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Lob für den Fun-Sport-Platz, aber auch Kritik am Freizeit-Angebot in Herringen

Jugendliche in Hamm Lippepark Fun-Sport-Bereich
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Die jugendlichen Sportler im Fun-Sport-Bereich im Lippepark sind weitgehend zufrieden: Für sie ist es der beste Platz für das Hobby im Stadtbezirk. Allerdings sehen sie durchaus auch Verbesserungsbedarf.

Der Fun-Sport-Bereich im Lippepark in Herringen wird gerne genutzt. Wie nehmen ihn die Skater selbst wahr? Bei einem Besuch vor Ort wird schnell klar: In den Reihen der Jugendlichen gibt es durchaus noch Verbesserungsvorschläge für das Freizeitangebot für junge Leute im Stadtbezirk. Diskutieren Sie mit (Formular unten im Artikel)!

Herringen – Die Sonne scheint. Schon von weitem schallt Kinderlachen über die Wiese. Jugendliche rufen sich etwas zu. Auf dem Fun-Sport-Areal im Lippepark herrscht reger Betrieb. Das Areal mit seinen Obstacles (deutsch: Hindernisse/Hürden) ist eine beliebte Anlaufstelle für Kinder und Jugendliche. Mit Skateboards und Skootern üben sie ihre Tricks ein und lassen die Seele baumeln. Auch Felix kommt regelmäßig dorthin. Für den 17-Jährigen ist der Skatepark eins der besten Angebote für Jugendliche im Stadtteil.

An diesem Tag ist er allerdings nur als Zuschauer dabei. Er kann zwar skaten. „Aber heute habe ich die falschen Schuhe an“, erzählt er. Und lacht. Mit einigen anderen Jugendlichen macht er es sich auf einer Mauer bequem und behält die Skater im Auge. Während er dieses Mal also passiv bleibt, sind Ben und Noah schon eine Weile auf dem Kurs aktiv, ehe sie eine Pause einlegen, um mit den Freunden zu quatschen. Für den 18-Jährigen Ben ist der Skatepark die einzige Anlaufstelle in Herringen. Kumpel Noah (17) kommt dann und wann auch mal zum Fußballspielen im Lippepark vorbei. Aber auch ihn zieht es vorwiegend zum Skaten dorthin.

Hier würden sich Jugendliche gerne bei Planungen einbringen

„Der Skatepark ist super“, sagt er. Vor allem die Größe hat es den beiden Skatern angetan. Wunschlos glücklich sind sie mit dem Areal aber noch nicht. „Der hintere Bereich mit den Sitzgelegenheiten könnte auch noch zum Skaten einbezogen werden“, wünscht sich Noah. Und Felix findet, dass die Skater besser in die Planung hätten integriert werden können. „Wenn man mal schaut – hier vorn steht ein Block, daneben ein Block, dann ein dritter Block und da noch eine Rampe“, zählt er auf. „Da muss man als Skater schon richtig kreativ werden, um das abwechslungsreich zu nutzen.“ Eine Hip zum Beispiel, ein Pyramiden-Element, da sind sich die drei einig, wäre als Obstacle ein echter Gewinn für den Herringer Skatepark.

„Sollte das hier mal überplant werden, wäre ein DIY-Konzept super“, sagt Ben. Da wären die drei Skater auch sofort mit dabei, betonen sie, um sich einzubringen und mitzuplanen, um das Areal noch ansprechender zu gestalten. Ansonsten sei Jugendarbeit nicht so wirklich ihr Ding.

Auch wenn zumindest Felix, geboren und aufgewachsen in Herringen, die Jugendarbeit im Stadtteil durchaus zu schätzen weiß. „Als ich jünger war, bin ich oft ins Haus der Jugend gegangen, da gab es richtig coole Angebote“, erinnert er sich. Für die jüngeren Mädchen und Jungen sei das Haus der Jugend eine gute Anlaufstelle.

„Nicht viel mehr als Skatepark und Fußballfeld“

„Die Älteren müssen dann lernen, sich selbst zu beschäftigen“, sagt Felix. Viel mehr als den Skatepark und das Fußballfeld gebe es nicht, was seine Altersklasse anspreche. Zum Teil seien die Jugendlichen aber auch selbst mit Schuld daran, findet er. Nur wenige würden sich aktiv in der Jugendarbeit engagieren, das sieht er an sich selbst. „Ich bin halt faul. Das muss ich ehrlich so sagen“, sagt Felix lachend. Sich mit Zeit und Kreativität in die Jugendarbeit einzubringen – das stehe bei vielen jungen Menschen einfach nicht auf der Agenda. „Auf der anderen Seite müssen wir Jugendlichen uns dann auch nicht wundern, wenn uns dann Angebote fehlen“, betont er.

Hätten gern am Skatepark im Lippepark mitgeplant: Ben (18) und Noah (17).

Natürlich hat der 17-Jährige trotzdem eine Vorstellung davon, was er sich für seinen Stadtteil wünschen würde. Eine Skatehalle, wie Ben und Noah sie spontan vorschlagen, sei zwar „eine krasse Idee“. Aber es sei zu viel verlangt, noch so etwas Großes zu bauen. „Was dagegen wirklich Sinn machen würde, wären Überdachungen“, sagt Felix. Nicht am Skatepark und auch nicht am Fußballfeld. Sondern an verschiedenen Orten in Herringen verteilt.

„Es fehlen Orte, an denen Jugendliche sich auch dann draußen treffen können, wenn es regnet, Möglichkeiten zum Chillen“, findet der 17-Jährige. Wichtig sei dabei, dass es nicht einen zentralen Treffpunkt mit Überdachung gibt, der dann von einer Gruppe vereinnahmt wird, sondern mehrere verschiedene Treffpunkte, an denen die Jugendlichen ihre Zeit verbringen können.

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