Fertigstellung verzögert

Anwohner sind perplex: Lippestraße wieder aufgerissen - weil Baufirma etwas Entscheidendes vergessen hat

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Die Baustelle an der Lippestraße: Eigentlich sollte die Fahrbahn schon in dieser Woche geschlossen werden, doch die Arbeiten dauern noch etwas länger.

1,7 Millionen Euro wurden und werden auf der Lippestraße im Hammer Osten verbaut. Kaum fertig, muss ein Teil jetzt wieder aufgerissen werden. Weil die Baufirma etwas Entscheidendes vergessen hat.

Hamm-Osten – Die Löcher und herausgestemmten Fahrbahnbrocken auf der Baustelle Lippestraße sehen schlimm aus. Die Reaktionen ließen nicht lange auf sich warten. Ein Autofahrer dachte im Vorbeifahren schon an einen Baumangel: „Die neue Asphaltschicht gerade fertig, und sie reißen schon wieder auf.“ 

Anwohner meldeten sich bei dem WA, sind fassungslos. Wie sich herausstellt, fehlen drei Anschlüsse für Straßenabläufe am Fahrbahnrand. Die Baufirma muss sie nachträglich einbauen.

Die drei Straßenabläufe sollten eigentlich bereits mit dem Einbau der nördlichen Fahrbahnschichten in Richtung Straßenmitte verlegt worden sein. „Das wurde von der Baufirma aber vergessen“, sagt Stadtsprecher Tom Herberg auf Anfrage.

Um sie nachträglich einzusetzen, rissen die Straßenbauer die neue Asphaltschicht am Mittwoch wieder auf. Drei große quadratische Löcher klaffen in der Fahrbahnoberfläche. Stellt sich die Frage, ob sie nachher die gleiche Stabilität hat? „Qualitativ ist das kein Problem“, sagt der Stadtsprecher, „weil die letzte Asphaltschicht noch fehlt.“ Die Löcher werden „normal“ verfüllt.

Anwohner sorgen sich um die Kosten

Für die aufgebrachten Anwohner stellt sich die Frage nach den Mehrkosten. Von ihnen sind die meisten Mitglieder der Bürgerinitiative Lippestraße. Sie kämpft weiter für die komplette Abschaffung der Straßenbaubeiträge. „Für die Stadt wird es nicht teurer“, sagt Herberg, „weil es ein Versäumnis der Baufirma ist.“ Was bleibt: „Natürlich ist so etwas ärgerlich“, erklärt er, „aber es kann passieren.“

Die seit Anfang Februar laufende Kanal- und Fahrbahnerneuerung der Stadt Hamm und des Lippeverbandes nähert sich trotzdem dem Ende. Wie angekündigt gab die Baufirma nach dem Einbau der Trag- und Binderschicht auf der Südseite der Straße die Hauszufahrten wieder frei und verlegte am frühen Mittwochmorgen den Verkehr darauf. Der floss zuvor auf der Nordseite, wo die genannten Schichten der Fahrbahn schon etwas länger fertig sind.

Trotzdem schneller fertig als gedacht

Die abschließende, lärmmindernde Deckschicht der neuen Fahrbahn sollte - wie es noch vor wenigen Tagen hieß und ursprünglich geplant war - bereits Anfang kommender Woche erfolgen. Das verzögert sich nun um zwei Wochen sein. Die Zeitverzögerung habe aber nichts mit den vergessenen Anschlüssen zu tun, sagt der Stadtsprecher. Ohnehin seien noch Restarbeiten angefallen. Die Deckschicht soll Donnerstag und Freitag, 6./7. August, eingebaut werden.

Etwa einen halben Tag dauert das Auftragen einer Fahrspur auf dem rund 600 Meter langen Abschnitt zwischen Schleuse und Ortsausgang. Unter Beibehaltung der seit Monaten geltenden Einbahnstraßenregelung kann der Verkehr immer auf einer Spur weiter fließen. „Die Markierungen auf der Fahrbahn werden Mitte August aufgetragen“, sagt er. Damit wäre die Sanierung immer noch schneller abgeschlossen, als im Februar noch angenommen. Zu der Zeit ging die Stadt noch von einer Fertigstellung im September/Oktober aus.

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