"Der glücklichste Tag in meinem Leben"

Habemus wackelige Knie: Hammer Schüler aufgeregt beim Papst

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Rom/Hamm - Aufgeregt, glücklich und beseelt sind die Schüler des Hammer Friedrich-List-Berufskollegs nebst Oberbürgermeister Thomas Hunsteger-Petermann am Mittwoch dem Papst gegenübergetreten.

Als das Papa-Mobil aus dem Schatten ins grelle Sonnenlicht fuhr, brandete Jubel auf. Die Schüler des Friedrich-List-Berufskollegs hielt es nicht mehr auf den Sitzen. Viele stellten sich auf die Stühle und versuchten einen Blick auf Papst Franziskus zu erhaschen. Bei der Generalaudienz auf dem Petersplatz kamen die Hammer mit Oberbürgermeister Thomas Hunsteger-Petermann dem Kirchenoberhaupt ganz nah und waren nach der besonderen Begegnung beseelt.

"Viva il Papa": List-Schüler bei der Generalaudienz von Papst Franziskus

„Das ist der glücklichste Tag in meinem Leben“, sprudelte es aus Schulleiterin Heike Stiepelmann hervor. Als Präsent überreichte sie dem Heiligen Vater kurzerhand ihr orangenes Armband, das extra für alle Schüler produziert wurde. „Bis gestern Abend wusste ich nicht, was ich ihm schenken sollte. Dann ist mir eingefallen, dass ich noch so viele Bändchen übrig habe“, erklärte Stiepelmann und band ihm direkt eines davon um das Handgelenk. „Der Papst hat sich bedankt und auf deutsch gesagt, dieses Armband trage ich gerne.“ Mit in der Ehrenloge, die sonst Königen und Staatsoberhäuptern vorbehalten ist, waren auch zwei Schüler. Batoul El-Maoula ist selbst gläubige Muslimin. Trotzdem war sie beeindruckt: „Er hat seine Hand auf meine gelegt und meine Kette gesegnet. Einfach nur unfassbar.“

Sonne satt: List-Schüler warten auf den Papst

Auch die anderen muslimischen Schüler des List-Kollegs erwiesen dem Papst ihren Respekt. „Das war eine interessante Erfahrung. Ich hätte nicht gedacht, wie sehr der Papst von den Christen gefeiert wird und dass so viele Nationen hier sind“, sagte ein Schüler.

Als das Kirchenoberhaupt die Hammer Gruppe namentlich begrüßte, standen viele Schüler auf und antworteten „Viva il Papa“ (deutsch: lang lebe der Papst) – auch, wenn der Gruß durch die Aufregung etwas asynchron und verhalten war, winkte Franziskus fröhlich zurück. „Dieser Mann hat eine Ausstrahlung, die geht bis fünf Meter über den Zaun“, freute sich Lehrerin Sabine Linke über die Geste von Franziskus.

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Oberbürgermeister Thomas Hunsteger-Petermann, der extra anreiste, war die Aufregung kurz nach der Audienz anzusehen. „Ich bin tief beeindruckend. Uns beiden – der Schulleiterin und mir – wackeln echt die Knie. Wir mussten uns gegenseitig stärken“, sagte der 64-Jährige. Der Oberbürgermeister hatte für den Papst das Hammer Herz im Gepäck, das während der Flüchtlingskrise entstanden war.

Ob hat Hammer Herz im Gepäck

Eigentlich wollte er es ihm schon vor einem Jahr überreichen. Damals kam dem Pontifex aber ein anderer Termin dazwischen. „Ich bin stolz, dass es jetzt endlich geklappt hat“, strahlte das Hammer Stadtoberhaupt. Der Papst habe sich Zeit genommen, und sich mit der Hammer Delegation unterhalten. „Wir haben ihm gesagt, dass wir aus Hamm kommen und er hat interessiert zugehört“, so Hunsteger.

Mit Papst Franziskus hat sich die Delegation übrigens auf Deutsch unterhalten. Hunsteger: „Dazu hat uns Kurienerzbischof Georg Gänswein kurz vor der Begegnung geraten.“ Gänswein ist Präfekt des Päpstlichen Hauses. Gänswein habe erklärt, dass der Papst besser deutsch als englisch sprechen könne. Beeindruckt zeigte sich Hunsteger von der lockeren Art des 82-jährigen Pontifex: „Er hat sich das Armband von Frau Stiepelmann wie selbstverständlich umbinden lassen.“

Am Donnerstag geht's zurück

Nach der Papst-Audienz als Höhepunkt der Jubiläumsreise nach Rom hatten Schüler und Lehrer Zeit, die Ewige Stadt noch einmal in Ruhe zu erkunden. Am Donnerstag geht es zurück in die Heimat – mit vielen Fotos, Souvenirs, Geschichten und Erinnerungen im Gepäck.

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