsferien“, sagt Geschäftsführer Ingo Schütte. Bis einschließlich 3. Januar ist auch die Werkstatt geschlossen. „Es war eine anstrengende Saison und wir atmen auch mal ganz gerne durch“, begründet Schütte die Entscheidung in einem außergewöhnlichen Jahr mit dem Coronavirus. Die Werkstatt alleine rentiere sich nicht, sie sei lediglich ein Service für die Kunden. Das sehen auch alle anderen gefragten Zweirad-Händler so.

Fahrradgeschäfte im Lockdown: Werkstadt beim „Radprofi“ geöffnet

Heiner Anxel, Inhaber vom „Radprofi“ am Alten Uentroper Weg, geht von keinem hohen Andrang während des Lockdowns aus: „Es steht Weihnachten vor der Tür.“ Das Geld werde für andere Dinge als ein Rad ausgegeben. Die Werkstatt des Radprofis sei dennoch geöffnet. Ähnlich sieht es beim Bike-Center Hallmann aus, (auch) dort ist die Werkstatt räumlich vom Verkauf getrennt.

Auch bei Zweirad Niehues lohne sich die Öffnung der Werkstätten aus wirtschaftlichen Gründen nicht. „Aber wir möchten weiter für die Kunden da sein“, sagt Inhaber Dirk Kemper-Niehues.

Lockdown? Fahrradverkäufe theoretisch noch möglich

Der Kauf von Rädern bleibt weiterhin möglich – aber nur über Umwege. Der direkte Rad-Verkauf sei im Lockdown laut Kemper-Niehues nicht erlaubt, jedoch bestehe die Möglichkeit online, telefonisch oder per Mail den Kontakt mit dem Händler aufzunehmen und Räder zu bestellen. Die Auslieferung von Fahrrädern sei laut Kemper-Niehues ebenfalls weiterhin erlaubt. Auch Testfahrten seien weiterhin möglich. „Es ist alles etwas müßig, aber wir tun alles, um ein paar Mark zu verdienen“, so Kemper-Niehues.

Lockdown: Bei Zweirad Niehues gibt es Räder nur auf Bestellung.

Für insgesamt acht Mitarbeiter in den beiden Zweirad- Niehues-Geschäften wird für die Dauer des Lockdowns Kurzarbeit beantragt. Besonders optimistisch blickt Kemper-Niehues nicht auf das Ende des Lockdowns am 10. Januar: „Ich glaube nicht, dass es dann weiter geht. Es wird sicher wegen der Feiertage noch mal eine Welle an Infektionen geben.“

Er geht nicht davon aus, dass vor Anfang Februar der Einzelhandel wieder vollständig öffnen werde. Der verkaufsstarke Sommer helfe nun den Rad-Geschäften dabei, den Lockdown besser zu überstehen.

Doch der Ansturm im Sommer auf die Fahrrad-Geschäfte stellt auch ein Problem dar: Die meisten Lager sind leer. Im nächsten Jahr seien laut Kemper-Niehues nicht alle Räder wieder auf Lager. „Wir gehen davon aus, dass rund 40 Prozent der bestellten Räder nicht geliefert werden“, sagt der Inhaber von Zweirad Niehues. Die Produktion sei das Problem. Dennoch hofft er, dass während des Lockdowns ein paar bestellte Räder im Betrieb ankommen, damit diese für den Frühlingsverkauf vorbereitet werden können.

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